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    Karlstadt

    Ziel für MSP: Straßenbauvorhaben sollen 2035 fertig sein

    Die Karolingerbrücke und der Kreisverkehr bei Karlburg werden nach dem Bau der B 26n erhebliche Verkehrsmengen aufnehmen müssen. Foto: Karlheinz Haase

    Bei der Verkehrsprognose, die im Zusammenhang mit der Planung für die B 26n für 2035 erstellt wurde, ist das staatliche Bauamt davon ausgegangen, dass die Umgehung von Wiesenfeld ebenso fertiggestellt ist wie der weitere Zubringer nach Lohr, die dritte Mainbrücke in Lohr oder die linksmainische Umgehung Gemündens. Bei der Nachfrage der Main-Post, ob all diese Vorhaben bis dahin realisiert sein werden, wird Stefan Lehner vorsichtig.

    Als Bereichsleiter Straßenbau am staatliche Bauamt weist er darauf hin, dass das Verkehrsgutachten eine juristische Voraussetzung für das Planfeststellungsverfahren (sozusagen die Baugenehmigung) ist: "Es ist dafür erforderlich, die Betroffenheiten zu erfassen. Dafür müssen wir gewisse Annnahmen treffen." Er könne nicht zusichern, dass all diese Bauwerke bis 2035 fertig sind, aber er gehe davon aus. Sie seien allesamt in der ersten Dringlichkeit.

    Zubringer Lohr in Planung

    Mehr noch: Lehner betont, dass der erste Teil des Zubringers Lohr mit der dritten Mainbrücke sowie die Verbindungsspange nach Wiesenfeld in Planung sind. Für den Abschnitt von der A 7 bei Werneck bis Müdesheim solle im kommenden Jahr das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Lehner: "Bei einem optimalen Verlauf des Planfeststellungsverfahrens ist ein Baubeginn noch im Jahre 2021 möglich." Für den Abschnitt bis Karlstadt werden derzeit die naturschutzfachlichen Erhebungen durchgeführt und die Vorentwurfsunterlagen erstellt. Bei dem Zubringer Lohr und der Verbindung zur künftigen Wiesenfelder Umgehung werde nach einer verträglichen Linienführung gesucht.

    Im Nachgang zur Arnsteiner Stadtratssitzung vom Montag sagt Lehner, die Planungen für den Abschnitt zur A 3 bei Helmstadt würden dann begonnen, wenn alles andere planerisch weit genug gediehen ist. In der Arnsteiner Sitzung hatte er ausgeführt, dieser Abschnitt werde "auf absehbare Zeit" nicht geplant, weil erstens das Personal im Bauamt mit den anderen Planungen rund um die B 26n voll ausgelastet sei und zweitens der politische Widerstand im Raum Würzburg groß ist.    

    Umstufungen 

    Lehner hatte in der Stadtratssitzung erklärt, dass nach dem Bau der B 26n Straßen umgestuft werden. So werde es keine Bundesstraße mehr parallel zur B 26n geben, sondern die B 26 wird abgestuft. Die Verbindung Karlstadt-Lohr werde aber nicht aufgestuft, sondern Staatsstraße bleiben, obgleich dort eine höhere Verkehrsbelastung erwartet wird als etwa auf der B 26 Karlstadt-Gemünden. Lediglich das kleine Stück bei Sendelbach wird in der Baulast des Bundes bleiben. 

    Die Prognose für 2035 geht nach Fertigstellung der B 26n von beachtlichen 14 700 Fahrzeugen täglich auf der Staatsstraße zwischen dem Karlburger Kreisel und dem Abzweig der MSP 11 nach Harrbach aus. Zum Vergleich: Knapp 60 000 waren im Jahr 2015 auf der A3 im Spessart unterwegs. Im weiteren Verlauf Richtung Lohr sind es auf der Staatsstraße dann durchschnittlich mehr als 10 000 Fahrzeuge. Auf der B 26 Karlstadt-Gemünden, die Bundesstraße blieben wird, werden dagegen "nur" 7000 bis 8000 erwartet.

    Anbindung östlich von Karlstadt

    In Karlstadt ist schon länger der Verlauf östlich des Saupurzels in der Diskussion. Geplant wird laut Lehner inzwischen mit einem Kompromiss zwischen dem einst von Bürgermeister Paul Kruck an die Wand projizierten "kühnen Strich" und dem ursprünglich vorgesehenen Verlauf. Der "kühne Strich" zeigte eine Trasse, die weiter nördlich an Heßlar vorbeiführt und auf direktem Weg zur B 27 beim Luftsportclub Karlstadt führt. Der ursprüngliche Verlauf sah eine nahe Anbindung an die bestehende B 26 zwischen Karlstadt und Stetten vor und von dort eine Spange zur B 27, die das Naturschutzgebiet östlich des Saupurzels zweimal durchschneidet oder überquert. Der nun geplante Verlauf ist ein Mittelding zwischen beiden. Und die Anbindung könne er sich auch als Kreisverkehr vorstellen, sagte Lehner auf Nachfrage.

    Das Verkehrsgutachten zur B 26 ist für alle im Internet einsehbar unter www.b26neu.de. 

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