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    Lohr

    Zahl der Unfälle ist um zehn Prozent gesunken

    Die Zahl der Unfälle um zehn Prozent gesunken, die Summe des Schadens fast halbiert, erneut kein Schulwegunfall - die Unfallstatistik der Lohrer Polizei für das Jahr 2018 ist erfreulich. Sie bietet jedoch auch Unerfreuliches. So hat die Zahl der Unfälle mit Zweiradfahrern zugenommen. Und wie schon im Jahr zuvor starben im Raum Lohr auch 2018 zwei Menschen bei Verkehrsunfällen.

    Beide tödliche Unfälle geschahen in Frammersbach. In beiden Fällen waren Zweiradfahrer die Opfer. Im Mai übersah der Fahrer eines Kleinkraftrades ein geparktes Auto. Einige Tage nach dem Unfall erlag er den schweren Verletzungen, die er beim Aufprall erlitten hatte. Im August wurde ein Radfahrer von einem überholenden Auto erfasst, wobei er tödliche Verletzungen erlitt.

    Die Zahl der Unfälle mit motorisierten Zweirädern ist 2018 gegenüber dem Vorjahr um 13 auf 29 gestiegen. Auch die Zahl der Unfälle mit Fahrradfahrern stieg um zwei auf 20, wobei es neben einem Toten 19 Verletzte gab. Die Polizei nimmt das zum Anlass, um dringend zum Tragen eines Fahrradhelmes zu raten.

    Insgesamt kam es laut Polizeistatistik in 2018 auf den Straßen im Raum Lohr zu 715 Unfällen, rein rechnerisch also beinahe zwei pro Tag. Allerdings sank die Zahl gegenüber 2017 um gut zehn Prozent. Somit setzte sich der 2015 begonnene Trend fort, was Remelka als »sehr erfreulich« bezeichnet. Der von der Polizei geschätzte Sachschaden habe 2017 bei rund 740000 Euro gelegen, also bei gut 1000 Euro je Unfall. Im Jahr zuvor waren es noch knapp 1,4 Millionen Euro oder rund 1750 Euro pro Unfall.

    407 Unfälle ereigneten sich in geschlossenen Ortschaften, 308 außerhalb. Bei 73 Unfällen kamen insgesamt 86 Menschen zu Schaden. Somit nahm auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um knapp ein Fünftel ab, die Anzahl der dabei Verletzten gar um knapp ein Drittel.

    Kein Schulwegunfall

    Besonders erfreulich: Seit mittlerweile drei Jahren verzeichnet die Lohrer Polizei keinen Schulwegunfall mehr. Dies, so Remelka, sei einerseits ein Verdienst der Gebietsverkehrswacht, nicht zuletzt aber auch der rund 280 Schulweghelfer, die in 17 Orten im Einsatz sind.

    Einen recht hohen Anteil in der Statistik haben die Unfallfluchten. 163 verzeichnete die Polizei 2018, wobei gut jede dritte geklärt werden konnte. Remelka betont, dass eine Unfallflucht »kein Kavaliersdelikt« sei, sondern eine Straftat, die entsprechend geahndet werde.

    Deutlich gesunken ist 2018 die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war. Vier davon registrierte die Polizei, im Jahr zuvor waren es noch zwölf. Dieser Rückgang dürfe »gerne so anhalten«, so Remelka. Seinen Worten zufolge konnte die Polizei im vergangenen Jahr zwölf Kraftfahrer davon abhalten, sich alkoholisiert ans Steuer zu setzen. Allerdings ertappte sie auch 23 Verkehrsteilnehmer, die mit über 0,5 Promille im Blut unterwegs waren, einer brachte es auf 2,61 Promille.

    Vermehrt Drogeneinfluss

    Nicht minder gefährlich sind laut Remelka illegale Drogen. Während Alkohol bei Kontrollen gerochen werden könne, sei es bei Drogen schwieriger. Dennoch würden seit einigen Jahren Drogenfahrten vermehrt entdeckt. Das liege vor allem daran, dass die Polizisten intensiv auf das Erkennen drogentypischer Ausfallerscheinungen geschult worden seien. Im vergangenen Jahr habe man im Raum Lohr so 15 Drogenfahrten stoppen können, so Remelka. Die Dunkelziffer der unentdeckten Drogenfahrten sei jedoch »vermutlich sehr hoch«.

    Hauptursache für Unfälle sind laut Statistik jedoch weder Alkohol noch Drogen, stattdessen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren sowie Vorfahrtsverletzungen oder überhöhte Geschwindigkeit.

    Kontrollen: Tempo und Handy

    Die Polizei werde auch im laufenden Jahr intensiv Geschwindigkeitskontrollen im Raum Lohr vornehmen, kündigt Remelka an. Besonderes Augenmerk werde man auch auf Anschnallpflicht und Handyverbot legen. Mit diesen erzieherischen Maßnahmen will die Polizei nicht zuletzt einen Grundsatz in den Köpfen der Verkehrsteilnehmer verankern, mit dem Remelka die Unfallstatistik abschließend kommentiert: »Verkehrssicherheit geht alle an. Jeder kann etwas dafür tun.«

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