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    Lohr

    Was Werkstoffe in Kunst und Kunsthandwerk verbindet

    Was sich aus den Werkstoffen Papier und Metall alles kreativ herstellen lässt, dazu erhält man einen anregenden Einblick in der aktuellen Sonderausstellung im Lohrer Schloss. Kürzlich wurde zu diesem Thema eine Sammlung von Kunst und Kunsthandwerk unter dem Titel "Leicht und Schwer" eröffnet. Zu sehen sind dort besondere Beispiele dafür, was im Spessart mit diesen Materialien im 20. Jahrhundert gestaltet wurde.

    Bei seiner Begrüßung hob Landrat Schiebel hervor, dass er sich freue, dass die Sonderausstellung auch in diesem Jahr wieder einen außergewöhnlichen Akzent setze. Bürgermeister Mario Paul sah in der inspirierenden Verbindung so unterschiedlicher Materialien über die Kunst hinaus eine Anregung, Gegensätze in der Gesellschaft ebenfalls stärker mit dem Blick auf eine gemeinsame Basis zu betrachten, die zu neuen Lösungen führe.

    In seiner Einführung ging der Museumshistoriker Leonhard Tomczyk, der die Ausstellung konzipiert und umgesetzt hat, auf die Themenbereiche und Verarbeitungstechniken ein. Grundlage dafür waren Objekte von 25 Künstlern und Kunsthandwerkern aus der Region.

    Unter dem Motto "Leicht und Schwer" zieht es sich wie ein roter Faden quer durch die Präsentation, dass die beiden so gegensätzlichen Werkstoffe Papier und Metall für sich stehen, aber auch immer wieder zusammen auftreten. Dabei können die Besucher nachvollziehen, wie gezielt, doch ebenso spielerisch die unterschiedlichen Materialien zu Gebrauchsgegenständen oder Objekten verarbeitet werden oder etwa bei Kupferstichen und Tiefdruckverfahren eine unmittelbare Verbindung eingehen.

    Bei Gesprächen mit Künstlern und Kunsthandwerkern habe Leonhard Tomczyk immer wieder erfahren, welche Herausforderung mit ungewissem Ausgang die Beschäftigung mit den Werkstoffen Papier und Metall für sie bedeute.

    Ungewöhnliche Formen

    Beim Rundgang durch die Eröffnung der Schau wechseln sich Papier und Metall in ungewöhnlichen Formen der Gestaltung ab. Der Besucher  trifft auf Werke des Lohrer Kunstschmiedes und Schlossers Friedrich Rexroth, aufwendig gestaltete Buchdeckel oder ziselierte Gebrauchs- und Dekorationsobjekte aus Kupfer, die etwas aus der Mode gekommen heute eher auf Flohmärkten zu finden sind.

    An anderer Stelle folgen abstrakte Bilder auf Skulpturen und raumgreifende Papierinstallationen oder Collagen. Grabplastiken, die das Thema Tod veranschaulichen, sind ebenso zu sehen wie in Bronze gegossene Kunstwerke des Lohrer Künstlers Roland Schaller oder filigrane Figuren aus Metallen.

    Wer sich für den Entstehungsprozess einzelner Objekte interessiert, kann im Turmzimmer in drei Kurzfilmen verfolgen, wie verschiedene der ausgestellten Materialien von Kunsthandwerkern verarbeitet werden.

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    Bearbeitet von Wolfgang Weismantel

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