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    Main-Spessart

    Wie sich Thorsten Schwab seine Gegenstimmen erklärt

    Thorsten Schwab bei der CSU-Kreisdelegiertenversammlung in der Festhalle Urspringen. Foto: Markus Rill

    Bei der CSU-Kreisdelegiertenversammlung in Urspringen gab es zwei Überraschungen: 32 Stimmen gegen den Kreisvorsitzenden Thorsten Schwab und die Präsentation von Sabine Sitter als Landratskandidatin. Zu beiden Themen äußerte sich der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister von Hafenlohr auf Anfrage der Redaktion.

    Frage: Wie erklären Sie sich die Gegenstimmen, warum haben Sie diesmal nur 78 Prozent der Stimmen erhalten, vor zwei Jahren aber noch 94 Prozent?

    Thorsten Schwab: Wenn der Kreisvorstand der CSU den Bau der B26n mehrheitlich befürwortet, dann muss ich das als Kreisvorsitzender nach außen vertreten. Dazu hat natürlich der ein oder andere im Landkreis eine andere Meinung. Das Gleiche gilt für das Thema Krankenhaus. Der Kreisvorstand war der Meinung, dass sich wegen der rechtlichen Vorgaben auf Dauer nur ein Krankenhaus in Main-Spessart halten lässt. Dafür gab's Gegenstimmen aus dem Marktheidenfelder Raum. 

    Haben Sie also ein gewisses Verständnis für die Gegenstimmen?

    Schwab: Verständnis habe ich schon. Das gehört zum demokratischen Prozess und ist insofern völlig legitim. Andererseits habe ich ja auch innerparteilich demokratisch  gefasste Entscheidungen vertreten und werde dafür abgestraft. Man bemüht sich allen gerecht zu werden, aber das gelingt in einem so vielschichtigen Landkreis kaum zu 100 Prozent. 

    Sabine Sitter hat sich bei der Versammlung als Kandidatin für die Landratswahl präsentiert. Sie sagten, sie unterstützen ihre Kandidatur, betonten aber auch, dass sie noch den Weg durch parteiinterne Gremien gehen müsse. Wie genau sieht der Weg zur Nominierung aus?

    Schwab: Der gewählte Kreisvorstand geht Ende Juni in Klausur und überlegt sich, wen wir vorschlagen wollen. Sabine Sitter hat jetzt schon gesagt, sie wäre zur Kandidatur bereit. Den Beschluss zur Aufstellung muss eine weitere Kreisdelegiertenversammlung treffen. 

    Aber Sie sagten doch, Sie unterstützen die Kandidatur von Sabine Sitter ...

    Schwab: Das ist richtig. Ich will aber nicht den Eindruck erwecken, es sei alles schon entschieden. Auch Karlstadts Bürgermeister Paul Kruck hat vor einem Jahr seine grundsätzliche Bereitschaft zu einer weiteren Kandidatur erklärt und jetzt haben die Freien Wähler dort doch einen anderen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt.

    Das heißt, der Kreisvorstand könnte auch zwei mögliche Kandidaten zur Wahl stellen und die Kreisdelegiertenversammlung muss dann entscheiden?

    Schwab: Theoretisch wäre das möglich. Sabine Sitter hat die Katze jetzt schon etwas aus dem Sack gelassen.

    Wie glücklich sind Sie mit dem Abschneiden der CSU bei der Europawahl?

    Schwab: In Main-Spessart hat die CSU 44 Prozent erreicht, deutlich über dem Landesdurchschnitt und auch über dem Unterfranken-Schnitt von einundvierzigkommanochwas. Damit sind wir zufrieden. 

    ... aber insgesamt war's kein guter Abend für die CSU ...

    Schwab: Bei den jungen Wählern gibt's derzeit wenig Interesse an etablierten Parteien, grün ist trendy. Im Wahlverhalten gibt's Unterschiede zwischen Jung und Alt sowie Stadt und Land. Es wird eine Aufgabe der Zukunft sein, Politik besser zu erklären – auch in den neuen Medien auf zeitgemäße Art, nicht nur in Pressemitteilungen, die wir an Zeitungen verschicken.

    Vielen Dank für das Gespräch.

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