• aktualisiert:

    Marktheidenfeld

    Zusammenarbeit der MSP-Gymnasien soll Schüler an den Landkreis binden

    Oberstudienrat Christian Schmidt wird den MINT-Schülern einen Einblick in die Astrophysik geben. Das Motto liegt hierbei auf der Hand. Foto: Martin Hogger

    MINT bedeutet zu allererst "Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik". MINT bedeute jedoch auch "Zukunft". Das sagte Johannes Günther bei der Vorstellung der neu gegründeten MINT-EC-Akademie der Gymnasien in Main-Spessart. Er ist Lehrer am Karlstadter Johann-Schöner-Gymnasium (JSG) und wird die Kurse koordinieren. Neben dem JSG werden Schüler des Marktheidenfelder Balthasar-Neumann-Gymnasiums (BNG) und dem Lohrer Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium (FLvE) teilnehmen.

    Bernd Rottenbacher hatte die Idee zur landkreisweiten Zusammenarbeit der MINT-Schulen. Foto: Martin Hogger

    Ziel der MINT-EC-Akademie Main-Spessart ist es, begabte Schüler der zehnten Klassen in den vier Fächern, jedoch außerhalb des Lehrplans, schulübergreifend zu fördern und schlussendlich an die Region zu binden. Um Letzteres zu erreichen, wird die Akademie auch mit Unternehmen aus der Region – Rexroth, Warema, Fertig Motors – und der Universität Würzburg sowie dem Netzwerk Teilchenwelt kooperieren. Diese werden für die vorerst drei Kurse Know-How zur Verfügung stellen, sodass die Schüler die Themen auch von der Praxisseite kennenlernen. Die Themen jedoch, die wären auch ohne Firmenbeteiligung interessant genug. 

    Redner loben den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Main-Spessart

    Entstanden sei die Idee für eine solche Akademie vor etwa einem Jahr in einem Hamburger Café, erzählte Hartmut Beck, Schulleiter des BNG. Die drei Main-Spessarter Schulleiter seien während einer Tagung zusammengesessen und der Lohrer Schulleiter Bernd Rottenbacher habe den Anstoß gegeben. Etliche Beratungen später habe man dann das Konzept gehabt. Damit sei Karlstadts Schulleiter Walter Fronczek dann zu ihm gekommen, erzählte Landrat Thomas Schiebel weiter. Er ist Schirmherr des Projekts. Damit werde es aber nicht getan sein, sagte er mit einem Lachen.

    Johannes Günther koordiniert die MINT-EC-Akademie der drei Schulen. Foto: Martin Hogger

    Der Landkreis übernimmt die Fahrtkosten der Schüler zu den verschiedenen Orten, der Freistaat die Personalkosten für die Lehrer. Schiebel: "Wenn Lehrkräfte und Schüler bereit sind, etwas über den Lehrplan hinaus zu machen, muss man das honorieren." Zu seiner Zeit seien die MINT-Fächer zwar wenig "sexy" gewesen. Umso wichtiger seien sie jedoch heute. "Wir sind einer der wirtschaftsstärksten Landkreise des Freistaates. Es macht Sinn, Kompetenz auch im Landkreis zu halten."

    Ähnliches hatte schon Hartmut Beck vor ihm gesagt: "MINT ist gerade wichtig. Diese Kompetenzen werden in jeder Branche gesucht und gebraucht." Der Landkreis habe hier sogar eine sehr gute Basis, mit gleich drei MINT-Schulen. In ganz Deutschland gebe es lediglich 320 MINT-Gymnasien. "Diese räumliche Dichte im Landkreis ist etwas besonderes. Gegen Ende der Veranstaltung ergänzte Bernd Rottenbacher, dass Hamburg, wo die Idee zur MINT-EC-Akademie entstanden war, zwar zehn Mal so viele Einwohner wie Main-Spessart, aber halt auch nur drei MINT-Gymnasien habe.

    Das sind die drei Kurse für die Schüler der Gymnasien

    Unter Anleitung von Frederic Rose werden die Schüler eigene Autos bauen und mithilfe eines Handschuhs lenken. Foto: Martin Hogger

    Johannes Günther vom JSG wird nicht nur die Kurse koordinieren, sondern gibt auch den ersten Kurs im November mit dem Thema "Der gläserne Mensch". Die Schüler werden sich mit vier verschiedenen Methoden aus der medizinischen Bildgebung beschäftigen. Dazu gehört ein Kurs zu den physikalischen Grundlagen der Sonografie (Ultraschall-Bildgebung). Die Geräte dazu haben Yvonne Gunst (Hebamme in Lohr) und Mario Kunert (Hausarzt in Frammersbach) gespendet. Die Schüler werden außerdem eine geplante Ausstellung der Universität zum Röntgenjahr 2020 mitgestalten.

    Unter Frederic Rose vom BNG werden die Schüler ein Roboterfahrzeug entwerfen, konstruieren und schließlich 3D-drucken. Ziel ist es, das Fahrzeug mithilfe einer intelligenten Computersteuerung über einen Sensor-Handschuh nur mit Handbewegungen zu steuern. Die Schüler können außerdem lernen, wie man einen automatischen Bremsassistenten oder eine sensorgesteuerte Beleuchtung programmiert. 

    Den dritten Teil des Akademie-Plans gestaltet Christian Schmitt. Nach einer Einführung in die Astronomie, bei der auch ein Beobachtungsabend in Zusammenarbeit mit einer regionalen Sternwarte geplant ist, besuchen die Schüler eine Masterclass zur Astroteilchenphysik. Gemeinsam mit dem Netzwerk Teilchenwelt werden die Schüler Experimente durchführen, in dem sie zum Beispiel kosmische Teilchen aufspüren. Dadurch erhalten sie einen Einblick in die Prozesse, die im Inneren der Sterne ablaufen und zudem den Ursprung unseres Universums erklären könnten.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!