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    Retzbach

    Viele Zuschauer beim Faschingszug: Nur Sabine Sitter kam ins Rotieren

    "Putzen ist Männerarbeit" hieß es bei den "(B)Lanlosen" aus Retzbach, die Damen überließen Meister Propper & Co das Saubermachen und trugen lieber schöne Kleider. Foto: Jürgen Kamm

    Fast 850 Teilnehmer starteten am gestrigen Sonntag beim Retzbacher Faschingszug in die letzten zehn "tollen Tage". Schätzungsweise 5500 Zuschauer wollten die oft bunten 46 Gruppen sehen. Wie so oft in Retzbach spielte das Wetter mit milden Temperaturen gut mit, und wie so oft in den letzten Jahren gab es nur wenige Anspielungen auf die Kommunalpolitik. Dies ist erstaunlich für ein Jahr mit Kommunalwahl. Nur eine Kandidatin kam ziemlich ins Rotieren.

    Humor bewiesen die "Oldies" vom Spielmannszug. Passend zum Sessionsmotto des veranstaltenden Retzbacher Carnevals Club (RCC) "Express nach Hogwarts" hatten sie mit Erhard L. aus A. (ehemals R.) einen eigenen Zugleiter, der als Auto verkleidet H-Kennzeichen (Oldtimer) vom Gleis 9 ¾ startete. Als Bauhelfer gingen diesmal die Hausfrauen, um den laufenden Bau des Kindergartens voran zu treiben.

    Passend zum Sessionsmotto "Express nach Hogwarts" ging das Retzbacher Männerballett als Harry Potter & Co. Foto: Jürgen Kamm

    Andere Gruppen hatten wohl als Eskimos mit kühleren Temperaturen gerechnet, dabei wussten die Schneemänner und -frauen vom Retzbacher Alkoholvernichtungsclub doch, dass sie in Zeiten des Klimawandels nur aus Schnee von vorgestern sein können. Der Obst- und Gartenbauverein war mit Hippies unterwegs, bei den (B)Lanlosen schlüpften die Damen in weit ausladende Kleider und überließen Männern vom Schlage eines weißen Riesen und Meister Propper das Putzen.

    Der RCC selbst erfüllte sein Sessionsmotto mit Leben, das Männerballett war in Hogwarts offenbar schon angekommen, wie die Verkleidung als Harry Potters samt Freunden und Lehrern zeigte. Natürlich durften auch die Garden sowie der Elferrat samt Prinzenpaar nicht fehlen.

    Mit dabei in Retzbach waren außerdem Faschingsgesellschaften und Karnevalsvereine aus Stetten, Eußenheim, Himmelstadt, Gambach, Karlstadt, Karlburg, Heßlar, Thüngen, Retzstadt und Günthersleben. Für Samba am Main sorgten wieder die Samba Gemundo. Die Maskengruppe Näüdoffer Kölstiel" aus Neudorf sorgte für bunte Farbtupfer.

    Tatkräftig wollten diese Retzbacher "Hausfrauen" den Bau des Kindergartens voran bringen". Foto: Jürgen Kamm

    Viele Gruppen dürfte man in einer Woche bei diversen Faschingszügen wieder sehen. Dabei waren auch Zahnfeen (Gemünden), Zauberer und Wahrsager, verrückte Hühner (Gambach), Hexen (Karlburg), Handtaschen (Steinfeld), das Oktoberfest (Laudenbach), Eiskristalle (Wernfeld/Laudenbach), und vermeintlich sexy ergraute Jugendliche (Schwebenried). Eines der originellsten Kostüme hatten die fabelhafte Feenwelt aus Thüngen.

    Einen kleinen Gag am Rande erlaubte sich die Interessengemeinschaft Retzstadt: Sie klebte ein Wahlplakat der Landratskandidatin Sabine Sitter in eine Traktorfelge.

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