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    Karsbach

    Bau des Schafstalls in Karsbach erneut abgelehnt

    Das Industrie- und Gewerbegebiet 'Schönauer Weg' in Karsbach soll um weitere elf Hecktar erweitert werden. Planer Michael Öchsner vom Ingenieurbüro Auktor (Würzburg) erläuterte die ersten Entwurfsskizzen im Gemeinderat.
    Das Industrie- und Gewerbegebiet "Schönauer Weg" in Karsbach soll um weitere elf Hecktar erweitert werden. Planer Michael Öchsner vom Ingenieurbüro Auktor (Würzburg) erläuterte die ersten Entwurfsskizzen im Gemeinderat. Foto: Helmut Hussong

    Erneut beschäftigte der geplante Neubau eines Schafstalles mit Abriss eines bestehenden Weideunterstandes am Ortsrand den Karsbacher Gemeinderat. Auch wenn der geänderte Antrag einige Anpassungen und die Reduzierung der bisher vorgesehenen Anzahl von 50 auf neuerdings 30 Mutterschafe und ihre Lämmer enthielt, bestätigte das Gremium erneut seine ablehnende Haltung gegen das Vorhaben des Nebenerwerbslandwirtes in unmittelbarer Ortsnähe.

    Wohl wissend, dass das Thema bei den Nachbarn des Bauwerbers auf besonders Interesse stößt, verlegte Bürgermeister Martin Göbel die Sitzung in die Sporthalle des FC Karsbach. So konnten auch bei den 25 Zuhörern die Abstände wegen Corona eingehalten werden.

    Anfang Mai 2019 versagte das Gremium zum ersten Mal seine Zustimmung zum Neubau. Mitte Dezember 2019 teilte das Landratsamt der Kommune mit, dass das Vorhaben genehmigungsfähig sei. Die Behörde kündigte an: Im Falle einer weiteren Ablehnung werde sie das gemeindliche Einvernehmen ersetzen und dadurch die Genehmigung zum Bau erteilen. Innerhalb der gestellten Frist wiesen das Gremium und die Verwaltung erneut auf die Gründe und Bedenken wegen er Ortsnähe und des geplanten Wohnbaugebietes hin.

    Abstand wurde vergrößert

    Aktuell stand erneut der Bauantrag in leicht veränderter Form zur Debatte. Der geplante Schafstall ist jetzt 34 Meter statt 28 Meter von der nördlichen Grundstücksgrenze entfernt. Der Abstand zu dem geplanten, bereits im Flächennutzungsplan eingetragenen Wohngebiet hat sich damit um sechs Meter vergrößert. Die Anzahl der vorgesehenen Mutterschafe wurde von 50 auf 30 reduziert.

    Die Größe des neuen Gebäudes ist jedoch gleich geblieben. Der durch die Reduzierung der Tiere frei werdende Platz wird als überdachter Freilauf ausgewiesen. Wie von der Kommune gefordert, wurde das Nachbargrundstück des Sohnes mit einbezogen. Bisher leben laut Angaben maximal 20 Mutterschafe im bestehenden Weideunterstand.

    All dies stellte der Bürgermeister, auch wegen der Zuhörer, nochmals ausführlich dar. Zwar seien privilegierte Vorhaben im Außenbereich zulässig, doch dürfe die künftige Entwicklung und Bauleitplanung der Gemeinde nicht verhindert werden. In Karsbach bestehen bereits Aussiedlerhöfe, auf die man Rücksicht nehmen müsse. Deshalb habe man das künftige Wohnbaugebiet hier in östlicher Richtung vorgesehen. Dies sei die einzig mögliche Entwicklungsachse für das Wohnen.

    Göbel war "enttäuscht über die überörtliche fachlichen Stellungnahmen", die den Sachverhalt nicht vollumfänglich berücksichtigt hätten. Die unmittelbare Nähe des geplanten Schafstalles begrenze die Entwicklung Karsbachs. "Die Kommune bietet Unterstützung für eine Lösungssuche an einem anderen Standort an", sagte der Bürgermeister. Erneut wurde das Bauvorhaben einstimmig abgelehnt.

    Genehmigung widerrufen

    Zwei weitere Tagesordnungspunkte betrafen den selben Bauwerber. Im November 2015 genehmigte die Gemeinde die Eintragung eines Geh- und Wegerechtes auf dem Nachbargrundstück zum Carport des Bauwerbers. Damit war die Nutzung als Carport weiterhin möglich. Die Kosten für die Eintragung sollten beide Grundstückseigentümer gemeinsam tragen. Da nach mehr als vier Jahren das Wegerecht immer noch nicht eingetragen ist, widerrief das Gremium jetzt die Genehmigung.

    Noch immer ist die Überschreitung der Länge der Grenzbebauung am privaten Grundstück des Bauwerbers nicht abschließend geklärt, informierte Bürgermeister Martin Göbel weiter. Die vom Landratsamt gesetzte Frist sei abgelaufen, aber noch immer habe sich nichts getan.

    Die vor drei Jahren begonnene Planung zur Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebietes "Schönauer Weg" soll nun fortgeführt werden, da weitere Ansiedlungswünsche und Anfragen bestehen. Stadtplaner Michael Öchsner vom Ingenieurbüro Auktor stellte dem Gremium im Detail den Entwurf vor. Demnach sollen auf einer neuen Fläche von etwa vier Hektar im vorderen Bereich in der Nähe der Staatsstraße vorrangig kleinere Betriebe angesiedelt werden. Eine weitere Fläche von rund sieben Hektar soll unterhalb der Firma Osma Werm für größere Betriebe zur Verfügung stehe.

    Anbau an Bauhofhalle

    Die Vergabe zur die Errichtung einer Unterstellhalle als Anbau an die bestehende Bauhofhalle in Weyersfeld wurde zurückgestellt. Es sollen noch Angebote für eine Ausführung in Stahlbauweise eingeholt werden.

    "Obwohl wir seit einigen Wochen wieder einwandfreies Trinkwasser liefern und auch nur eine kurzzeitige Belastung festgestellt wurde, möchte das Gesundheitsamt die Beibehaltung der Chlorung und Prüfergebnisse über einen längeren Zeitraum", informierte Göbel. Auf jeden Fall werde sich die Kommune um eine baldmögliche Einstellung der Chlorung bemühen.

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