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    Lohr

    Wie weitermachen mit dem Klinikareal?

    Die CSU-Fraktion im Lohrer Stadtrat will möglichst schnell in die Planung der Nachnutzung des Kreiskrankenhaus-Geländes einsteigen. Die Verwaltung hält einen Zeitplan über mehrere Jahre entgegen. Am Mittwoch berät der Stadtrat darüber, wie es weitergehen soll. Foto: Petra Reith

    Wie kann das Areal des heutigen Lohrer Kreiskrankenhauses städtebaulich entwickelt werden, sobald der Klinikbetrieb voraussichtlich 2024 oder 2025 in die neue Zentralklinik auf dem Gelände des Lohrer Bezirkskrankenhauses umzieht? Und vor allem: Wann sollte man mit der Planung für die Nachnutzung beginnen? Zu diesen Fragen zeichnet sich für die Stadtratssitzung an diesem Mittwoch eine kontroverse Diskussion ab.

    Die Fraktion der CSU fordert per an Bürgermeister Mario Paul adressiertem Antrag, dass die Stadt schnellstmöglich einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für das Krankenhausgelände startet. Das Geld dafür, 50 000 Euro, solle bereits für den Haushalt 2020 eingeplant werden, so die CSU.

    Für das Jahr darauf seien weitere 50 000 Euro für die Erstellung eines Nachnutzungskonzeptes vorzusehen. Von der Verwaltung fordert die Fraktion bereits jetzt Infos darüber, was auf dem rund 16 500 Quadratmeter großen Gelände am Rande der Altstadt baurechtlich überhaupt möglich wäre.

    CSU: Zu schade für Stillstand

    Das heutige Klinikareal sei ein Filetstück der Kernstadt, begründet die CSU ihr Drängen. Die Fläche sei für einen "jahrelangen Stillstand einfach viel zu wertvoll". Nur mit einem zeitgemäßen Nachnutzungskonzept könne man rechtzeitig Investoren anziehen. Auf dem Gelände, so der Vorschlag der CSU, seien beispielsweise sozialer Wohnungsbau denkbar oder auch seniorengerechte Wohnungen.

    Die Verwaltung indes hält das von der CSU beantragte Vorgehen für übereilt. Statt das Klinikgelände als Einzelprojekt zu beleuchten, müsse man die gesamte westliche Altstadt im Paket betrachten, heißt es in der Sitzungsvorlage.

    Verwaltung: Erst Konzepte

    Als Grundlage solle daher eine "detailliertere und konkretere städtebauliche Rahmenplanung mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung angestoßen werden". Parallel dazu sei das Einzelhandelsentwicklungskonzept zu aktualisieren. Erst im Anschluss stehe der Blick auf einzelne Potenzialflächen an, beispielsweise in Form von Investorenwettbewerben.

    Als Zeitplan schlägt die Verwaltung vor, die Jahre 2020 bis 2022 für das Erstellen der verschiedenen Konzepte zu nutzen. Für 2023 und 2024 sieht sie den Investorenwettbewerb vor, ab 2024 auch dessen Umsetzung.

    Was den Kauf des Klinikareals angehe, gebe es vom Eigentümer, dem Landkreis, die Aussage, dass die Stadt der erste Ansprechpartner sei, so die Verwaltung. Der Stadtrat habe den Bürgermeister bereits 2017 damit beauftragt, Kaufverhandlungen zu führen.

    Drehscheibe statt Parkplatz: Die Grünen im Stadtrat wollen untersuchen lassen, ob auf dem Parkplatz zwischen Westtangente und Stadtbahnhof eine Mobilitätsdrehscheibe unter anderem für den Busverkehr entstehen könnte. Foto: Johannes Ungemach

    Wertgutachten nötig

    Für konkrete Kaufverhandlungen sei jedoch zumindest ein Wertgutachten erforderlich, eventuell auch eine Untersuchung von Baugrund, Bauwerk und Abrisskosten. Auch müssten Finanzierungsmöglichkeiten ausgelotet werden, so die Verwaltung.

    All dies ist im Zeitplan der Verwaltung für die Jahre 2021 bis 2023 vorgesehen. Kaufverhandlungen und letztendlich der Erwerb stehen für 2024 im Plan.

    Die Verwaltung empfiehlt den Stadträten, sich dem Zeitplan der Verwaltung per Beschluss anzuschließen.

    Grüne: Neue Drehscheibe nötig

    Mit Blick auf die Entwicklung der westlichen Kernstadt haben unterdessen auch die Grünen einen Diskussionsantrag eingereicht. Sie wollen prüfen lassen, ob auf den Parkplätzen zwischen dem ehemaligen Stadtbahnhof und der Westtangente eine "Mobilitätsdrehscheibe" geschaffen werden könnte.

    Darunter, so die Erklärung, sei die bestmögliche Verknüpfung aller Verkehrsarten auf kürzestem Wege zu verstehen. Der Antrag ist nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Bemühen der Stadt zu sehen, den Stadtbahnhof wieder für Personenzüge zu reaktivieren.

    Die Mobilitätsdrehscheibe könne Bindeglied für Bus- und Zugverkehr, Carsharing- und E-Bike-Angebote sein, so die Grünen. Im geplanten Neubau des Parkdecks könnten Ladesäulen sowie abschließbare Fahrradstellplätze sowie Toiletten bei kurzen Wegen die Mobilitätsdrehscheibe komplettieren.

    Tagesordnung
    Der Stadtrat befasst sich in seiner Sitzung an diesem Mittwoch, 11. Dezember, nicht nur mir dem Klinikareal und der Weiterentwicklung der westlichen Altstadt. Weitere Themen sind die mögliche Einrichtung einer Stütz- und Förderklasse an der Lohrer Grundschule und eine neue Satzung für den Kostenersatz bei Feuerwehreinsätzen. Daneben wird über einen Standort für Roland Schallers Mopper-Schnüdel-Plastik beraten. Schließlich steht auch ein größeres Bauvorhaben auf dem Firmengelände von Gerresheimer Lohr auf der Tagesordnung. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses.

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