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    Frammersbach

    Wo sich Kultur und Sport, Gemeinde und Verein treffen

    Große Anteilnahme der Bevölkerung bei der Grundsteinlegung 1929 für die TuS-Turnhalle. Foto: TuS/Repro Karl-Heinz Liebler

    Die Frammersbacher Turnhalle am Marktplatz ist vor 90 Jahren vom Turnverein gebaut worden. Sie war von Anfang an nicht nur Sportstätte, sondern Zentrum des kulturellen Lebens, Treffpunkt für Feiern und Ort größerer Zusammenkünfte.

    Und das ist sie geblieben und wird es in Zukunft womöglich noch stärker sein. Es gibt Überlegungen, sie zu einem Bürgerzentrum zu gestalten, wenn es dafür eine hohe Förderung gibt. Hintergrund ist, dass die Marktgemeinde den Bau einer Mehrzweckhalle aus finanziellen Gründen zurzeit nicht mehr verfolgt.

    TuS und Gemeinde sind nicht nur durch die Marktplatzturnhalle, wie sie seit dem Bau der Dreifachturnhalle an der Heubergschule meist genannt wird, verbunden. Der Sportverein nutzt auch die Schulturnhalle für Training und Wettkämpfe. Nur über den Bedarf des Breitensports erreichte die Gemeinde Frammersbach Anfang der 1990er Jahre, dass die Sporthalle an der Volksschule als Dreifachhalle genehmigt wurde.

    Lange Kämpfe

    Die Entstehung beider Hallen ist gekennzeichnet durch lange Kämpfe. Beim Turnverein hatten der Erste Weltkrieg und die Inflation das Projekt erschwert. Bei der Dreifachturnhalle waren es das behördliche Prozedere und ein langes politisches Ringen um die beste Lösung. Ziel war, Schule und Sportstätte an einem Ort zu haben. Bis zur Eröffnung der Dreifachhalle am Heuberg mussten die Schüler zum Sportunterricht zum Marktplatz laufen und danach zurück.

    Wegen der starken Hanglage und der Buntsandsteinfelsen waren viele der Meinung, dass es unsinnig sei, dort oben eine Sporthalle mit Freisportanlage zu bauen. Die Überlegungen gingen so weit, die Schule im Zentrum samt Sportanlagen auf dem Wiedekindareal (früher Müller-Wipperfürth) neu zu bauen.

    Diese Pläne stoppte die Regierung von Unterfranken mit dem Hinweis, dass keine Notwendigkeit für einen Schulneubau bestehe.

    Vor 25 Jahren wurde die Heuberghalle eröffnet. Sie hat sich zum Zentrum des Schul- und Vereinssports entwickelt und das Vierteljahrhundert unbeschadet überstanden. Das bestätigen Armin Rüppel, geschäftsleitender Beamter der Marktgemeinde, und Theo Anderlohr, 3. Bürgermeister und Vorsitzender des TuS. "Es hat schon mal reingetropft", sagt Anderlohr, aber größere Instandhaltungen seien bislang nicht nötig gewesen.

    Dass die Halle so gut in Schuss ist, schreiben die beiden und Architekt Armin Bauer dem Hausmeister zu. Er sorge dafür, dass pfleglich mit dem Gebäude umgegangen wird. Armin Bauer hat die Halle damals noch als Angestellter des Architekturbüros Amann und Gress (Würzburg) geplant. Den guten Zustand führt er auch auf die Verwendung langlebigen Materials zurück, auf die er und der Gemeinderat Wert gelegt hätten.

    Beratungen im Herbst

    Die Dreifachsporthalle an der Frammersbacher Heubergschule. Foto: Karl-Heinz Liebler

    Die 90-jährige Geschichte der Vereinshalle ist – aufgrund ihres Alters und veränderter Erfordernissen und Ansprüchen – gekennzeichnet von Renovierungen, Erweiterungen und Umbauten. Für den Verein eine enorme finanzielle Belastung. Ungezählte Stunden haben Freiwillige aufgebracht, um das Gebäude immer wieder herzurichten. Wie Theo Anderlohr auf Anfrage der Redaktion mitteilt, läuft der Sportbetrieb des Vereins hauptsächlich am Heuberg. Tischtennis und Kurse sind weiterhin am Marktplatz. Außerdem nutzt der TSV Partenstein die Dreifachhalle.

    Die TuS-Turnhalle in Frammersbach.  Foto: TuS/Repro Karl-Heinz Liebler

    Auch wenn viele Vereine inzwischen ihre eigenen Vereinsheime haben: Die Turnhalle am Marktplatz ist der zentrale Ort für größere Veranstaltungen und Feiern. Dabei spielt eine große Rolle, dass zur Turnhalle eine Gaststätte gehört, die der TuS verpachtet hat. Von der Gaststätte aus werden die Veranstaltungen in der Turnhalle bedient.

    Treffpunkt im Herzen Frammersbachs: Die Marktplatzturnhalle mit Gaststätte. Foto: Karl-Heinz liebeler

    Wie Armin Rüppel und Theo Anderlohr mitteilen, soll im Herbst über die Chancen zur Umwandlungen in ein Bürgerzentrum und die Zuschussaussichten beraten werden. Dazu erforderliche Gutachten seien erstellt worden.

    Die Marktplatzturnhalle im Festtagskleid.  Foto: Karl-Heinz Liebler
    Kultur in der Marktplatzturnhalle, hier ein Konzert des Arbeitergesangvereins 2018.  Foto: Doris Pfaff
    Ort des Sport: die Heuberghalle. Das Foto wurde bei einer Aktion der christlichen Zirkusschule 2016 aufgenommen.  Foto: ArchivAnnette Helfmann

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