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    Retzbach

    Vorschlag: Urnengräber im Retzbacher Friedhof

    Auf der letzten größeren Grünfläche im Retzbacher Friedhof könnten Urnengräber entstehen. Die SPD-Fraktion erhob den Vorschlag vom Pfarrgemeinderat für zwei Bäume mit zentrisch angeordneten Urnengräbern außen herum zum Antrag, doch der Gemeinderat stimmte noch nicht darüber ab. Vermisst wurden ein Plan oder eine Skizze.  Foto: Jürgen Kamm

    Diskussionen es im Zellinger Gemeinderat aufgrund eines Antrags der SPD-Fraktion, im Retzbacher Friedhof Urnengräber einzurichten. Die Diskussion reichte bis hin zur Einrichtung eines Friedwalds.

    Der Vorschlag, Urnengräber anzubieten, geht auf den Pfarrgemeinderat Retzbach zurück. Wie SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Keller kurz erklärte, hatte Kerstin Zull vorgeschlagen, zwei Bäume zu pflanzen und außenherum kreisförmig die Gräber im Boden anzulegen. Mit "doppelt tiefen Schächten" könnten dabei auch Urnengräber für Paare entstehen. Die fragliche Fläche liegt im Retzbacher Friedhof etwas erhöht in Richtung Retzstadter Straße. Mit höchstens 1000 Quadratmetern hat sie etwa die Größe von zwei Bauplätzen.

    Urnengräber seit 2013 im Haushalt eingeplant

    "Ich bin für das Vorhaben, aber gegen den Antrag", eröffnete Gemeinderat Philipp Kromczynski die Diskussion. Er kritisierte, dass Urnengräber seit 2013 im Haushalt eingeplant seien, aber nicht umgesetzt wurden. Das gehöre einfach nur abgearbeitet. Zudem könne er sich einen kleinen Friedwald im Bereich des Retzbacher Friedhofes vorstellen. Von einem Friedwald oder Waldfriedhof sprach auch Gemeinderätin Barbara Gehrig, ihr fehlt zudem eine Planung. Die wollte auch Jessica Fretschner sehen, "vielleicht mit der einen oder anderen Bank."

    Dazu erinnerte Andrea Heßdörfer, dass es schon einmal eine Planung gab. "Die gefiel uns nicht", erinnerte sich da Barbara Gehrig. Bürgermeister Wieland Gsell konkretisierte, dass der Entwurf eines Landschaftsarchitekten Stelen am Treppenaufgang vorgesehen habe. Auch vom Vorschlag dieses Planers für den Friedhof Zellingen habe sich der Gemeinderat distanziert. Danach habe man sich nicht mit anderen Modellen befassen wollen, auch aus dem Gemeinderat habe es keine Vorstöße gegeben.

    Jürgen Keller bemerkte, natürlich seien Vorschläge immer zu diskutieren und er habe prinzipiell auch nichts gegen einen Plan. Er halte den Vorschlag aus der Bevölkerung für Retzbach aber für sinnvoll. Seltsam erscheine ihm die Argumentation, etwas nicht zu tun, weil man in der Vergangenheit nichts gemacht habe.

    "Eine einfache und schnelle Möglichkeit"

    "Wir haben eine einfache und schnelle Möglichkeit für Urnengräber in Retzbach", ging Wolfgang Rupp die Sache pragmatisch an. Zu einem Friedwald Retzbach gab er zu bedenken: "Überlegt mal, wie groß die Fläche ist" und setzte hinzu "Wer ein Grab im Wald will, muss dahingehen und keinen Wald im Friedhof pflanzen."

    Tatsächlich wurde zumindest für den Zellinger Gemeindewald schon überlegt und untersucht, ob ein Friedwald möglich wäre. "Es geht nicht, der Boden ist nicht geeignet", erinnerte Bürgermeister Gsell. Zum Thema Waldfriedhof erinnerte er daran, dass vor Jahrzehnten die Erweiterung des Zellinger Friedhofes so angelegt worden sei. Immer wieder habe es Beschwerden wegen Blättern und "Dreck" von den Birken gegeben, weshalb sogar Bäume gefällt wurden.

    Zu den im Zellinger Friedhof ebenerdig in einer Rasenfläche angelegten Urnengräbern kritisierte daraufhin Gemeinderätin Andrea Heßdörfer, dass die Nutzer ihre vorgesehen Pflege mit Rasenmäher oder Freischneider durch die Aufstellung von Kerzen, Engelchen und ähnlichem erschwerten, weshalb es derzeit recht "wild" aussehe. "In den sechs Wochen nach der Bestattung ist das erlaubt", erklärte dazu der Bürgermeister.

    Am Ende gab es keinen Beschluss, aber die Räte waren damit einverstanden, dass der Bürgermeister den Vorschlag des Pfarrgemeinderates für die Urnengräber in Retzbach mit einem Fachmann bespricht und in einer künftigen Sitzung in Form einer Skizze oder eines Planes präsentiert. Am Ende hielt Wieland Gsell dem Gremium noch den Spiegel vor: "Diese Diskussion zeigte uns, an der Verzögerung von Sachen arbeiten wir alle mit."

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