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    LOHR

    Von Hip-Hop bis zur Hausaufgabenhilfe

    „Unsere Gesellschaft lebt von der ehrenamtlichen Tätigkeit“, betonte SPD-Bundestagsabgeordneter Bernd Rützel (Mitte) bei seinem Besuch der AWO in Lohr, hier im Bild mit (von links) Mia Frank, Kerstin Heine, Nicole Paff, Rosi Danguillier, Petra Meyer und Karl-Heinz Ebert.
    „Unsere Gesellschaft lebt von der ehrenamtlichen Tätigkeit“, betonte SPD-Bundestagsabgeordneter Bernd Rützel (Mitte) bei seinem Besuch der AWO in Lohr, hier im Bild mit (von links) Mia Frank, Kerstin Heine, Nicole Paff, Rosi Danguillier, Petra Meyer und Karl-Heinz Ebert. Foto: Büro Rützel

    Fette Beats und wummernde Bässe begrüßten den SPD-Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel in der „Begegnungsstätte für Jung und Alt“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Lohr im Franz-Wilhelm-Schäfer-Weg. „Hier tanzen wir HipHop“, erklärte Diplompädagogin Kerstin Heine.

    „HipHop, ich kenne mich da gar nicht aus, wie schreibt man das denn überhaupt?“, erwiderte Rützel augenzwinkernd, um eine exklusive Vorführung zu bekommen. Grund für den Besuch war laut Pressemitteilung die AWO-Aktionswoche mit dem Motto „Echtes Engagement. Echte Vielfalt. Echt AWO.“ Diese nutzte der Abgeordnete, um Danke zu sagen: „Mit Eurem freiwilligen und ehrenamtlichen Engagement seid ihr eine zentrale Stütze der Gesellschaft hier.“

    Im Gespräch mit hauptamtlichen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern machte sich Rützel kundig über die ganze Bandbreite des AWO-Engagements. Beginnend bei der Hausaufgabenhilfe, stand das AWO-Angebot in der Kinder- und Jugendarbeit im Fokus des Austauschs.

    Acht Hausaufgabenhelfer

    Über die grundsätzliche Ausrichtung informierte Petra Meyer als hauptamtliche Koordinatorin, heißt es in Rützels Pressemitteilung weiter. Die Hausaufgabenhilfe sei, so Meyer, „ein individuelles Angebot für jeden einzelnen Schüler“. Schwierige häusliche Umstände und häufig auch ein Migrationshintergrund seien die Gründe, bestätigte Rosi Danguillier, eine der derzeit acht ehrenamtlichen Helfer.

    Finanziell wird die Hausaufgabenhilfe vom Freistaat Bayern und Spenden, besonders der Rexroth Stiftung, unterstützt. Derzeit kommen regelmäßig 17 Kinder aus sieben Nationen.

    „Wir haben hier quasi eine Eins-zu-eins-Betreuung, die so durch das offene Ganztagsschulangebot an der Grundschule Lohr nicht gewährleistet werden kann und entsprechend eine fantastische Ergänzung darstellt“, erklärte AWO-Vorsitzender Karl-Heinz Ebert.

    Lob vom Abgeordneten

    „Einfach großartig“, kommentierte Rützel, der als Mitglied des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales mit dem Thema befasst ist: „Die Armutsforschung belegt ja immer wieder, dass der soziale Status des Elternhauses für den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen von großer Bedeutung ist. Mit Eurer Arbeit sorgt ihr dafür, dass in diesem Sinne benachteiligten Kindern ein Zugang zu höheren Bildungs- und Berufskarrieren ermöglicht wird.“

    Bereits einen Schritt früher setzt der Familienstützpunkt, der zusammen mit der AWO Lohr über dem Juze eingerichtet wurde, mit seiner Leiterin Nicole Paff an: als Anlauf- und Kontaktstelle für Familien und junge Mütter samt Kindern mit Informationsangeboten zu Erziehungsfragen oder einfach zum lockeren Austausch, gemeinsamem Krabbeln und Spielen beim ElternKindCafé.

    Wichtig für Mütter kleiner Kinder

    Mal von zu Hause rauskommen, etwas anderes sehen und miteinander quatschen, sei ganz wichtig für viele junge Eltern. Denn plötzlich zu Hause gebunden zu sein, sei eine große Umstellung, erklärte Paff. „Da ergeben sich häufig neue Freundschaften und auch für die Kinder sind soziale Kontakte von früh an enorm wichtig“, ergänzte Rützel.

    Zur Arbeit im Herzstück der Begegnungsstätte – dem Juze – berichteten Ebert und Kerstin Heine, die das Juze zusammen mit Mathilde Lembach leitet. Vom offenen Bereich mit Billard, Tischfußball, Darts und Multimedia-Ecken über Fußball- und Streetball-Möglichkeit im Freien bis zu betreuten Musik-, Tanz- und Kochkursen ist hier einiges geboten. Den Ferienspaß, die Töpferei mit Werkstatt sowie der voll eingerichtete Musik-Proberaum nicht zu vergessen. „Bei etwa 13 000 Besuchern im Jahr brauchen wir ehrenamtliche Unterstützung“, meinte Heine. „Deshalb sind wir total glücklich, so engagierte Helfer, wie Mia zu haben, die uns bereits seit vier Jahren jeden Mittwoch an der Theke hilft.“

    Umständliche Ehrenamtskarte

    Eine kleine Anerkennung für die geleistete Arbeit, war dann auch eines der Anliegen der anwesenden Ehrenamtlichen. Die Ehrenamtskarte sei zwar eine tolle Sache, aber auch etwas umständlich. „Selbstverständlich laden wir auch unsere Helfer mal auf eine Pizza oder ähnliches ein“, erklärte Ebert. „Aber mehr geht finanziell nicht.“

    Es hängt an 3500 Euro

    Die AWO sei bereits seit 1978 für Hauserhalt und -ausbau sowie für die Löhne der Sozialpädagogen verantwortlich. Übernommen werden die Personalkosten aber von Stadt und Landkreis als Teil der Stadt-Jugendpflege. „Das sind enorme Kosten, die wir da als Verein stemmen müssen“, so Ebert. Dass den Mitarbeitern das Thema Personal auf den Nägeln brennt, wurde deutlich, als es um die Teilnahme der Stadt Lohr am EU-Freiwilligenprogramm für junge Menschen ging. Wenn die Stadt die Unterbringungskosten von jährlich 3500 Euro übernehme, so Ebert, wäre eine zusätzliche Kraft für das Juze gewonnen.

    Kontakt für Interessenten an einem ehrenamtlichen Engagement oder als „Bufdi“: Juze Lohr, Tel. (0 93 52) 45 55 oder Karl-Heinz Ebert, Tel. (0 93 52) 15 42.

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    Bearbeitet von Roland Pleier

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