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    Wiesthal

    Wiesthal ohne Bürgermeisterkandidat

    Eine Frau und 16 Männer hat die "Gemeinsame Liste für Wiesthal/Krommenthal" für die Gemeinderatswahl aufgestellt. Foto: Monika Büdel

    Niemand will in Wiesthal für das Bürgermeisteramt kandidieren. So jedenfalls der Stand am Mittwochabend bei der Aufstellungsversammlung der "Gemeinsamen Liste für Wiesthal/Krommenthal". Amtsinhaber Andreas Zuschlag (Freie Wähler) hatte schon vor Langem angekündigt, nicht mehr anzutreten.

    34 Stimmberechtigte, darunter sieben Frauen (knapp über 20 Prozent), brachten in der Kulturhalle eine Liste mit einer Kandidatin und 16 Kandidaten auf den Weg.

    50 Unterschriften nötig

    Damit der Wahlvorschlag für die Kommunalwahl am 15. März zugelassen wird, muss er bei der Verwaltungsgemeinschaft eingegangen sein und es müssen noch bis 3. Februar 50 Unterschriften von wahlberechtigten Wiesthalern im Rathaus geleistet werden. Diese Hürde gilt für Parteien oder Gruppierungen, die neu sind oder bei Wahlen auf höherer Ebene unter fünf Prozent abschnitten.

    Gerd Bachmann, 1. Vorsitzender der Gruppierung "Gemeinsame Liste für Wiesthal/Krommenthal" und 2. Bürgermeister, berichtete von der konstituierenden Versammlung, dass die Einheitsliste allgemeiner Wunsch gewesen sei. Im Gemeinderat habe schon bisher Parteipolitik keine Rolle gespielt. Der Gestaltungsspielraum sei aufgrund der Vorschriften und fehlender Finanzen gering.

    Zeit bis 23. Januar

    Aufgrund dieser Tatsachen waren die im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen CSU, SPD und Freie Wähler in der Versammlung der Einheitsliste reichlich vertreten. Auf die Frage des Versammlungsleiters Gerd Bachmann, ob aus ihren Reihen jemand für das Bürgermeisteramt kandidieren wolle: Kopfschütteln.

    Dass noch Grüne oder die AfD auf der Kommunalwahlbühne in Wiesthal erscheinen könnten: Kopfschütteln im Saal der Kulturhalle. Erste Reaktion von Gerd Bachmann zur Lage: "Bedröppeltes Vor-sich-hin-Gucken". Nach einiger Bedenkzeit, Schweigen, Tuscheln und Kichern sagte Bachmann: "Wir stehen ratlos vor dem Nichts."

    Auch ein Zuzug könne daran nichts mehr ändern, erläuterte Bachmann. Nebenamtliche Bürgermeister, wie in Wiesthal, müssen einen Wohnsitz am Amtssitz haben. Letztmöglicher Zuzugstermin wäre der 15. Dezember gewesen, so der Versammlungsleiter. Wie Daniel Werthmann von der Verwaltungsgemeinschaft Partenstein erläutert, bleibt noch die rückwirkende Meldefrist, die am 29. Dezember abläuft.

    Damit erübrigt sich, noch eine Anzeige zu schalten, wie es scherzhaft aus dem Plenum kam. Damit hatte ein Teilnehmer auf den Bürgerverein Lohr und Umgebung angespielt, der per Annonce einen Kandidaten gesucht und gefunden hat. Theoretisch wäre – eine Partei oder Gruppierung vorausgesetzt – noch Zeit bis 23. Januar. Auch für die jetzt aufgestellte Einheitsliste kann diese Frist noch genutzt werden, erläutert Werthmann.

    Damit sieht es für das mit seinem Ortsteil Krommenthal 1350 Einwohner zählende Wiesthal nach einer Wahl ohne Kandidatin oder Kandidat aus. Das heißt, die Wählerinnen und Wähler schreiben den Namen desjenigen oder derjenigen auf den Wahlzettel, den sie gerne als Bürgermeister hätten. Bekannt ist das Verfahren auch unter dem Namen Wilde Wahl. Wer mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhält, ist gewählt.

    Keine Doppelnennung

    Jeweils in geheimer Abstimmung hatten die Wahlberechtigten entschieden, über die Liste im Ganzen zu befinden und die Kandidaten alphabetisch aufzuführen. Die Gruppierung verzichtete auf das doppelte Nennen von Kandidaten, weil es laut Bachmann bei nur einer Liste, die zur Wahl steht, keinen Sinn macht.

    Bachmann hatte eine Liste mit zehn Kandidaten vorbereitet und forderte die Versammelten auf, sich ebenfalls aufstellen zu lassen. Mit Erfolg: Jennifer Eich, Dennis Klebing, Stefan Kunkel (Wiesthal), Julian Merz, Thomas Reingruber, Alfred Reitz und Markus Rill ließen sich noch auf der Liste eintragen. Die ergänzte Liste wurde in alphabetische Reihenfolge gebracht, kopiert und von der Versammlung in geheimer Abstimmung abgesegnet. Als Beauftragte für den Wahlvorschlag haben die Stimmberechtigten Gerd Bachmann und Bürgermeister Andreas Zuschlag (Stellvertreter) gewählt.

    Aufgrund seiner Größe hat Wiesthal zwölf Gemeinderatssitze plus Bürgermeister zu besetzen. Bachmann nannte als Anforderungsprofil und gleichsam Wahlprogramm der "Gemeinsamen Liste für Wiesthal/Krommenthal": "Äußerste Sparsamkeit, die finanzielle Lage nicht verschlechtern, sondern möglichst verbessern." Nach dem Wegfall der Straßenausbaubeiträge werde in den nächsten Jahren in Wiesthal keine Straße gebaut oder saniert. In Sachen Bauhof seien alle Vorschläge abgewürgt worden. Aufgabe sei zunächst, die Wasserversorgung zwischen Wiesthal und Krommenthal zu verbinden.

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