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    Wertheim

    Wertheimer Weihnachtskugel 2018 auf dem Markt

    In Blau und in Gold ist die Wertheimer Weihnachtskugel erhältlich. Foto: Glasmuseum Wertheim

    1001 Weihnachtskugeln ließ das Glasmuseum Wertheim exklusiv für Wertheim herstellen. Feierlich strahlen sie, angelehnt an die Wertheimer Stadtfarben, in Blau und in Gold. Das digitalisierte Burgmotiv mit Wertheim-Schriftzug, in Weiß, hat der aus Kreuzwertheim stammende Uwe Fahmüller entworfen. Der zusätzliche weiße Glasglimmer lässt die Wertheimer Kugeln glitzern wie in frischen Schnee getaucht, heißt es in einer Pressemitteilung des Glasmuseums.

    Mundgeblasen sind die Kugeln nicht, sondern maschinell hergestellt von der für ihren gläsernen Christbaumschmuck bekannten Krebs Glas Lauscha GmbH im Thüringer Wald. Wie kam es zu dieser Technologie, Christbaumkugeln maschinell herzustellen? Das Beispiel der ehemals aus Thüringen stammenden und seit 1950 in Wertheim ansässigen Glastextilfaser-Firma Schuller, heute JohnsManville, erklärt diese spannende Geschichte, so die Mitteilung.

    Ausflug in die Geschichte

    „Die Firma Schuller stieg 1946 bis circa 1950 – nach Coburg umgezogen – auf die Christbaumschmuck-Herstellung um, da Glasfaser-Produkte nicht mehr gefragt waren“, berichtet Wolfgang Schuller in einem Interview mit der Museumsmitarbeiterin Sigrid Keller, das im Museum zu hören ist. Die Glasfaserprodukte wurden während des Krieges zur Isolierung der Leitungen in U-Booten gebraucht.

    Die Maschinen zur Herstellung der 1,50 Meter langen Glasröhren für die Glasfaserproduktion waren vorhanden und wurden für den Christbaumschmuck weiterverwendet. Die Glasbläser fertigten daraus die „Stückchen“, heute „Spitzen“ genannt, aus denen sie dann die Glaskugeln bliesen.

    Der große Bedarf an den gläsernen Christbaumkugeln, unter anderem ein Großauftrag der 1889 gegründeten amerikanischen Kaufhaus-Kette Woolworth, konnte in Handarbeit nicht mehr bewältigt werden. Da besann sich Werner Schuller (Wolfgang Schullers Vater) auf die Maschinen zur Ampullen-Herstellung. Ampullen – sie ähneln der notwendigen „Stückchen“ für die zu produzierenden Kugeln. Die Maschinen wurden angepasst und um einen Luftzufuhrmechanismus erweitert. Jetzt konnten auch Großaufträge und unzählige Formenwünsche für die gläsernen Christbaumkugeln erfüllt werden. Die Glasbläser betreuten die neuen Maschinen.

    Die Wertheimer Weihnachtskugeln sind ab sofort im Weihnachtsbasar im Glasmuseum Wertheim, einigen Einzelhandelsgeschäften und der Tourismus Region Wertheim erhältlich.

    Bearbeitet von Lena Köster

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