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    Main-Spessart

    Wie Sozialarbeit an Schulen gefördert werden soll

    Jugendsozialarbeit an Schulen ist ein Erfolgsrezept und benötigt mehr finanzielle Unterstützung vom Freistaat, waren sich Caritas Kreis-Geschäftsführerin Gabriele Kimmel (Mitte) und die Besucher der SPD einig. Von links: Pamela Nembach, Monika Poracky, Ruth Emrich, Sven Gottschalk und Florian Sauer. Foto: Hermann Aull

    "Jugendsozialarbeit an Schulen (JAS) ist ein Erfolgsrezept und ein wirksames Mittel, um soziale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten Jugendlicher frühzeitig zu erkennen und anzugehen", bekräftigte Caritas Kreis-Geschäftsführerin Gabriele Kimmel im Gespräch mit einer Delegation der SPD Main-Spessart. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Mobbing, Vandalismus, Verwahrlosung oder Schulverweigerung – hiermit hätten die Sozialpädagogen, die für die Caritas im Rahmen von JAS an fünf Schulen im Landkreis tätig sind, täglich zu tun, so Kimmel. Viele Probleme zeigten sich erst nach einiger Zeit, wenn das notwendige Vertrauen aufgebaut sei. Da helfe das niederschwellige Angebot, das JAS biete, optimal. Nicht Lehrer, sondern Sozialpädagogen, die nicht allein als Teil der Schule, sondern auch in Abgrenzung zu ihr arbeiten, seien echte Vertrauenspersonen, die auf die individuellen Sorgen und Nöte besonders gut eingehen können. Umso wichtiger sei es, JAS langfristig und damit nachhaltig an den Schulen zu garantieren, waren sich die Gesprächspartner einig.

    Den Austausch hatte der stellvertretende Kreisvorsitzende Florian Sauer angeregt: "Unsere Kreistagsfraktion hat das Thema schon sehr lange im Fokus. Ein Problem für den Landkreis und für die Kommunen ist die Finanzierung." Aktuell beträgt der jährliche Staatszuschuss für eine JAS-Vollzeitstelle pauschal 16 360 Euro, egal wie hoch die Personalkosten tatsächlich sind. Den gleichen Beitrag muss der Landkreis aufbringen. Die betreffende Kommune muss für den Rest aufkommen, woran sich die Träger, wie die Caritas, ebenfalls beteiligen. Weil das bisherige Finanzierungsmodell Städte und Gemeinden, aber auch Landkreise, in ganz Bayern vor finanzielle Herausforderungen stellt, hatte die Kreis-SPD zum letzten Landesparteitag der BayernSPD einen Antrag auf vollständige Kostenübernahme für die Jugendsozialarbeit an Schulen durch den Freistaat eingebracht. Dieser wurde mit breiter Mehrheit angenommen und an die Landtagsfraktion zur weiteren Bearbeitung eingereicht. Die Gespräche hierzu laufen, da sich aktuell eine neue Richtlinie zur JAS-Förderung in Arbeit befindet.

    Zuletzt hatte das Landratsamt in diesem Frühjahr auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion im Familienministerium die 50-Prozent-Förderung nachgefragt und vor kurzem eine Absage erhalten. "Ein Unding, dass Bayern nicht jetzt schon zu 50 Prozent fördert", wurde Kreisvorsitzender Sven Gottschalk deutlich: "Das Ausbauziel von 1000 JAS-Stellen sei nahezu erreicht, hat es schon in einem Rundschreiben des Familienministeriums im Herbst 2018 geheißen." Gerade Kommunen, die unverschuldet in finanzielle Nöte kämen, zum Beispiel durch kurzfristige notwendige Baumaßnahmen, müssten sich laut Mitteilung dann fragen, ob sie JAS weiter betreiben oder nicht. 

    Bearbeitet von Rebecca Wolfer

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