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    Zellingen

    Bauausschuss lehnt Bau einer größeren Gartenhütte ab

    Größer als erlaubt und beheizbar, so stellt sich ein Bauherr seine künftige Gartenhütte auf einem weitläufigen Grundstück im Bereich des Riedbachs vor. Harte Kost für den neuen Bauausschuss, der die Bauvoranfrage letztlich überwiegend ablehnte. Auch weil es auf dem Grundstück bereits ein Gartenhütte sowie einen Pavillon gibt.

    "Zellingen hat keine Gebiete für Wochenendhäuser, sonst wäre die Gemeinde in der Erschließungspflicht", erklärte Bürgermeister Stefan Wohlfart nicht nur für die neuen Räte im Ausschuss. Denn einiges aus der Bauvoranfrage deutet darauf hin, dass die Hütte auch als Aufenthaltsbereich vorgesehen ist. Die Vorgaben aus dem Bebauungsplan "Riedgärten" zielen dagegen vor allen auf Hütten zum Unterstellen von Gartengeräten und -maschinen ab. Eine solche veraltete Gartenhütte möchte der Bauherr auch sanieren und vergrößern – auf rund 25 Quadratmeter, zehn mehr als der Bebauungsplan erlaubt. Das ist auch deshalb problematisch, weil die zweite Gartenhütte auf dem Grundstück schon 21 Quadratmeter groß ist.

    Teichwirtschaft wird betrieben

    Zudem würden die Fensteröffnungen größer als erlaubt. Den Einbau von Feuerungsanlagen wie einen Ofen lässt der Bebauungsplan ausdrücklich nicht zu. Eine Mehrheit erhielt letztlich nur, dass die Hütte knapp vier Metern Firsthöhe haben dürfte, festgesetzt sind 3,5 Meter.

    Der Bauherr begründete sein Vorhaben damit, dass er auf dem Grundstück Teichwirtschaft betreibt und die bestehende Hütte dafür nicht ausreicht. Das konnte Gemeinderat Michael Heßdörfer nachvollziehen, weil auch auf großen Grundstücken vom Bebauungsplan nur kleine Hütten erlaubt sind, was er nicht zeitgemäß nannte. Das Grundstück mit Teich ist über 3500 Quadratmeter groß.

    Die Gärten sollten als Hobby genutzt werden, erklärte Gemeinderätin Sonja Rupp, die Pläne ließen eine kommerzielle Teichwirtschaft vermuten. Es gebe schon einen Fischereibetrieb im Bereich Lerlach, was vor Jahren zu Beschwerden von Anwohnern führte.

    Bisher kein Erfolg in der Lecksuche

    "Mit ist das zu gravierend", sagte Werner Küffner und verwies auf die Präzedenzfallwirkung. "Wenn wir hier zustimmen können wir ähnliches nicht ablehnen". Jessica Fretschner berichtete, sie wohne nahe des Gartengebiets und einige Grundstücke würden schon jetzt "sehr intensiv" genutzt.

    Weniger problematisch waren die anderen Punkte im Ausschuss. Einstimmig wurde einer Tektur beim bereits genehmigten Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage eines privaten Bauherren in der Riedstraße 16 in Zellingen zugestimmt. Das Gebäude wird einen bis eineinhalb Meter größer in jede Richtung. Ebenfalls ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage soll an der Kapelle 7 in Zellingen entstehen. Weil das im Genehmigungsfreistellungsverfahren erfolgt, was bedeutet das der Bebauungsplan eingehalten wird (und auch vom Bauamt überprüft wurde), blieb dem Bauausschuss hier nur die Kenntnisnahme.

    Noch keinen Erfolg konnte Bürgermeister Stefan Wohlfart von der Lecksuche in der Wasserleitung von der Pumpstation zur Kläranlage in Retzbach melden. Der Rohrbruch müsse in einem rund 700 Meter langen Leitungsstück sein, das teilweise unter landwirtschaftlichen Flächen liegt, was die Ortung erschwere. Suchschlitze zu graben käme in der Vegetationsperiode nicht in Frage.

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