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    Langenprozelten

    Warum Gemünden beim Wasserpreis Spitze ist

    In der Bürgerversammlung in Langenprozelten ließ sich Heribert Amrhein die Gebühren fürs Trink- und Abwasser erklären.
    Ein Blick in die neue Wasseraufbereitungsanlage Gemündens auf dem Zollberg. Foto: Michael Fillies

    Hohe Preise für das Trink- und das Abwasser in Gemünden, obwohl Verbesserungsbeiträge gezahlt wurden - diesen vermeintlichen Widerspruch hinterfragte Heribert Amrhein in der Bürgerversammlung in Langenprozelten. Die Gebühr für 1000 Liter Wasser liegt bei 3,10 Euro und für die selbe Menge Abwasser bei 3,22 Euro. Viele Kommunen in Main-Spessart berechnen weniger, führte Amrhein an und sprach die Hoffnung aus, dass die Gebühren wenigstens stabil bleiben.

    Die Antwort gab Hans Schneider, der scheidende Vorstand des Kommunalunternehmens Stadtwerke: Nachdem die (nahezu abgeschlossenen) hohen Investitionen zuletzt nur zu 60 Prozent über Verbesserungsbeiträge finanziert wurden und eben 40 Prozent in die langfristige Gebührenkalkulation einfließen, war die Teuerung unvermeidlich. Seit 2016 aber läuft bei den Stadtwerken der Schuldenabbau; die Verbindlichkeiten werden von ehedem 19 Millionen Euro zum Ende dieses Jahres auf 14,5 Millionen Euro gesunken sein und die nächsten Jahre weiter sinken. 

    Stabile Gebühren angestrebt

    Alle vier Jahre stehe eine Neukalkulation der Gebühren an (zuletzt 2017), so Schneider. Es könne aufgrund der letzten Maßnahmen sein, dass es beim Wasser "nochmal einen Schnaps odendrauf gibt", aber das könne sich mit dem vermutlich sinkenden Abwasserpreis ausgleichen. Gemünden habe das Pech, durch die vielen Stadtteile ein großes Leitungs- und Kanalnetz (120 Kilometer) mit vergleichsweise wenig Verbrauchern zu haben, die dafür aufkommen müssen. Die Stadt Offenbach, wo Schneider früher tätig war, habe zehnmal mehr Einwohner als Gemünden, aber nur ein doppelt so großes Netz.

    Bürgermeister Jürgen Lippert ergänzte, dass Gemünden mit der Abwasserbeseitigung und der Trinkwasserversorgung "auf einem guten Stand ist. Das sind andere nicht." Dort würden über kurz oder lang die in Gemünden bereits erfolgten Verbesserungen anfallen. Für seine Stadt schließe er "die nächsten Jahre, ich möchte sagen: Jahrzehnte" weitere Verbesserungsbeiträge aus. Im Verwaltungsrat der Stadtwerke wolle man darauf achten, die Gebühren nicht weiter steigen zu lassen.

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