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    MARKTHEIDENFELD

    Volkstrauertag: Erinnerung an die Toten des Ersten Weltkriegs

    Auf dem Friedhof in Michelrieth fand eine der drei städtischen Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt. Foto: Martin Harth

    Am Sonntag fanden in der Region die Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt. In Marktheidenfeld wurde bei drei Veranstaltungen am Mahnmal am Mahnmal auf dem Mainberg sowie an den Denkmälern an der Christuskirche in Glasofen und auf dem Friedhof in Michelrieth besonders an die Kriegstoten des vor 100 Jahren beendeten Ersten Weltkriegs gedacht. Schüler verlasen die Namen der Gefallenen und Vermissten aus Marktheidenfeld, Zimmern, Glasofen, Marienbrunn, Michelrieth, Altfeld und Oberwittbach.

    In Marktheidenfeld leitete Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder die Feier, in Michelrieth Dritter Bürgermeister Martin Harth und in Glasofen leiteten die Stadträte Ruth Haag, Michael Müller und Burkhard Wagner sie. Sie trugen vor den Teilnehmern der Gedenkfeiern sowie vor den Fahnenabordnungen der Vereine die Rede der Stadt und das Totengedenken des Volksbunds deutsche Kriegsgräberfürsorge vor.

    In der von ihr für die Stadt verfassten Rege erinnerte Schmidt-Neder an die 13 Millionen Menschenleben, die der Erste Weltkrieg gefordert hatte. Gerade drei Jahrzehnte später waren als Resultat des Zweiten Weltkriegs 60 Millionen Tote zu betrauern. Das unvorstellbare Leid durch Flucht und Vertreibung setze sich aber bis heute fort, da sich gegenwärtig ebenso rund 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg, Terror und Not befänden.

    Seit 1922 werde am Volkstrauertag der Opfer der Kriege, der Gewalt und der Verfolgung in besonderer Weise gedacht. Dies sei der Anlass, führte die Bürgermeisterin aus, sich zum Erhalt des Friedens in Europa und zur Arbeit für den Frieden auf der Welt zu bekennen. Dies könne man nicht durch Verschweigen und Kleinreden von Problemen erreichen.

    Jeder müsse ehrliches Interesse an anderen Menschen, deren Kultur und Lebenssituation zeigen. Austausch, Lernen und gemeinsames Leben und Arbeiten führten zum Gelingen, wie dies besonders die heutige enge Beziehung zum Nachbarland Frankreich zeige. Vernunft und Tatkraft hätten sich seit 70 Jahren dank eines Neubeginns damals weitsichtiger Politiker gegen Vorurteile und Anfeindungen durchgesetzt. Schmidt-Neder rückte die Teilnahme einer städtischen Delegation an der Gedenkfeier zum Ende des Ersten Weltkriegs in der französischen Partnerstadt Montfort sur Meu am 11. November in den Blickpunkt.

    Die Forderung „Nie wieder Krieg“ und das gegenseitige Vertrauen bedeuteten eine Ermutigung, um gemeinsam in Europa für größeren Gemeinsinn und mehr Gerechtigkeit wirken zu wollen. Frieden müsse gestiftet werden und komme nicht von selbst, so endete die Rede der Bürgermeisterin. Die Mitwirkung an diesem Ziel sei nicht nur lebensnotwendig, sondern auch eine Verpflichtung gegenüber den Opfern, denen man am Volkstrauertag gedenke.

    An der Kranzniederlegung beteiligte sich auch der Sozialverband VdK. Für eine würdige musikalische Umrahmung sorgten die beiden Posaunenchöre aus Marktheidenfeld und Altfeld sowie der Kirchenchor Michelrieth und der Gesangverein Glasofen.

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