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    Marktheidenfeld

    Was die neue Schulbibliothek der FOS BOS Marktheidenfeld zu bieten hat

    Kultusstaatssekretärin Anna Stolz sprach bei der Eröffnung von einem großen Gewinn und einer Schlüsselkompetenz. Was die Bibliothek den Schülern sonst noch bringen soll.
    Umgeben von (erste Reihe von links) dem ehemaligen Schulleiter Karl Fuchs, Landrat Thomas Schiebel, Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder und Schulleiter Fred Strauß, eröffnete Kultusstaatssekretärin Anna Stolz (Mitte) die neue Schulbibliothek der FOS BOS Marktheidenfeld. Foto: Nicolas Bettinger

    Fast wirkt es so, als würde man ein modern eingerichtetes Startup-Unternehmen betreten. Rund geschwungene Regale, bunte Sitzgelegenheiten und jede Menge Medien. Die neue Schulbibliothek der Fachoberschule und Berufsoberschule Marktheidenfeld kommt knallig, bequem und durchaus einladend daher. Mit bislang 1500 Medien auf 140 Quadratmetern soll die neue Bibliothek Raum für Begegnung, aber auch Ruhe schaffen. Und vor allem soll sie der Bildung dienen. Zu ihrer Eröffnung am Donnerstag kamen zahlreiche Ehrengäste, Schüler, Lehrer und die Staatssekretärin für Unterricht und Kultus, Anna Stolz.

    Die ehemalige Bürgermeisterin von Arnstein, Anna Stolz, fühlte sich bei ihrem Heimatbesuch sichtlich wohl und bezeichnete sich selbst als "Leseratte". In der heutigen Zeit sei die Lesekompetenz eine Schlüsselkompetenz zur gesellschaftlichen Teilhabe. Dazu könne nun die gut ausgestattete Bibliothek beitragen, sagte sie vor rund 150 Zuhörern in der Schul-Aula. "Sie ist Zentrum für Wissen und Kultur, Raum für Arbeit und Freizeit und Ort des Lebens und der Begegnung", lobte Stolz die fertiggestellten Räumlichkeiten an der FOS BOS.

    Die neue Schulbibliothek der FOS BOS Marktheidenfeld soll nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Entspannen genutzt werden. Foto: Nicolas Bettinger

    Besonderheit: Kooperation mit der Stadtbibliothek

    Schulleiter Fred Strauß dankte allen Mitwirkenden und blickte auf die Anfänge in den Jahren 2014/2015 zurück. Mit der Neueinrichtung einer Bibliothek habe man damals Neuland betreten. "In unserem langen Renovierungsprozess konnten wir nun einen weiteren wichtigen Baustein abschließen", so Strauß. Aus den 1500 Medien sollen in den nächsten Jahren knapp 6000 werden. Neben klassischen Büchern können Schüler DVDs, CDs und Spiele ausleihen. Drucker, Beamern und Laptops sollen zudem den Charakter einer multimedialen Lern- und Austauschstätte unterstützen.

    Strauß dankte seinen Vorgängern, der Stadt und weiteren Unterstützern. Vor allem hob er aber die Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek hervor. In Zukunft sollen die Schüler einen Ausweis bekommen, mit dem sie sowohl in der Schul- als auch in der Stadtbibliothek Medien nutzen und ausleihen können. Dieser, erklärt die schulinterne Bibliothektsbeauftragte Nadja Neubauer, wird in Form eines Pfandsystems für die Schüler kostenlos sein. Die Stadtbibliothek bietet laut eigenen Angaben rund 27 000 Medien an.

    Schiebel und Schmidt-Neder betonen den Wert einer Bibliothek

    Main-Spessarts Landrat Thomas Schiebel betonte, dass die Neueinrichtung der Schulbibliothek "kein Selbstläufer" gewesen sei. Er freue sich nun aber über die hohe Qualität der Bibliothek. Für die Schule sei die Neueinrichtung Pluspunkt und Bereicherung zugleich. "In der digitalen Zeit ist es sehr wichtig, auch noch etwas analoges in den Händen halten zu können", so Schiebel. Dem stimmte Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder zu und beglückwünschte die Schule.

    "Bildung ist hier das höchste Gut und der Zugang zu ihr muss selbstverständlich sein", sagte die Bürgermeisterin. Dazu trage nun die neue Bibliothek bei. Denn nur wer sich bildet und sich informiert, könne mit Argumenten eine eigene Meinung vertreten, erklärte Schmidt-Neder. Nach dem offiziellen Teil der Eröffnung fand eine Lesung der kurdisch-syrischen Schriftstellerin Widad Nabi auf dem Programm. Von ihr stammen die Sätze: "Ich ging nach Osten und nach Westen. Die Bibliotheken blieben das einzige Heim, das mich in diesem grausamen Leben nicht im Stich ließ. Überall auf der Welt gibt es eine Bücherei, der ich mein ruiniertes Leben anvertrauen kann." Die Schulbibliothek hat von 8 bis 16 Uhr geöffnet.

    Wer sich für die Prüfungen an der FOS BOS vorbereitet, kommt künftig wohl hier vorbei. Foto: Nicolas Bettinger

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