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    Karlstadt

    Wie das ehemalige Karlstadter Krankenhaus umgestaltet wird

    Auch zum künftigen Ärztehaus im ehemaligen Krankenhaus Karlstadt soll der Eingang vom Norden her erfolgen. Foto: Jürgen Kamm

    "Wir diskutieren mit 15 Facharztpraxen", sagte Alexander Weigand, Geschäftsführer der Gesundheitszentrum Karlstadt GmbH, die bekanntlich das frühere Karlstadter Krankenhaus gekauft hat. Am Freitag ging es imKreistag um den Planungsstand der Nachnutzung. Die vorgesehenen Umbauten erläuterte Architekt Thorsten Heßdörfer. Anders als im Kaufvertrag vereinbart, soll die von der Heroldstiftung genutzte frühere Krankenhausküche nicht ins Kellergeschoss verlagert werden.

    Neben der Findung geeigneter Arztpraxen, Dr. Alexander Weigand verriet nicht einmal die Fachrichtungen,um Rückschlüsse zu verhindern, basiert der Umbau zu einem Ärztehaus auf wenigen Säulen. Der Innenausbau des Gebäude sei auf die frühere Krankenhausnutzung zugeschnitten, erklärte Architekt Heßdörfer, die vielen Zimmer und der ringförmige Flur seien aber sehr unübersichtlich. Für die künftige Nutzung sollen die recht zentral gelegenen ehemaligen OP-Bereiche entkernt werden.

    Ein Atrium als Zugangs- und Wartebereich

    Zudem werden dort die Decken abgebrochen, so dass mit dem derzeitigen Innenhof ein Atrium entsteht, das mit Glaskuppeln abgedeckt wird. Es bildet den neuen Zugangs- und Wartebereich. Das zentrale Treppenhaus und die beiden Aufzüge sowie die verschiedenen Fluchttreppenhäuser bleiben. Die verschiedenen Praxisräume und auch Gewerbe, genannt wurden Bäcker und Apotheke, werden um den Zugangsbereich herum angeordnet. Außerdem soll es Treffpunkte als Sozialräume für Mitarbeiter geben, mit Dachterrasse und Balkon. Der Eingang vom Norden her bleibt.

    Für die künftigen Arztpraxen, die 150 bis 300 Quadratmeter groß sein können, ist eine grundsätzliche Gliederung vorgesehen: Im Erdgeschoss Praxen mit schweren Gerätschaften, im ersten Stock Humanmediziner und im zweiten Stock Kopf- und Zahnmedizin. Im alten Distriktkrankenhaus soll es künftig keine Ärzte mehr geben, sondern medizinnahe Leistungen wie Physiotherapie.

    Küche soll bleiben, wo sie ist

    Zum Kaufvertrag vom August 2018, die Übergabe des Gebäudes erfolgte zum Jahresbeginn 2019, gehört neben dem Bau einer Ersatzküche auch ein Mietvertrag für die Klinikverwaltung Main-Spessart bis längstens 31. Mai 2024. Zur Küche und zur vereinbarten sozialen Nachnutzungsquote von 25 Prozent fragte Kreisrätin Heidi Wright mehrfach nach. Die Küche soll an der jetzigen Stelle im Erdgeschoss bleiben, weil der Bau einer Ersatzküche samt der Leitungen im Keller aufgrund der vorhandenen "weißen Wanne" (wasserdichter Beton wegen Hochwasser) sehr aufwändig wäre. Geschäftsführer Alexander Weigand sah darin kein Problem.

    Zur Nachnutzungsquote erklärte er, weil darunter auch die Klinikverwaltung falle, würden die 25 Prozent (von 5500 Quadratmetern Gebäudefläche, also 1375 Quadratmeter) durch Klinikverwaltung und Küche deutlich überschritten.

    Im alten Distriktkrankenhaus Karlstadt soll es künftig keine Arztpraxen mehr geben sondern medizinnahe Berufe wie Physiotherapeuten. Foto: Jürgen Kamm

    Thumes fragt sich, wo die Patienten herkommen sollen

    Kreisrat Gerhard Thumes kritisierte, dass es keinerlei Informationen zu den geplanten Ärzten gebe, auch die Möglichkeit dazu nichtöffentlich in einer Sitzung des Werkausschusses etwas zu sagen, habe die  Gesundheitszentrum Karlstadt GmbH nicht genutzt. Er argumentierte, neue Kassenärzte dürften sich in Karlstadt gar nicht niederlassen, es gehe also um Privatpatienten (auch seien die Budgets der Praxen für Kassenpatienten schon zur Quartalsmitte ausgeschöpft) und das werde zu Lasten des Krankenhauses Lohr gehen, weiter fragte er "wo wollen Sie das Patientenmaterial herbekommen".

    Dem hielt Landrat Thomas Schiebel entgegen: "Der Bedarf ist auf jeden Fall da, gehen sie mal in die Praxen". Der Kreistag habe das Gebäude auch verkauft, weil die Privatwirtschaft die Nachnutzung schneller und besser umsetzen könne als die Verwaltung.

    Nach den künftigen Bauabschnitten und dem Zeitplan fragte Kreisrat Gerhard Kraft. Über die Aussagen hinaus, dass auf jeden Fall die Aufzüge (an gleicher Stelle) erneuert werden, das Bauen mit der Verwaltung im Gebäude nicht einfach werde und demnächst abgeschaltete Technik aus dem Technikraum ausgebaut werden soll, gab es keine Aussage zur Baustellenplanung.

    Kreisrätin Brigitte Riedmann relativierte die Diskussion etwas: "Uns ist die medizinische Nachnutzung wichtig. Der Architekt hat das gut dargestellt. Alles andere geht uns nichts an."

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