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    Marktheidenfeld

    Auch in Main-Spessart sind viele froh, dass wieder Schule ist

    Nach langer Corona -Pause und Pfingstferien hat wieder der Unterricht begonnen. Hier ist viel zu beachten. Lehrkräfte loben Schüler und Eltern für Verständnis und Engagement.
    Unterricht findet unter Einhaltung von Hygienebestimmungen wie Abstandsregeln und partieller Maskenpflicht wieder statt – hier ein Beispielbild aus Baden-Württemberg.
    Unterricht findet unter Einhaltung von Hygienebestimmungen wie Abstandsregeln und partieller Maskenpflicht wieder statt – hier ein Beispielbild aus Baden-Württemberg. Foto: Philipp von Ditfurth

    Nach den Pfingstferien war es endlich soweit: alle Klassenstufen sind zurück in den Schulen. Ein Regelbetrieb stellt dies jedoch noch nicht da. In manchen Schulen gehen einzelne Klassengruppen im täglichen Wechsel, an anderen Schulen im wöchentlichen Wechsel zur Schule. Wir haben uns in der Region umgehört, wie die Schulöffnungen gelaufen sind. Fast überall überwiegt sowohl bei den Lehrern wie auch bei den Schülern die Freude darüber, in die Schule gehen zu können.

    Annette Hettiger, Rektorin der Mittelschule Marktheidenfeld, ließ es sich nicht nehmen, jeden einzelnen Schüler beim Ankommen persönlich zu begrüßen. Die unteren Jahrgangsstufen werden komplett von den Abschlussjährgängen isoliert, damit die Prüfungen in keinem Fall gefährdet werden. Es gibt hier separate Eingänge, Toiletten und versetzen Unterrichtsbeginn bzw. Pausen. "Die Schüler halten sich vorbildlich an die Regeln", weiß Hettiger zu berichten. Auch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer sei vorbildlich gewesen. Obwohl einige mit über 60 Jahren nicht im Präsenzunterricht tätig sein müssten, waren doch alle da und unterstützen die Schüler bestmöglich.

    Wiedersehensfreude erschwert Abstand halten

    Während in der Mittelschule die Kinder im täglichen Wechsel kommen, sind im Marktheidenfelder Balthasar-Neumann-Gymnasium die Schüler jeweils im wöchentlichen Wechsel anwesend. Auch Rektor Hartmut Beck teilt mit, dass die Maskenpflicht kein Problem darstellt. Anders sieht es aus seiner Sicht mit der Abstandsregel aus: "Diese wird von uns streng überwacht, allerdings leider auch in vielen Fällen missachtet." Wobei er hierfür auch Verständnis zeigt: "Die Schüler haben sich eben sehr lange nicht gesehen und es gibt viel zu erzählen".

    Eine Schwierigkeit in der aktuellen Situation sieht auch Rektorin Annette Hettiger. Da außerhalb der Schule sehr viel gelockert wurde und die Kinder sich in ihrer Freizeit treffen, ist es für die Schüler oft nicht nachvollziehbar, warum in der Schule verhältnismäßig strenge Regeln herrschen. "Ich bin stolz auf die Schüler, dass sie trotzdem alles so gut umsetzen und mittragen", so Hettiger.  

    Hoher Verwaltungs- und Organisationsaufwand

    Einig sind sich alle Schulleiter, dass die Schulöffnungen mit einem sehr hohen Verwaltungs- und Organisationsaufwand verbunden sind. Stundenpläne mussten neu erstellt werden, dabei die Raumgrößen und die Klassengrößen im Blick bleiben, überall wurden Schilder aufgehängt und Desinfektionsständer aufgestellt. Thorsten Stöhr, Rektor der Realschule in Karlstadt, findet, dass es "den Umständen entsprechend" gut läuft, hofft aber gleichzeitig auf eine baldige Rückkehr zur Normalität.

    Laut Stöhr wäre mehr Videounterricht wünschenswert gewesen, aber das scheiterte oftmals an den "Bandbreiten und den Geräteausstattungen bei den Schülern zuhause". Obwohl hier die Schulen schon ihr Möglichstes getan und Endgeräte an bedürftige Schüler verliehen haben, konnten nicht alle erreicht werden.

    Behutsamer Start an den Grundschulen

    Ein besonders sanfter Einstieg in den Schulalltag ist sicherlich in den Grundschulen nötig. Rektorin Michaela Neiderer von der Spessart Grundschule in Bischbrunn berichtet, dass die "Klassenlehrerinnen den Start behutsam angegangen" seien und mit ihren Klassen zuerst die neuen Regeln intensiv besprochen hätten. Auch hier hat man sich für einen tageweisen Wechsel der Lerngruppen entschieden. Dieses System bringt laut Neiderer einige Vorteile, da die Kinder durch die Lehrkraft zeitnahe und regelmäßige Rückmeldung erhalten. Außerdem entfällt für die Eltern das Ausdrucken und Zurückschicken der Arbeitsaufträge.

    Auch müssen die Zugänge zum Onlineunterricht zeitlich nicht mehr in den Familienalltag integriert werden. "Gerade Grundschüler brauchen hier meist noch die Hilfe von den Eltern", weiß die Rektorin. Ein Problem könnten laut Neiderer Schulen bekommen, in denen Personalknappheit, möglicherweise durch die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, herrscht. Allerdings spricht sie auch ein großes Lob an die Eltern aus: "In dieser besonderen Situation haben sie ihre Kinder bestmöglich unterstützt und konstruktiv geholfen, das Beste aus der Situation zu machen.

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