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    Lohr

    Zweimal pro Woche wird die Sporttasche gepackt

    Volker Böhm.  Foto: Christine Böhm

    Zweimal pro Woche packt Volker Böhm seine Sporttasche mit seinem Karate-Gi und seinem Gurt und fährt extra nach Lohr zum Training des TSV. Mehr als einen bequemen Anzug und Gürtel braucht es erst mal gar nicht, um aktiv Karate zu betreiben. Keine teure Ausrüstung, kein großes Zubehör. Das gefällt dem 55-jährigen Techniker aus Erlenbach bei Marktheidenfeld.

    Der zweifache Familienvater betreibt mit kurzen Unterbrechungen seit seinem 16. Lebensjahr Kampfsport. 25 Jahre davon Karate. David Carradine, Darsteller des Kwai Chang Caine aus der bekannten Kung Fu-Serie aus den 70er-Jahren, hat ihn inspiriert. Durch ihn ist Böhm zum Karate gekommen.

    »Mir gefällt, dass nicht nur der Kampfsport im Vordergrund steht sondern auch Werte wie Respekt, Höflichkeit, Bescheidenheit einen hohen Stellenwert haben«, erklärt der Träger des schwarzen Gurtes seine Leidenschaft zum Karatesport.

    Taiji als Ergänzung zu Karate

    Der Karateka ist begeisterter Motorradfahrer und er wandert gerne mit seiner Frau und Freunden. Volker Böhm ist seit 25 Jahren u.a. an der VHS in Marktheidenfeld als Taiji-Lehrer tätig. Taiji ist das sog. »Schattenboxen«. Ursprünglich in China als Kampfkunst entwickelt, tritt heutzutage der eigentliche Aspekt des Kämpfens in den Hintergrund. Vielmehr wird Taiji als System einer Bewegungslehre verstanden, das der Gesundheit und der Meditation dienen soll, wobei der Erlenbacher den kämpferischen Aspekt des Karate ganz bewusst in seinen Taiji-Unterricht einfließen lässt.

    Für Volker Böhm ist Taiji somit die perfekte Ergänzung zu seinem Karatesport, bei dem höchste Anforderungen an Körper und Geist gestellt werden.

    Der gesundheitliche Aspekt des Karatesports ist bei Böhm ein wichtiger Aspekt: "Karate trainiert den gesamten Körper. Es hat einen positiven Einfluss auf meine Kraft und Ausdauer sowie auf die Kondition und die Koordination von Bewegungsabläufen", erklärt der Meister.

    Nicht nur gesundheitlich, auch beruflich und privat hat Karate Einfluss auf sein Leben: "Karate fördert die Konzentrationsfähigkeit, die Achtsamkeit und den Respekt gegenüber anderen Menschen, Kollegen oder Geschäftspartnern und es fördert eine ruhige Ausstrahlung. Zusätzlich unterstützt das Training die körperliche und emotionale Ausgeglichenheit, was sich natürlich auch in den privaten Bereich überträgt."

    Karatelehrer und Dan-Meister

    Volker Böhm hat bereits die Prüfung zum 2.Dan abgelegt. Er ist ein Meister seiner Kunst und ist seit 2005 im TSV Lohr aktiv, bis 2015 parallel dazu beim TV Marktheidenfeld. Seit 2016 unterstützt er das Trainerteam der Lohrer Karateka. Zuvor war er lange als Trainer in Marktheidenfeld aktiv. Auf die Frage, was ihm als Karatelehrer besonders wichtig ist, antwortet er: "Ziel eines jeden Lehrenden – sei es ein Trainer, Ausbilder, Meister, Eltern oder Lehrer – sollte es sein, den Schüler dahin zu bringen, dass dieser besser wird als der Lehrende selbst."

    Doch auch der Karatelehrer ist stets dabei, sich zu verbessern und sich weiterzuentwickeln: So ließ sich Volker Böhm seit dem Jahr 2011 vom DKV (Deutscher Karate Verband) zum diplomierten Selbstverteidigungslehrer ausbilden. Dies ist keine einmalige Schulung, sondern der Karate- und Selbstverteidigungslehrer besucht seitdem regelmäßig Fortbildungen und Wochenendseminare sowie auch ein- bis zweiwöchige Schulungen.

    Selbstverteidigungskurs

    Im Zuge der Gewaltprävention und gegen Belästigungen und sexuelle Gewalt hat die Karateabteilung des TSV Lohr wieder einen Selbstverteidigungskurs angeboten. In sechs Einheiten – immer mittwochs von 19.30 bis 21 Uhr – werden die Teilnehmer speziell in Abwehrverhalten, Selbstbehauptung und Abwehrtechniken geschult. Denn durch gezieltes Abwehrverhalten und durch Selbstbehauptung wird in diesen Kursen geübt, Notsituationen realistisch einzuschätzen und dann Konflikte möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen. So kann oft im Idealfall ein Übergriff bereits durch entsprechendes Verhalten in der Entstehungsphase vermieden werden.

    Bearbeitet von Pressemitteilung

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