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    MAIN-SPESSART

    Zecken: Trotz wenigen FSME-Fällen Impfung empfohlen

    Zecke
    Auch wenn im Landkreis Main-Spessart weniger FSME-Erkrankungen durch Zeckenbisse gemeldet wurden als in weiten Teilen Bayerns, ist keine Entwarnung angesagt. Foto: dpa/Patrick Pleul

    Noch nie seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 wurden in Bayern so viele Fälle von durch Zecken übertragener Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert, wie im vergangenen Jahr. Das meldete kürzlich das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. 229 FSME-Fälle wurden 2017 im Freistaat gemeldet, 70 mehr als im Jahr zuvor.

    Einstellige Zahlen gemeldet

    Wie ist die Lage in Main-Spessart? Den Zahlen des Landratsamts nach könnte man meinen: entspannt. Im vergangenen Jahr wurde ein Fall von Hirnhautentzündung im Landkreis Main-Spessart gemeldet, der nicht im Krankenhaus behandelt wurde. Auch der Blick fünf Jahre zurück ergibt vorwiegend geringe FSME-Zahlen. Von 2014 bis 2016 schwankte die Zahl zwischen zwei und vier Fällen pro Jahr, 2013 gab es noch zehn registrierte FSME-Fälle, von denen sechs im Krankenhaus behandelt wurden.

    Main-Spessart ist weiterhin FSME-Risikogebiet

    Recht geringe Zahlen also für den Raum Main-Spessart. Trotzdem ist der Landkreis wie ganz Nordbayern als FSME-Risikogebiet eingestuft. Warum eigentlich? Bei der Risikoberechnung und damit der Einstufung einer Region werde nicht nur auf den einzelnen Landkreis geschaut, erklärt das Landratsamt auf Nachfrage. „Es hängt davon ab, wie sich die FSME-Meldezahlen sowohl im Landkreis als auch in den angrenzenden Landkreisen über einen Zeitraum von fünf Jahren entwickeln“, so die Pressestelle. Es sei darum auch nicht damit zu rechnen, dass es bei der Risikoeinstufung in den kommenden Jahren zu Änderungen komme. Aus der Sicht des Gesundheitsamts soll „jede Verunsicherung vermieden werden“, um die bisherige gute Impfbereitschaft zu gefährden.

    Erfreuliche Anzahl von Impfungen gegen FSME

    Denn das Gesundheitsamt erklärt die niedrige Zahl an gemeldeten FSME-Erkrankungen im Vergleich zu anderen Landkreisen damit, dass es zum einen davon abhängig sei, „wie oft durch behandelnde Ärzte eine entsprechende Diagnostik veranlasst wird“. Zum anderen aber auch durch die Zahl der FSME-Impfungen. „Sehr erfreulich haben sich im Landkreis die Durchimpfungsraten entwickelt, sodass ein immer größerer Teil der Bürger geschützt ist“, teilt das Landratsamt mit.

    Zur Beurteilung der Impfquote zieht das Gesundheitsamt zum einen die Schuleingangsuntersuchung und zum anderen die Impfbuchkontrollen der 6. Klassen im Landkreis heran. Im Jahr vor der Einschulung gibt es bei den Kindern in Main-Spessart noch einen geringen Anteil von gegen FSME geimpften Vorschülern. In den Jahren 2014 und 2015 lag die Quote bei den Vorschülern bei 34 beziehungsweise 30 Prozent. In der sechsten Klasse lagen die Zahlen schon bei 72 Prozent beziehungsweise 65 Prozent – in etwa eine Verdoppelung. „Von Seiten der Haus- und Kinderärzte wird gerade zum Zeitpunkt der Einschulung großen Wert auf die FSME-Impfung gelegt“, schreibt die Pressestelle des Landratsamts.

    Ob die im Verhältnis niedrigen FSME-Zahlen daran liegen, dass es vielleicht im Landkreis Main-Spessart weniger Zecken gibt? Dazu ist dem Landratsamt keine Untersuchung bekannt.

    Tipps zum Schutz vor Zecken

    Ab Temperaturen von sieben Grad sind Zecken aktiv, egal welche Jahreszeit gerade ist. Die Ruhezeit im Winter kann in warmen Jahren auch mal ganz entfallen. Die Spinnentiere können Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

    Wie kann man die Gefahr verringern, von Zecken gebissen zu werden und an den Folgen eines Bisses zu erkranken?

    • Wer in der Natur unterwegs war, sollte sich danach nach Zecken absuchen. Auf hellen Kleidungsstücken sind sie leichter zu erkennen. Gründlich kontrolliert werden am besten die Körperpartien, an denen sich Zecken gern festsaugen: Achselhöhlen, Kopf, Kniekehlen, Leistengegend sowie Arme und Beine.

    • Hilfreich ist es, den Zecken möglichst wenig „Schlupflöcher“ zum Körper zu geben. Feste Schuhe, lange Ärmel und die langen Hosenbeine in die Socken stecken – das alles macht den Zecken das Leben schwer.

    • Gegen den FSME-Erreger kann man sich impfen lassen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind in der Regel drei Impfungen über einen Zeitraum von rund einem Jahr nötig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht.

    • Sprays und andere Anti-Zecken-Mittel können ein Schutz vor dem „Holzbock“ sein. Manche Mediziner sind allerdings skeptisch ob der dauerhaften Wirksamkeit der Mittel und warnen, sich nicht zu sehr darauf zu verlassen. Auch wurden Nebenwirkungen beobachtet.

    • Hat die Zecke zugebissen, kann man sie mit einer Pinzette entfernen. Das sollte man nicht ruckartig machen, sonst könnte der Saugrüssel oder der ganze Kopf des Tiers in der Haut stecken bleiben. Man sollte die Zecke nahe der Hautoberfläche packen, langsam lockern und vorsichtig herausziehen.

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