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    Lohr

    Viel mehr als ein soziales Geschäftsmodell

    Die Arbeit des Leinreitervereins Lohr ist mehr als ein soziales Geschäftsmodell. »Wir arbeiten sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig«, sagt die Vorsitzende Sabine Sitter, Gräfendorf. An der Fach- und Berufsoberschule in Marktheidenfeld, dem Nägelseezentrum Lohr und an der Berufsschule in Karlstadt organisiert der Förderverein für seelische Gesundheit die Schulverpflegung.

    Die Schüler erhalten frische und gesunde Produkte zur Pausenverpflegung. Von den Schulen werden der Service und die Qualität des Angebots geschätzt; die Lieferanten kommen aus der Region. Menschen mit besonderen Talenten helfen mit und haben so auch schon wieder auf den freien Arbeitsmarkt zurückgefunden. Das Beschäftigungsprojekt wird vom Bezirk gefördert.

    Erfreulicherweise konnte ein sozialversicherungspflichtiger Ar- beitsplatz für einen betroffenen Menschen eingerichtet werden, erläuterte die Geschäftsführerin Claudia Touati in der Mitgliederversammlung. Die Finanzierung erfolgt durch den Verkauf und Zuschüsse des Inklusionsamts in Würzburg. »Dennoch sind wir froh über Spenden«, so Touati.

    Betreutes Wohnen

    Neben dem Arbeitsprojekt ist das betreute Wohnen für Menschen mit seelischen Einschränkungen das zweite große Wirkungsfeld. Dies ist einerseits bei einem Flächenlandkreis eine Herausforderung wegen des Zeitaufwands und der Fahrtkosten, die durch die weiten Wege entstehen. Andererseits ist es aber auch eine unbedingte Notwendigkeit um Menschen eine Teilhabe an Gesellschaft und Arbeit zu ermöglichen. Dieser Zugang wird Menschen mit besonderen Einschränkungen und damit verbundener fehlender Mobilität und fehlender finanzieller Ressourcen auf dem Land oft verwehrt.

    Ambulante Soziotherapie

    Der Bedarf an ambulanten Betreuungsleistungen ist stark steigend. Der Leinreiterverein bietet daher wieder ambulante Soziotherapie an. Depressive Menschen und Menschen mit Psychosen können diese Hilfe in Anspruch nehmen. Verordnet wird der Hilfebedarf durch einen Arzt oder Psychotherapeuten. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

    Wohnungen anzumieten und Wohngemeinschaften zu betreuen ist eine notwendige, aber auch mit einem hohen finanziellen Risiko behaftete Tätigkeit. »Wir erbringen diese Dienstleistungen, obwohl wir keinen finanziell starken Wohlfahrtsverband hinter uns haben«, sagte Claudia Touati. 18Plätze werden in Wohngemeinschaften angeboten. Eine weitere Wohngemeinschaft für drei Personen wird eröffnet. Zehn Personen werden in ihren Wohnungen betreut. Der Mangel an angemessenem bezahlbarem Wohnraum trifft Menschen mit psychischer Erkrankung hart.

    »Trotz Höhen und Tiefen sind wir auf einem guten Weg.« Das bestätigten auch die Kassenprüfer Alexandra Weimert und Siegbert Kapperer. 2. Bürgermeisterin und Vorstandsmitglied Christine Kohnle-Weis bedankte sich für die vielfältige Arbeit. Ohne den guten Teamgeist, die Bereitschaft und Begeisterung zu helfen, wäre das Ganze nur ein soziales Geschäftsmodell.

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