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    Rothenfels

    Viele Leichen und überraschende Wendungen im Krimikeller

    Begeistert waren die Besucher bei der Premiere des Edgar Wallace Klassikers „Die toten Augen von London“ in Rothenfels. Neben dem Spiel gefielen besonders die Effekte.
    Was hat der Gauner Flimmer-Fred (links) mit Unternehmer Stephen Judd (rechts) zu tun. Das versuchen Inspektor Larry Holt und seine Assistentin Diana Ward heraus zu finden Foto: Susanne Feistle

    Es dauert keine fünf Minuten, da liegt mit Richard Porter – gespielt von Bernhard Straub –schon die erste Leiche auf der Bühne des Rothenfelser Krimikellers. Eine Zuschauerin flüstert: "Da läuft es einem ja eiskalt den Buckel noo". Kein Wunder: Gruselige Musik, flimmerndes Licht, die gelungene Mimik und Gestik des Mörders – es ist stimmig bei der Premiere des Stückes von Edgar Wallace "Die toten Augen von London".

    Nachdem das nicht die erste Leiche war, die aus der Themse gefischt wurde, beginnt Inspektor Larry Holt (Andreas Protte) von Scotland Yard die Ermittlungen. Ihm zur Seite stellt Chief-Inspektor Clark (Michael Franz) als  Assistentin Miss Diana Ward (Theresa Bergmann).

    Die Spuren führen in ein Blindenheim

    Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei den Opfern immer um wohlhabende, alleinstehende Männer aus Übersee handelt. Ein Zettel in Blindenschrift führt den Inspektor zu Ermittlungen ins Blindenheim in der Blossom Lane, wo sich Ward, die diese Schrift beherrscht, einschleusen lässt. Die Leiterin des Blindenheimes Schwester Dearborn (Georgia Viola-Richartz) und die Bewohnerin Mrs. Emma Fitzgerald (Conny Leimeister), nehmen dies unterschiedlich auf.

    Inspektor Larry Holt (links) möchte herausfinden, was der blinde Jake über die Toten weiß Foto: Susanne Feistle

    Auch deshalb, weil der blinde Jake (Gerhard Kolbert) immer in der Nähe der Tatorte zu sehen war, gehen Holt und Ward davon aus, dass "Die toten Augen von Londen", eine Verbrecherbande blinder Hausierer, wieder aktiv sein könnte. Die Spannung steigt. Noch vor der Pause gibt es mit Gordon Stuart (Thomas Röper) eine zweite Leiche auf der Bühne und auch Ward geht zu Boden.

    Beeindruckende Projektionstechnik

    Bereits in der Pause äußern sich viele Besucher begeistert. "Total schön und kurzweilig", "Die Musik ist echt gut" und "Die werden immer besser" sind nur einige Kommentare. Ein Besucher aus Hafenlohr findet das "Multimediahafte" total klasse . Er bezieht sich auf die Projektionstechnik, mit der Bilder und auch kurze Einspielungen auf die hintere Bühnenwand geworfen werden. "Dadurch gehen die Umbauten schnell und es wirkt locker und modern". Viele der 70 Premierenbesucher waren schon oft da, manche schauen sich die Stücke sogar mehrfach an.

    Nach der Pause kommt die große Wende. Diana Ward hat den Angriff zwar überlebt, aber kurze Zeit später liegt der nächste Tote da, mit dem wohl niemand gerechnet hat. Und viele Dinge erweisen sich als ganz anders als sie anfangs schienen. Und dann sind da auch noch Gauner Flimmer-Fred (Thomas Röper). Er hat mit dem Unternehmer  Dr. Stephen Judd (Bernhard Straub), bei dem die Toten auch alle hoch versichert waren, krumme Geschäfte laufen.

    Auch wenn Theaterleiter Michael Franz nicht aktiv auf der Bühne ist, ist er trotzdem zu sehen Foto: Susanne Feistle

    Das Publikum erlebt über 90 Minuten lang einen spannenden Krimiklassiker mit Schüssen, Blut und vielen Überraschungen. Die Rolle der Miss Ward ist mit Veronika Brod und Theresa Bergmann ebenso doppelt besetzt wie die von Flimmer-Fred durch Elyes Bettaieb und Thomas Röper. Dafür steht erstmals Theaterleiter Michael Franz nicht aktiv auf der Bühne. Nach dem Stück meint er: "Es ist auch für mich eine absolute Premiere. Ich weiß jetzt auch nicht, was schöner war. Auf jeden Fall war es unten aufregender". Das ist ihm auch anzumerken, beißt er sich zwischendurch auch schon mal in seiner Jacke fest.

    Am Ende lobt Michael Franz seine Mannschaft auf, hinter und vor der Bühne und das Publikum, spendet reichlich Applaus. Franz verspricht, dass auch weiterhin ins Theater investiert wird. Erst in diesem Jahr hat er eine neue Soundanlage angeschafft.  

    Fazit: Nicht nur dem, der wissen möchte warum sich Dr. Stephen Judd im Blindenheim herumtreibt und warum Diana eigentlich Clarissa heißt oder warum ein Gauner plötzlich keiner mehr sein will, sei das Stück im Krimikeller in Rothenfels empfohlen.

    Die Aufführungstermine des Krimikellers in Rothenfels
    Samstag 16. November 19.30 Uhr; Sonntag 17. November 19 Uhr; Donnerstag 21. November 19.30; Freitag 22. November 19.30 Uhr; Samstag 23. November 19.30; Sonntag 24. November 19 Uhr; Donnerstag 28. November 19.30 Uhr; Freitag 29. November 19.30 Uhr; Samstag 30. November 19.30 Uhr; Sonntag 1. Dezember 19 Uhr; Donnerstag 5. Dezember 19.30 Uhr; Freitag 6. Dezember 19.30 Uhr; Samstag 7. Dezember 19.30 Uhr; Sonntag 8. Dezember 19 Uhr; Donnerstag 12. Dezember 19.30 Uhr; Freitag 13. Dezember 19.30 Uhr; Samstag 14. Dezember 19.30 Uhr; Sonntag 15. Dezember 19 Uhr; Donnerstag 2. Januar 19.30 Uhr; Freitag 3. Januar 19.30 Uhr; Samstag 4. Januar 19.30 und Sonntag 5. Januar 19 Uhr. Einige der Aufführungen sind bereits ausverkauft. Näheres unter www.krimikeller.de

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