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    Marktheidenfeld

    Vielfalt der Heimat: Gautrachtenfest in Marktheidenfeld

    Unter dem Beifall Hunderter von Zuschauern zogen die Trachtengruppen des Gaus Unterfranken durch die Stadt. Im Festzelt wurde dann munter getanzt, sogar aufs Frankenlied.
    Hier geht's flott: die Tanzgruppe des Trachtenvereins Karlstadt bei ihrem Auftritt am Samstag im Festzelt der Laurenzi-Messe in Marktheidenfeld.
    Hier geht's flott: die Tanzgruppe des Trachtenvereins Karlstadt bei ihrem Auftritt am Samstag im Festzelt der Laurenzi-Messe in Marktheidenfeld. Foto: Daniel Peter

    Dass man das Frankenlied nicht nur gut singen kann, sondern auch gut darauf tanzen, das bewies die Gruppe aus Karlstadt beim Gaufest des Trachtenverbands Unterfranken. Ihr Auftritt am Samstag im Festzelt auf der Laurenzi-Messe fand viel Beifall. Reichlich Applaus gab es auch schon zuvor beim großen Festzug der mehr als 20 Gruppen durch die Marktheidenfelder Innenstadt. Hierbei zeigte sich die ganze Vielfalt heimatlicher Trachten, die von der am Untermain beliebten Gebirgstracht bis zu den reichen Festtagsgewändern aus dem Ochsenfurter Gau reicht.   

    Begleitet von der Musikkapelle der DJK Tiefenthal, der Spessarttrachtenkapelle aus Oberndorf, der Hafenlohrtalkapelle aus Windheim und der Feuerwehrkapelle aus Röttbach zogen 20 der 30 im Gau Unterfranken vereinten Trachtengruppen vom Untertor über den Marktplatz und durch die Brückenstraße zum Festplatz Martinswiese.

    Die große Schar der Ehrengäste führte Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der Trachtenverbände, Max Bertl, und Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel an.

    Die Trachtengruppe des Gartenbauvereins Helmstadt, erstmals auf dem Gautrachtenfest vertreten.
    Die Trachtengruppe des Gartenbauvereins Helmstadt, erstmals auf dem Gautrachtenfest vertreten. Foto: Joachim Spies

    Erläuterungen zu jeder einzelnen Gruppe

    Am Fischerbrunnen gab es zu jeder einzelnen der Gruppen  eine Erläuterung von Heinz Matschiner (Trachtenverein Glasofen). So erfuhr man unter anderem, dass "der Blümlesverein" aus Helmstadt erstmals mit von der Partie ist und dass die Kleinwallstädter seit neuestem auch Goaslschnalzer haben. Leider war das Marschtempo, vermutlich wegen des zeitweiligen Regens, recht hoch, sodass die vielen Zuschauer Matschiners Hinweise kaum verinnerlichen konnten, da war schon die nächste Gruppe im Blickfeld.

    Nachdem sie schon den Festzug zur Laurenzi-Eröffnung eine Woche zuvor mitgestaltet hatten, waren die Mitglieder der Volkstanzgruppe 'Henneburg' aus Stadtprozelten auch beim Gautrachtenfestzug vertreten.
    Nachdem sie schon den Festzug zur Laurenzi-Eröffnung eine Woche zuvor mitgestaltet hatten, waren die Mitglieder der Volkstanzgruppe "Henneburg" aus Stadtprozelten auch beim Gautrachtenfestzug vertreten. Foto: Joachim Spies

    Nach dem feierlichen Einzug der Fahnenabordnungen ins Festzelt hieß Gauvorsitzender Oliver Brust die Ehrengäste willkommen und dankte den Organisatoren des mittlerweile siebten Gautrachtenfestes für ihre Arbeit. Seinem Gruß schloss sich auch Bürgermeisterin Schmidt-Neder an. "Wo könnte so ein Festzug nicht besser enden als in diesem schönen Festzelt auf der Laurenzi-Messe?", stellte sie die rhetorische Frage. Auch ihr Dank galten allen, die zum Gelingen des Tages beitrugen.

    Mit Stampfer und Schecher ging es los

    Ihr Wunsch nach einem "schönen, bunten und fröhlichen Trachtennachmittag" wurde im Anschluss unter anderem von den Tanzgruppen erfüllt. Zunächst jedoch stand alles auf, um gemeinsam die Trachtenhymne und die Bayernhymne zu singen. Die Moderation der Aufführungen übernahm sodann der Gautänzer der unterfränkischen Volkstanzgruppen, Florian Kreß, zugleich zweiter Vortänzer beim Bayerischen Trachtenverband. Er wie auch Vorsitzender Brust reihten sich auch in die Gaugruppe – ein Zusammenschluss von Tänzerinnen und Tänzern verschiedener Trachtengruppen – ein, um Stampfer und Schecher auf die Tanzfläche zu bringen.

