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    BURGSINN

    Vermisste: Hundertschaft der Polizei durchkämmt Waldstück

    In einem Waldstück nördlich von Burgsinn färben sich die Blätter der Bäume langsam gelb. Doch noch ist das Laub rund um die kleine Lichtung, die der an dieser Stelle etwas breitere Forstweg bildet, dicht. Öfter knackt es im Unterholz. Dann taucht ein Polizist im dunklen Overall zwischen den jungen Bäumen auf, biegt die Äste zur Seite und tritt auf die Lichtung. Gleich darauf erscheint ein paar Meter weiter ein zweiter. Weitere folgen.

    Eine ganze Hundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Würzburg durchsuchte am Donnerstagmorgen das Waldstück in Sichtweite von Burgsinn im Zusammenhang mit dem 13 Jahre alten Vermisstenfall Brigitte Volkert. Die damals 27-Jährige war in den Morgenstunden des 23. November 2005 aus dem Haus der Familie am Ortsrand von Burgsinn verschwunden. Die Polizei hat den Fall vor einiger Zeit wieder aufgegriffen. Am Mittwochabend berichtete die ZDF-Fernsehsendung Aktenzeichen XY darüber.

    Seit dem frühen Donnerstagmorgen wird das Waldstück in Talnähe bis zu dem Forstweg auf halber Höhe durchkämmt. Gegen 10 Uhr ist nun der Bereich oberhalb des Weges an der Reihe. In einer langen Reihe sind die Bereitschaftpolizisten auf der Lichtung angetreten, ausgerüstet mit „Stöberstöcken“. Aufgrund der Größe des Waldstücks geht die Polizei davon aus, dass die Suchaktion bis in den Nachmittag dauert.

    Mit einem Dutzend Transporter und einem Bus waren die Polizisten nach Burgsinn gekommen. Sogar ein Polizeihubschrauber wurde zur Unterstützung der Aktion abgestellt. Die Besatzung parkte den Hubschrauber auf der einer Wiese am Hang oberhalb des Forstwegs.

    „Wir erhoffen uns davon neue Spuren und Hinweise“, begründete Michael Zimmer, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Würzburg vor Ort in Burgsinn die Aktion. Zimmer bestätigte die schon in der Fernsehsendung vom Sachbearbeiter der Kripo, Marco Haßmüller, gemachten Aussagen. Danach geht die Polizei davon aus, dass Brigitte Volkert einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist und dass der immer noch unbekannte Täter aus der Region stammt.

    Der Pressesprecher des Polizeipräsidiums ist guter Dinge, dass die Ermittler den Fall auch nach 13 Jahren noch aufklären können. Das Rätsel um den Vermisstenfall Brigitte Volkert zu lösen, das wäre ganz im Sinn der Burgsinner. „Jeder wünscht, dass der Fall gelöst wird“, schildert Bürgermeister Herold die Stimmung vor Ort, „dass endlich Gewissheit herrscht, was passiert ist.“

    Für Hinweise, die zur Aufklärung führen, wurde eine Belohnung von 10 000 Euro ausgesetzt. In bestimmten Fällen sei es Zeugen sogar möglich, mit der Staatsanwaltschaft Vertraulichkeit zu vereinbaren. Für Mitteilungen hat die Polizei ein Hinweistelefon geschaltet. Die Ermittler der Kripo sind jederzeit unter Tel. (08 00) 1 01 16 11 erreichbar. Außerdem steht als lokaler Ansprechpartner der Dienststellenleiter der Polizeistation Gemünden zur Verfügung unter Tel. (0 93 51) 9 74 10.

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