• aktualisiert:

    Mittelsinn

    Vision des gemeinsamen Treffs realisiert

    Das Vorzeigeprojekt "Sozialer Treff im Sinngrund" der Gemeinde Mittelsinn wurde eingeweiht. Im Bild (von links) Robert Stumpf, Landrat Thomas Schiebel, Rainer Tropp, Thomas Dausacker, Bürgermeister Peter Paul, Dr. Torsten Noe und Peter Niehoff (beide LAG Spessart) und Pfarrer Gunnar Zwing. Foto: Jürgen Gabel

    Mit dem "Sozialen Treff im Sinngrund" ist der Gemeinde und allen beteiligten Förderern ein genialer Schachzug gelungen: Die "Alte Schule" ist zu einem echten Schmuckstück geworden, ein prägnantes und für das dörfliche Leben bedeutendes Gebäude bleibt erhalten und die Gemeinde leistete einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des sozialen und kulturellen Lebens des Dorfes und darüber hinaus, erklärte Projektleiter Robert Stumpf vom Amt für Ländliche Entwicklung (Würzburg) bei der Einweihung. Bürgermeister Peter Paul zeigte sich stolz auf die Mittelsinner Gemeinschaftsleistung, die aber ohne staatliche Hilfe keinesfalls zu stemmen gewesen wäre.

    Der musikalische Part der Einweihungsfeier blieb dem Bläserensemble des Posaunenchors unter Leitung von Philipp Kuhn vorbehalten. Treffenderweise gesellte sich Gesangverein "Liederkranz" mit seinem Dirigenten Ingo Blum hinzu, der das "Mittelsinner Heimatlied" intonierte. Die Pfarrer Gunnar Zwing und Dr. Edward Zarosa stellten fest, dass Gott mithalf, die Vision des gemeinsamen Treffs für den gesamten Sinngrund zu realisieren. Mit der Segnung der beiden Kreuze und der Räume empfahlen die beiden Pfarrer das Haus Gottes Schutz.

    Die ersten gemeindlichen Überlegungen für einen "Begegnungsort für Jung und Alt" war von Skepsis und Bedenken begleitet, aus dem renovierungsbedürftigen knapp 125 Jahre alten Schulhaus ein funktionales, modernes Gebäude entstehen zu lassen, erklärte Bürgermeister Paul. Erst die 2016 akquirierten europäischen Fördermittel und Gelder des Leader-Programms ließen die Chance auf Realisierung steigen. Mit den beiden Planern Rainer Tropp und Thomas Dausacker, zahlreichen freiwilligen Helfern aus der Bürgerschaft sowie tüchtigen Handwerkern gelang es die Gemeinschaftsaktion zielstrebig zum Abschluss zu bringen.

    "Es liegt jetzt an euch, der Jugend, an den Vereinen, an allen Menschen in Mittelsinn und darüber hinaus, diesen Treff zu dem zu machen, was seine Namensgebung signalisiert", schloss Peter Paul. Lobend dankte er den Spendern, die 30 000 Euro in der Box klingeln ließen. An der Spitze waren dies Sparkasse, Raiffeisenbank und die Theo-Wormland-Stiftung.

    Landrat Thomas Schiebel gewichtete das Schmuckstück als ein weit über den Sinngrund hinaus strahlendes Projekt von Bedeutung. "Die nicht gerade geschmeidige Startphase änderte sich beim Erreichung der Zielsetzung, der zusammenhaltenden Mittelsinner Dorfgemeinschaft." Er bewunderte den Mut der überregionalen Nutzung und das klare Bekenntnis für den ländlichen Raum. 

    Robert Stumpf vom ALE begleitete zehn Jahre das Flurneuordnungsverfahren in der Sinngrundgemeinde. Gerne unterstütze sein Haus das Projekt der Dorferneuerung, das zweifelsohne der Stärkung der Dorfgemeinschaft diene. 200 000 Euro konnte sein Haus für die Sanierung des Gebäudes, den Anbau von Toiletten und den Bau des barrierefreien Zugangs bewilligen. Immer mehr Gaststätten und Vereinsheime schließen, daher zielt ein solches Vorhaben auf eine nachhaltige Verbesserung des dörflichen Zusammenhalts. Aber auch mit der Sanierung der ortsbildprägenden Alten Schule gelang ein Volltreffer.

    Architekt Thomas Dausacker (Zellingen), Planer für Entwurf und Stil, freute sich über die zügige Fertigstellung des ehrgeizigen Projekts und dankte allen beteiligten Firmen, die ausschließlich aus Main-Spessart kamen. Der die Genehmigungsplanung verantwortende Architekt Rainer Tropp (Aschaffenburg) hatte die Bauhistorie in Reimform gesetzt und sprach von einem leer stehenden Haus, in dem sich nur Hund und Katz trafen. "Doch mit dem Geld aus Würzburg ging es plötzlich wie geschmiert". Voller Freude überreichten beide Planer nicht nur den symbolischen Schlüssel an Bürgermeister Paul, sondern auch warnend den Rotstift zur Prüfung neuer Projekte.

    Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärte Bürgermeister Peter Paul die Finanzierung des neuen Schmuckstücks: So lagen die prognostizierten Kosten bei 455 000 Euro. Nachdem noch nicht alle Rechnungen vorliegen, aber die Außentreppe und der Zugang zur evangelischen Kirche hinzukamen, liegen die tatsächlichen Kosten leicht darüber. Bei einer Förderung des ALE von 200 000 Euro, der Leader-Förderung von 31 400 Euro und 30 000 Euro Spenden beträgt der kommunale Eigenanteil rund 200 000 Euro. "Diesen Betrag können wir aus Rücklagen und dem laufenden Haushalt stemmen.

    Nach seinem Leitsatz für 2019 "Nicht nebeneinander, schon gar nicht gegeneinander, sondern nur miteinander" lud Peter Paul die zahlreich erschienenen Bürger zu Kaffee, Kuchen und herzhaften Genüssen ein.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!