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    Karlstadt

    Verlauf der B 26n steht fest: Nun geht's in die Detailplanung

    Die Bundesstraße 26a endet bei Arnstein seit Jahren als Stumpf auf dem Acker. Von hier aus soll die Straße als B 26n über Karlstadt nach Helmstadt weitergeführt werden. Foto: Ernst Schneider

    Das Bundesverkehrsministerium hat die geplante Straßenführung der geplante B 26n zwischen der A3 bei Helmstadt (Lkr. Würzburg) und der A7 bei Werneck (Lkr. Schweinfurt) genehmigt, teilt das bayerischen Bauministerium mit. Das bedeute nicht, dass die Straße selbst bereits genehmigt ist, verdeutlicht Armin Beck, Jurist und stellvertretender Vorsitzende der Initiative gegen diese Westumfahrung. Jetzt sei lediglich das Linienbestimmungsverfahren als formaler Akt abgeschlossen.

    Tatsächlich genehmigt werde die Straße erst dann sein, wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist. Der jetzige Schritt bedeutet aber, dass das staatliche Bauamt Würzburg nun in die detaillierte Entwurfsplanung einsteigen kann, wie das Bauministerium betont.

    In dessen Pressemitteilung heißt es: "Der Landkreis Main-Spessart wird leistungsfähig und verkehrsgerecht ausgebaut." Und  Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart wird zitiert: „Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht.“ Die Gegner des Projekts haben immer kritisiert, Ziel des Projekts sei nicht in erster Linie die angebliche Entlastung der Werntalgemeinden, sondern die Ost-West-Verbindung zwischen den Autobahnen. Genau das wird in der Pressemitteilung gelobt: "Die neue Straße soll die A3 und die A7 in Zukunft miteinander verknüpfen. Somit können Autofahrer westlich des Autobahndreiecks Würzburg West auf der B 26n über Karlstadt bis zum Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck (A7) fahren."

    Drei Abschnitte

    Das Bauministerium erklärt: "Insgesamt besteht die Maßnahme aus drei Teilen: Die B 26n zwischen der A7 und Karlstadt mit 16 Kilometern, die B 276 Zubringer Lohr mit einer Länge von etwa 17 Kilometern Länge und die B 26n zwischen Karlstadt und der A3 mit 27 Kilometern. Da nicht die gesamte Strecke im ,Vordringlichen Bedarf' des Bundesverkehrswegeplans eingestuft ist, erfolgen sowohl die Planungen als auch der spätere Bau in mehreren zeitlichen versetzten Abschnitten. Als ersten Abschnitt plant das Staatliche Bauamt Würzburg nun die Strecke zwischen dem Autobahndreieck Werneck und der Stadt Karlstadt." 260 Millionen Euro sollen verbaut werden.

    Umgehung B26n Foto: Grafik: Jutta Glöckner

    Der CSU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schwab (Hafenlohr), der auch Mitglied des Verkehrsausschusses ist, wird zitiert: „Uns ist bewusst, dass die Linienführung nicht allerorts für Begeisterungsstürme sorgt und es an der einen oder anderen Stelle noch vernünftige Lösungen braucht. Jedoch ist das Gesamtprojekt für den Landkreis Main-Spessart von enormer Bedeutung.“ Er verspricht, dass zeitgleich die Staatsstraßen im Landkreis in Abstimmung mit den betroffenen Kommunen entsprechend ausgebaut würden, um ankommenden Verkehr abzuleiten.

    Dies sei bisher nur bei der geplanten Ortsumgehung Wiesenfeld erkennbar, kritisiert Armin Beck, und auch nur, weil diese von Karlstadt selbst gebaut wird. Für alle anderen Problemzonen – Steinfeld, Lohr, die Arnsteiner Straße und die Karolingerbrücke in Karlstadt und weitere – sei keine Lösung in Sicht. 

    Kein Mitspracherecht 

    Beck bemängelt weiter, es zeige sich nun, dass sich an den Planungen vor Ort wenig ändern lässt. Die Befürworter der Trasse hatten immer argumentiert, man werde an deren Verlauf mitreden können, wenn man das Projekt nicht ablehne, sondern konstruktiv mitarbeite. So plädierte Karlstadt für eine direkte Anbindung an die B 27 auf Höhe des Segelflugplatzes – statt des Anschlusses Ost mit dem Zubringer, der zweimal über das Naturschutzgebiet östlich des Karlstadter Hausbergs Saupurzel führt. Diese Variante wurde nicht berücksichtigt. 

    Beck: "Die immer vom Segen für die Region sprachen, müssen sich jetzt zu den negativen Auswirkungen auf Wohngebiete, Natur und Wasserschutzgebiete bekennen." Im Planfeststellungsverfahren werde entscheidend sein, ob die Straßenbauer weiterhin die Salamitaktik anwenden. Im Raum Würzburg ist der Widerstand gegen das Projekt erheblich größer als im Raum Karlstadt. Und in Arnstein wird die B 26n mehrheitlich herbeigesehnt.      

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