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    Karlstadt

    Wanderung durch die Natur am Saupurzel

    Zum Abschluss trafen die Teilnehmer der Wanderung am Vereinsheim des Vogelschutzvereins ein. Foto: Constanze Petry

    Die Tradition der Orchideenwanderungen zwischen Retzbach und Retzstadt in den 90er Jahren mit Informationen über die Natur, Gesprächen über Gott und die Welt, deftigen Brotzeiten, ausgesuchten Schoppen und einem speziellen Gast haben Eberhard Sinner, ehemaliger Staatsminister, und Reinhold Möller, ehemaliger Bürgermeister von Retzstadt, wieder aufleben lassen und zu einer Wanderung am Saupurzel in Karlstadt eingeladen. 24 Personen, unter ihnen auch die ehemalige Bundestagsabgeordnete Heidi Wright, der stellvertretende Landrat  Harald Schneider und der Zweite Bürgermeister von Karlstadt Theo Dittmaier, starteten am dortigen Parkplatz in das Naturschutzgebiet, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Auf dem ersten Teilstück waren es die Bocksriemenzunge und das Helmknabenkraut, deren Name, Herkunft und Charakter von den Naturführern Wolfgang Piepers und Edmar Rothaug kundig beschrieben wurden. Besonders die deutschlandweit einzige naturbelassene Flugsandwiese  erregte das Interesse der Wanderer. Vor 20 000 Jahren fand an dieser Stelle ein ungewöhnlicher und starker Sandniederschlag statt, der aufgrund einer Initiative aus dem Naturschutz auf diesem hektargroßen Grundstück Gelegenheit bekam, sich seine eigene Vegetation zuzulegen, in der auffallende Grasnelken hervorstachen.

    Auf dem Weg zur Brotzeit bei der Mittagsrast, die der Flugsportclub auf der Terrasse seines Clubgebäudes ermöglicht hatte, war noch ein besonders schöner Strauch der Biebernellen-Heckenrose zu bewundern. Dort sprach Theo Dittmaier ein Grußwort, in dem er auf die Bemühungen der Stadt Karlstadt hinwies, durch die Anlage von Blühwiesen in allen Orten des Stadtgebietes dem Bienensterben entgegenzuwirken.

    Am Nachmittag führte der Weg um die Westseite des Flugplatzes, wo dann neben morbiden Flechtenarten und wogenden, teilweise blühenden und in der Sonne glänzenden Federgräsern schöne Exemplare der Spinnenragwurz, des Helm- und Purpurknabenkrauts sowie von der Fliegenragwurz zu sehen waren. Außerdem wiesen die Naturführer auf verschiedene Ackerkräuterpflanzen hin, deren Ansiedlung durch öffentliche Programme gefördert werden.

    Zum Abschluss traf die Gruppe auf der Terrasse des Vereinsheims des Vogelschutzvereins ein, um den Tag mit den Brotzeitresten und zwei Silvanern im angekündigten Vergleich zu beenden. Der  Vorsitzende des Vogelschutzvereins Günther Maier stellte Ziele und Arbeit des Vereins vor und warb für die Vielfalt der Natur, in der die Vögel einen besonderen Platz einnehmen.

    Reinhold H. Möller beschloss die Veranstaltung mit der Aufforderung, darüber nachzudenken, ob die Natur nur als beliebiger Erholungsraum für den Menschen angesehen werden könne oder ob sie gelegentlich  auch ein Recht auf Erholung vom Menschen benötige.

    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

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