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    Gemünden

    Wegen Rauschgift vor Gericht: Letzte Chance für 20-Jährigen

    Das Amtsgericht in Gemünden. Foto: Michael Mahr

    Noch einmal so eine Chance wird es für einen 20-jährigen Auszubildenden aus dem Raum Karlstadt nicht mehr geben. Dies machte Jugendrichter Felix Geppert dem jungen Mann, der wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln vor dem Amtsgericht Gemünden stand, deutlich. Sein Verfahren wurde gegen Auflagen vorläufig eingestellt.

    Es war im August 2018, als der junge Angeklagte im Darknet eine geringe Menge Rauschgift für seinen Eigenverbrauch bestellt und dies an eine Packstation an seinem Wohnort schicken ließ. Das wäre auch weiter nicht aufgefallen, wenn der 20-Jährige nicht wenige Tage später in eine Polizeikontrolle geraten wäre. Auf die Frage der Beamten nach Drogenkonsum, gab er eine ehrliche Antwort und führte die Beamten auch zu seinem sehr kleinen häuslichen Vorrat.

    Mit Kumpels Canabispflanzen gezüchtet

    Auch das wäre noch nicht so schlimm gewesen, doch musste sich der Angeklagte im Jahr 2016 bereits schon einmal wegen Drogen vor dem Amtsgericht in Gemünden verantworten, wie ein Eintrag im Bundeszentralregister zeigte. Zusammen mit zwei Kumpels hatte er in einem Keller sechs Canabispflanzen großziehen wollen. Allerdings wurde das Trio noch vor der Ernte ertappt. 40 Stunden Sozialarbeit und der Besuch eines Beratungskurses bei der Caritas in Lohr lautete damals das Urteil.

    Den Besuch eines solchen Kurses schlug auch die Jugendgerichtshilfe in ihrem Bericht vor, den Richter Geppert in der Verhandlung verlas. Weiter wurde empfohlen die Anwendung von Jugendstrafrecht, weil der Auszubildende noch nicht über die Reife eines Erwachsenen verfügt.

    Zwei Drogenscreenings gefordert

    Das sahen Richter, Staatsanwalt und der Verteidiger genauso. Sie werteten die Tatsache, dass der junge Mann seit nahezu einem Jahr drogenfrei lebt, positiv. So stellte Richter Geppert das Verfahren gegen eine Zahlung von 500 Euro zu Gunsten der Arche in Arnstein vorläufig ein. Zudem muss der Angeklagte auf eigene Kosten an zwei Drogenscreenings teilnehmen und die Ergebnisse dem Gericht mitteilen. Außerdem wurde ihm der Besitz und die Einnahme von Drogen untersagt.

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