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    Gemünden

    Zeugin erschien wieder nicht: dritter Gerichtstermin folgt

    Das Amtsgericht in Gemünden. Foto: Michael Mahr

    In die dritte Runde geht die Verhandlung gegen einen 49-jährigen Mann aus dem Landkreis Würzburg vor dem Amtsgericht Gemünden. Ihm wird Hausfriedensbruch oder Mithilfe zum Hausfriedensbruch in zwei Fällen vorgeworfen. Wie bei der ersten Verhandlung, erschien die Zeugin und Anzeigenerstatterin auch zum zweiten Termin nicht.

    Wegen Schimmelbefall in einigen Badezimmern eines Mietshauses mit 15 Wohneinheiten im Raum Marktheidenfeld sollten in die jeweiligen Türen Lüftungsgitter eingearbeitet werden. Beauftragt damit wurde ein Schreinerfachbetrieb. Über eine Woche vor dem geplanten Handwerkertermin informierte der jetzt angeklagte Mitarbeiter des Vermieters alle betroffenen Mieter zunächst per SMS und danach noch einmal telefonisch. Dies bestätigten in der ersten Verhandlung ein Büromitarbeiter und teilweise auch der Schreinermeister. Bei den Telefonaten holte sich der Mann auch die Zusage, dass der Schreiner bei Bedarf auch in die Wohnungen darf, um die Türen aus- oder einzubauen.

    So wurde am 21. November 2018 auch verfahren. Fast alle Mieter hatten selbst die Badezimmertüren ausgebaut, im Hausflur abgestellt und abends wieder selbst eingebaut. Nur die Anzeigenerstatterin nicht. Bei ihr hatte der Schreiner, wie vereinbart, die Tür aus der Wohnung geholt und am späten Nachmittag wieder eingebaut.

    Lag Zustimmung vor oder nicht?

    Bei der Polizei hatte die Mieterin allerdings ausgesagt, sie hätte dem Betreten der Wohnung telefonisch nicht zugestimmt und den Hausverwalter daraufhin angezeigt. Da die Zeugin wieder nicht im Gerichtssaal erschienen ist, verlas Richterin Laura Paczesny die polizeilichen Aufzeichnungen. "Wir wollen uns aber selbst ein Bild von der Zeugin und ihrer Aussage machen", erklärten die Richterin und Staatsanwältin übereinstimmend. Darum spielte die Aussage bei der Polizei nur eine untergeordnete Rolle.

    Zusammen mit seinem Verteidiger erklärte der Angeklagte, dass die Mieterin schon vor dem Vorfall sofort aus dem bis zum Jahr 2022 laufenden Mietvertrag raus wollte. Dies genehmigte der Vermieter, wenn sie im Gegenzug einen Nachmieter bringt. Das war aber bis zum November nicht der Fall. Den "Hausfriedensbruch" nahm dann die Mieterin zum Anlass, die Wohnung nun fristlos zu kündigen. Seither ist ihr Wohn- und Aufenthaltsort nicht sicher zu ermitteln gewesen. Da nicht auszuschließen ist, dass die Zeugin die gerichtlichen Schreiben nicht erhalten hat, hob die Strafrichterin ihren Beschluss, 200 Euro Ordnungsgeld, ersatzweise zwei Tage Ordnungshaft, gegen die Frau wieder auf.

    Freispruch oder Verfahrenseinstellung abgelehnt

    Einem von der Verteidigung ins Gespräch gebrachten Freispruch stimmte die Staatsanwältin nicht zu. Für den Verteidiger kam dagegen eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage nicht infrage, da dann sein Mandant seine eigenen Auslagen zahlen muss.

    So blieb ein dritter Termin unausweichlich. Wenn der Aufenthaltsort der ehemaligen Mieterin ermittelt ist, wird sie neu geladen. Dann wird auf jeden Fall ein Urteil ergehen, stellte Richterin Laura Paczesny in Aussicht.

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