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    Main-Spessart

    Zeckenjahr: Borreliose Durchschnitt, FSME gar nicht in MSP

    Eine Zecke krabbelt am  über den Arm eines Mannes. Foto: dpa/Patrick Pleul
    Borreliose und FSME-Fälle 2018 in Main-Spessart Foto: Jutta Glöckner

    "Zecken in Unterfranken auf dem Vormarsch" war schon im Mai vergangenen Jahres absehbar und auch Inhalt eines Main-Post-Berichts. Diesen generellen Trend bestätigt jetzt auch eine Agenturmeldung. 2018 war ein Rekordzeckenjahr, meldet die Deutsche Presseagentur dieser Tage.

    Sie beruft sich dabei auf 23 Wissenschaftler, die sich jüngst bei einem Parasitologenkongress in Wien austauschten. Demnach hat es in den vergangenen neun Jahren durchschnittlich 260 Zecken auf einem Kontroll-Areal von 100 Quadratmetern gegeben, im vergangenen Jahr jedoch "deutlich mehr als 400".

    2018 wurde kein einziger FSME-Fall im Landkreis gemeldet

    Nun weiß jeder, der hier lebt, dass der Landkreis Main-Spessart wie fast ganz Bayern als Risikogebiet eingestuft wird in Sachen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer durch Zecken übertragenen Erkrankung. Laut dpa-Bericht hat die Zahl der FSME-Fälle im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht. Was auf den Landkreis Main-Spessart allerdings nicht zutrifft: Wie das Landratsamt auf Anfrage der Redaktion mitteilte, war im vergangenen Jahr kein einziger Fall von FSME gemeldet worden. 2013, als die Meldepflicht eingeführt wurde, waren es noch zehn gewesen. 

    Eine Ursache dieser rückläufigen Entwicklung ist nicht auszumachen. Nur bis etwa 2009/2010 sei die Impfquote angestiegen, so die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in ihrem Bericht aus dem April 2018. Seitdem aber stagniere sie oder habe sogar abgenommen. Eine FSME-Impfung empfiehlt die Kommission insbesondere für Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Von den 2017 gemeldeten FSME-Erkrankten seien 97 Prozent "gar nicht oder unzureichend geimpft" gewesen.

    Erschreckend hoher Anstieg bei Borreliose relativiert sich

    Die FSME ist nicht das einzige Übel, das ein Zeckenstich mit sich bringen kann. Deutlich häufiger ist die Borreliose. Schon im November signalisierte ein Bericht in der Augsburger Allgemeinen, dass die Zahl der Borreliose-Fälle in Bayern um 40 Prozent gestiegen sei. In dieser Hinsicht könnte die Vergleichszahl aus dem hiesigen Landkreis erschrecken: Hier wurden 2018 nämlich mit 88 sogar zweieinhalb mal mehr Erkrankungsfälle gemeldet als im Jahr zuvor.  

    Mit Blick auf die Zahlen der vergangenen sechs Jahre aber relativiert sich dies: Demnach markieren die 35 Fälle im Jahr 2017 das bisherige Minimum. Diesem wiederum ging das Maximum im Jahr 2016 voraus, wo die Fallzahl mit 128 gemeldeten Erkrankungen noch deutlich höher lag als im vergangenen. Der Durchschnittswert über die sechs Jahre hinweg liegt bei 72,5.

    Zeitlicher Schwerpunkt von Juli bis September

    Aussagen über den Grad der jeweiligen Infektionen, die in schweren Fällen sogar eine Erkrankung des Nervensystems auslösen können, kann das Landratsamt nicht machen. Gleiches gilt für das Impfverhalten der Main-Spessart-Bewohner. Auch sind keine regionalen Schwerpunkte auszumachen, weil bei der Meldung lediglich die Standorte der mitteilenden Ärzte erfasst werden. Die Borreliose-Infektionsfälle sind laut Landratsamt  das gesamte Jahr über gemeldet worden. Als zeitlicher Schwerpunkt seien im vergangenen Jahr die Monate Juli, September auszumachen gewesen.

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