    Die Volkstanzgruppe aus Burgsinn in der Sinngrundtracht, die 1983 nach vorhandenen Einzelstücken und Beschreibungen begründet wurde.
    Die Volkstanzgruppe aus Burgsinn in der Sinngrundtracht, die 1983 nach vorhandenen Einzelstücken und Beschreibungen begründet wurde. Foto: Joachim Spies

    Gleich ins Herz geschlossen und mit langem Applaus begrüßt hatten die Zuschauer die Tanzgruppe aus Glasofen, hatte die doch einige Kinder in ihren Reihen. Dass die Kleinsten voller Eifer dabei waren und ihren Spaß hatten, das war zu sehen, und dass so manche Schrittfolge nicht wie geplant nachvollzogen wurde, das machte das Ganze für die Beobachter nur noch schöner.

    Karlstädter tanzen zum Frankenlied

    Dass auch recht spontanes Tanzen gut gelingen kann, zeigten die Geldersheimer und Euerbacher bei ihrem gemeinsamen Auftritt. Das "Gerchle" wird wohl unterschiedlich ausgelegt, aber nach einer kurzen Absprache und Hinweisen wie "Schottisch" oder "ohne Patschen" legten alle einen harmonischen, flotten Auftritt auf die Bretter. Einen gar nicht schlampigen "Schlamper" boten im Anschluss die Karlstadter in ihrer feschen Werntaltracht.

    Das fragende Stirnrunzeln von Florian Kreß bei der Ansage des nächsten Stücks war rasch vorbei: Wollten die Karschter doch tatsächlich das Frankenlied tanzen. Aber die Stirn des Cheftänzers glättete sich, als sich das Stück mit gelungener Choreografie entwickelte. Da wurde im Publikum sogar mitgeklatscht und mitgesungen. 

    Die Grafschaftstrachtengruppe aus Glasofen war wieder mit einem historischen Hochzeitszug aus der Grafschaft Wertheim vertreten.
    Die Grafschaftstrachtengruppe aus Glasofen war wieder mit einem historischen Hochzeitszug aus der Grafschaft Wertheim vertreten. Foto: Joachim Spies

    Bevor die Tanzfläche für die Allgemeinheit freigegeben wurde, kamen die Gebirgstrachtler noch zum Zuge. Die Gruppen aus Alzenau-Hörstein, Heimbuchental und Kleinwallstadt erwiesen sich als gut eingetanzt und erfreuten unter anderem mit dem Ambosslied. Dann war es an Marktheidenfelds Bürgermeisterin und dem Gauvorsitzenden, den Tanzreigen für alle zu eröffnen.

    Gautrachtenfest in Marktheidenfeld
    Seit dem 24. September 2006 sind die Unterfranken ein eigener Gau im Bayerischen Trachtenverband. Der Gau zählt rund 3000 erwachsene und circa 1000 jugendliche Mitglieder in über 30 Vereinen. Der Gau reicht von Hörstein am Untermain bis Markt Einersheim im Steigerwald, von Ochsenfurt im Süden bis Abtsroda in der hessischen Rhön.
    Beim Gautrachtenfest in Marktheidenfeld vertreten waren:
    •  die Grafschaftstrachtengruppe Glasofen, 1952 gegründet
    • der Trachtenverein Röthlein, 1950 gegründet,
    • der Trachtenverein Höchberg, 1920 gegründet,
    • der Trachtenverein Würzburg 03
    • der Trachtenverein Nordheim/Rhön in einer erneuerten Rhöntracht
    • der Verein für Heimat- und Brauchtumspflege aus Geldersheim, 1989 gegründet
    • der Heimat-Trachtenverein aus Euerbach
    • der Heimat- und Volkstrachtenverein Karlstadt
    • der Trachtenverein Markt Einersheim aus dem Steigerwald
    • der Volkstrachtenverein Ochsenfurt, gegründet 1953
    •  der Trachtenverein Abtsroda in der hessischen Rhön
    • die Volkstanzgruppe "Henneburg" Stadtprozelten
    • der Trachtenverein Sennfeld, 1922 gegründet
    • der Trachtenverein Schollbrunn
    • die 1969 gegründete Volkstanzgruppe Burgsinn
    • der Trachtenverein Heimbuchental, gegründet 1920
    • der Trachtenverein Almrausch Kleinwallstadt
    • der Trachtenverein Alzenau-Hörstein
    • die Freunde fränkischen Brauchtums aus Urspringen
    • die Trachtengruppe des Gartenbauvereins Helmstadt
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