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    Karbach

    Von der Kita in den Wald: Erzieherinnen helfen dem Förster

    Seit Mitte März ist die Karbacher Kita geschlossen, daher machen sich die Mitarbeiter jetzt freiwillig nützlich: 700 Bäume haben sie schon gepflanzt.
    Die Erzieherinnen Daniela Gram und Daniela Prokop (von links) haben sich freiwillig gemeldet, um im Karbacher Wald zu helfen. Zur Zeit markieren sie Bäume für eine Rückegasse.
    Die Erzieherinnen Daniela Gram und Daniela Prokop (von links) haben sich freiwillig gemeldet, um im Karbacher Wald zu helfen. Zur Zeit markieren sie Bäume für eine Rückegasse. Foto: Heidi Vogel

    "Mittlerweile kennen wir uns aus und wissen, dass die Farbe an einer Buche oder Kirsche am besten aufzutragen ist", erklärt Daniela Gram voller Begeisterung. Es ist Dienstagfrüh, kurz nach acht Uhr, als Daniela Gram und ihre Kollegin Daniela Prokop im Karbacher Wald Richtung Fuchsenmühle von Revierförster Matthias Huckle instruiert werden, wie sie die Bäume markieren sollen. Die beiden Frauen sind nicht etwa Praktikantinnen von Huckle, sondern arbeiten normalerweise im örtlichen Kindergarten.

    Da die Kindertagesstätte jedoch seit 16. März geschlossen und lediglich in der Krippe ein Notbetrieb für einzelne Kinder nötig ist, sind beim Personal des gemeindlichen Kindergartens Kapazitäten frei. "Wir haben die letzten Wochen den Kindergarten geputzt, schriftliche Arbeiten erledigt und auch unser Konzept überarbeitet", zählt Daniela Prokop auf und gibt zu, dass sie nicht lange überlegen musste, als Bürgermeister Bertram Werrlein sein Ansinnen, das Personal für andere zumutbare Tätigkeiten in der Gemeinde einzusetzen, vorbrachte.

    Karbacher Forst in den Erzieherin nicht unbekannt

    "Das ist auf freiwilliger Basis. Und weil wir den Wald lieben und es als wichtige Tätigkeit sehen, war ich sofort dabei", gibt auch Erzieherin Gram zu und verweist darauf, dass sie mit den Kindern ohnehin regelmäßig Waldtage einlegen und deshalb Förster Huckle und auch das Karbacher Revier bereits kennen. Und so sind die beiden, wie zuvor auch Magdalena Eckert, Nicole Sass und Marco Wech, nun bereits in der dritten Woche für mehrere Tage unter der Regie von Huckle und seinem Forstanwärter Till Abt im Karbacher Wald unterwegs.

    Daniela Prokop, Revierförster Matthias Huckle und Daniela Gram staffieren sich im Bauhof mit den nötigen Utensilien aus.
    Daniela Prokop, Revierförster Matthias Huckle und Daniela Gram staffieren sich im Bauhof mit den nötigen Utensilien aus. Foto: Heidi Vogel

    "Letzte Woche haben sie im Gebiet Dörnig 700 Bäume gepflanzt", berichtet Huckle, der sich somit den Einsatz einer Firma gespart hat, und fügt mit einem Lächeln an, dass sich das Kindergartenpersonal bislang gut geschlagen habe. Von morgens bis abends gehen die Einsätze in der freien Natur. "Da ist man am Abend natürlich kaputt, obwohl wir das durch unsere Waldtage ja teilweise gewohnt sind", gibt Prokop zu bedenken.

    Auch Bauhof hat Bedarf angemeldet

    Sie findet die Arbeit dennoch entspannend und genießt die Ruhe. "Ich finde es eine schöne Abwechslung. Vor allem haben wir Glück mit dem Wetter", freut sich die in Rettersbach lebende Prokop, während sie einen Baumstamm zunächst abbürstet und danach mit weißer Farbe markiert. In dieser Woche steht nämlich das Markieren einer Rückegasse auf dem Programm. Der Bürgermeister schaut ebenfalls kurz bei seinen Mitarbeiterinnen vorbei, auch wenn er diesmal, anders als beim ersten Einsatz, keine Brotzeit dabei hat.

    Werrlein freut sich, dass sein Kindergartenpersonal so flexibel ist und seinen Vorschlag durchweg positiv aufgenommen hat. "Ich kann niemanden zwingen. Aber dadurch haben wir die Möglichkeit, die Mitarbeiter sinnvoll zu beschäftigen", erklärt er und verweist bereits auf weitere Tätigkeiten. Denn auch der örtliche Bauhof hat bereits Bedarf angemeldet. Schließlich sind auch die Grünanlagen im Ortsbereich in Schuss zu halten.

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