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    Lohr

    Vom richtigen Umgang mit Schwerverletzten

    Rund 60 Teilnehmer kamen zur Infoveranstaltung für Rettungsdienstler und Notärzte. Das Klinikum Main-Spessart in Lohr ist lokales Traumazentrum.
    Andreas Fleischmann, Chefarzt der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am Klinikum Main-Spessart, informierte am Montag in Lohr Rettungsdienstler und Notärzte über die Möglichkeiten zur Versorgung Schwerverletzter. Foto: Wolfgang Dehm

    Um das Thema "Schockraum" ging es bei einer Infoveranstaltung für Rettungsdienstler und Notärzte am Montagabend in der Rettungswache des Roten Kreuzes; der Lehrsaal war mit rund 60 Teilnehmern voll besetzt. Wie Andreas Fleischmann, Chefarzt der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am Klinikum Main-Spessart erläuterte, ist das Kreiskrankenhaus Lohr einer von mehreren Grundversorgern innerhalb des Trauma-Netzwerks Nordbayern. In diesem Netzwerk seien mehrere Kliniken zusammengeschlossen mit dem Ziel, eine möglichst optimale Versorgung Schwerverletzter zu gewährleisten.

    Als lokales Traumazentrum verfüge das Kreiskrankenhaus in Lohr über einen so genannten Schockraum (frühere Bezeichnung: Reanimationsraum) zur Versorgung schwer verletzter Personen. Damit dieser Schockraum von einem Team, bestehend aus Ärzten, Pflege- und Laborkräften im Bedarfsfall möglichst schnell betriebsbereit gemacht werden könne, müsse der Fall vom Rettungsdienst oder dem Notarzt über die Leitstelle angemeldet werden. Wünschenswert wäre es laut Fleischmann, wenn das Schockraum-Team schon vor Eintreffen des Patienten Daten über ihn oder sie übermittelt bekäme. Beim Eintreffen erfolge die Übergabe des Patienten durch den Notarzt.

    Wann der Schockraum aktiviert werden sollte

    Fleischmann erläuterte seinem Fachpublikum, wann auf jeden Fall ein Schockraum angemeldet werden sollte (unter anderem bei offenen Schädelverletzungen oder Beckenfrakturen). Doch auch dann, wenn der Patient nach einem Autounfall mit Frontalaufprall mit mehr als 30 Stundenkilometern noch herumlaufe, solle man die Situation nicht unterschätzen, da durchaus innere Verletzungen vorhanden sein könnten.

    Laut Fleischmann kann im Schockraum des Kreiskrankenhauses in Lohr immer nur ein Patient zur gleichen Zeit behandelt werden. Auch könnten dort nicht sämtliche Verletzungsarten behandelt werden. Ausgeschlossen seien beispielsweise schwerste Thorax-Traumen oder replantationsfähige Extremitätenverletzungen. Auch Kinder könnten im Lohrer Schockraum nicht versorgt werden. In solchen Fällen würden die Patienten entweder gleich in eine andere Klinik gebracht oder gezielt verlegt.

    Mittels Nida-Pad die Klinik vorinformieren

    Dirk Zirwick, Leiter des Rettungsdienstes des Rotkreuz-Kreisverbandes Main-Spessart, erläuterte ergänzend die Funktionsweise eines Nida-Pads, mit dem der Rettungsdienst frühzeitig Vitalparameter oder auch Fotos von den Verletzungen des Patienten an die Klinik übertragen kann, in die der Patient gebracht werden soll.

    Neben Fleischmann und Zirwick stand auch Susanne Walz, Leiterin der zentralen Notaufnahme am Kreiskrankenhaus Lohr, zur Beantwortung von Fragen aus den Reihen der Rettungsdienstler und Notärzte bereit.

    Der Rettungsdienst im Raum Karlstadt habe derzeit das Problem, dass viele Patienten aus diesem Bereich sagten, ins Lohrer Krankenhaus gingen sie nicht, sagte ein Teilnehmer der Veranstaltung.

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