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    Marktheidenfeld

    Der THW-Ortsverband Marktheidenfeld vor 50 Jahren gegründet

    Sein 50-jähriges Bestehen feiert der THW-Ortsverband Marktheidenfeld in diesem Jahr. Ein Schwerpunkt beim THW ist die Jugendarbeit.
    Sein 50-jähriges Bestehen feiert der THW-Ortsverband Marktheidenfeld in diesem Jahr. Ein Schwerpunkt beim THW ist die Jugendarbeit. Foto: Martin Harth

    Eigentlich hatte man sich beim Ortsverband Marktheidenfeld des Technischen Hilfswerks (THW) alles ganz anders vorgestellt. Die Zivil- und Katastrophenschutzorganisation, die seit 1976 ihren Standort an der Marienbrunner Straße in Hafenlohr gefunden hat, wollte mit ihren Helferinnen und Helfern sowie der Öffentlichkeit im Mai gleich drei Jubiläen feiern.

    Vor 70 Jahren wurde in Bonn die heutige Bundesanstalt vor allem auch aus den Erfahrungen der beiden Weltkriege in ihrer jetzigen Form gegründet. Seit 25 Jahren verfügt der Ortsverband über eine eigene Jugendgruppe. Am wichtigsten ist es dem Ortsbeauftragten Timo Hennig mit seinen rund 150 Mitstreitern aber, dass man 1970 noch im damaligen Landkreis Marktheidenfeld die Fäden des einstigen "Zivilen Bevölkerungsschutzes" neu zusammenspann und unter Leitung des Lengfurters Oskar Karpf dem Technischen Hilfswerk als neu gegründeter Ortsverband beitrat.

    Festakt vorerst abgesagt

    Natürlich hat der Ausbruch der Covid-19-Pandemie alle Planungen für das Jahr 2020 über den Haufen geworfen. Ein Festakt musste vorerst abgesagt werden. Den "Tag der offenen Tore" an der Hafenlohrer Unterkunft wird man frühestens im Herbst angehen können. Aktuell war der THW-Ortsverband dann auch beim Aufbau der THW-Teststrecke auf dem Marktheidenfelder Festplatz gefragt und ist mit dabei, wenn es darum zum Beispiel geht, medizinische Schutz- und Hilfsmittel mit Fahrzeugen zu verteilen.

    Der Anfang des Ortsverbands war schwierig. Niemand wusste in der damaligen Kreisstadt Marktheidenfeld so richtig, wohin man mit der Ausrüstung der Hilfsorganisation sollte. Eine Holzhalle in der Eicholzstraße war ein viel zu kleines Provisorium. Nach der Gründung wurde nach langem Hin und Her eine Holzhalle in Hafenlohr genutzt. Schließlich konnte bis 1976 die heutige Unterkunft an der Marienbrunner Straße gebaut werden, in der der Ortsverband nach größeren Erweiterungen genügend Raum für Fahrzeugpark und Ausrüstung fand. Aber die Unterkunft ist inzwischen auch schon in die Jahre gekommen. Erste Gespräche drehen sich um ein Konzept für einen Neubau. Seit 1982 unterstützt ein eingetragener Förderverein die Arbeit des Ortsverbands.

    Vier Vorsitzende bis jetzt

    Sebastian Brendel, beim THW-Marktheidenfeld für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, hat mit einem Team eine umfassende Festschrift erarbeitet. In dieser wird unter anderem ein Blick auf die vier bisherigen Vorsitzenden geworfen. "Da hatte jeder so seine eigenen Vorstellungen und Ziele", sagt der Polizeibeamte bei der Würzburger Bereitschaftspolizei. Oskar Karpf sei von 1970 bis 1986 mit der Gründung, der grundlegenden Organisation und der Suche nach einer Unterkunft beschäftigt gewesen.

    Bei Unfällen ist Zusammenarbeit gefragt: THW und Feuerwehr bei einer gemeinsamen Demonstration im Jahr 2014.
    Bei Unfällen ist Zusammenarbeit gefragt: THW und Feuerwehr bei einer gemeinsamen Demonstration im Jahr 2014. Foto: Martin Harth

    Dessen erst kürzlich verstorbener Nachfolger Bertold Schwab habe sich als Praktiker von 1986 bis 1995 in erster Linie der Ausbildung und Ausrüstung zugewandt. Friedrich Engelke habe in der Zeit von 1995 bis 2013 die Jugendarbeit besonders forciert. Vor kurzem hat man der Jugendgruppe eine Mini-Gruppe für Kinder vorgeschaltet. Timo Hennig, der seit 2013 dem Ortsverband vorsteht, setze einen Schwerpunkt auf das reibungslose Zusammenwirken mit anderen Hilfsorganisationen und Einrichtungen wie Feuerwehren, Polizei oder Rotes Kreuz.

    4282 Stunden im Einsatz

    Gefragt sind die Hilfsmannschaften aus 89 Männern und elf Frauen, zu denen sich noch 48 Jugendliche gesellen. Im Jahr 2019 war man 4282 Stunden im Einsatz und wandte 14 450 Stunden für Ausbildung und Übungen auf. Hinzu kommen noch 6172 Stunden in der Jugendarbeit.

    Neben dem zentralen Stab des Ortsverbands und dem Zugtrupp bildet man eine Bergungsgruppe, eine Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung und eine Fachgruppe für Führung und Kommunikation. Am Main ist die weitere Fachgruppe für Wassergefahren ohnehin von großer Bedeutung.

    Entsprechend eindrucksvoll fällt ein Blick auf die Einsätze der Gruppen oder einzelner THW-Helfer aus. Hilfsleistungen gab es nicht nur bei den Hochwassern am Main, auch an der Elbe und an der Donau war man schon im Einsatz gewesen. Schneechaos sorgte nicht nur wie jüngst zu Schadensbeseitigungen vor Ort sondern auch im Alpenraum.

    2015 durften THW-Helfer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G7-Gipfel in Elmau für die Kamera posieren.
    2015 durften THW-Helfer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G7-Gipfel in Elmau für die Kamera posieren. Foto: THW

    Auch im Ausland unterwegs

    Überhaupt fordern Wetterereignisse die Helfer neben dem Geschehen bei Unglücksfällen immer stärker. Vor nicht allzu langer Zeit bot ein Starkregen in Zimmern den Anlass zur Bewältigung einer größeren Abschwemmung im Ortsgebiet und immer länger wird die Liste der beseitigten Sturmschäden. Auch im Ausland war man schon zu Hilfsleistungen unterwegs, unter anderem im Kosovo, in Montenegro, Rumänien, Ukraine und Russland, aber auch im Libanon, im Irak oder in Nepal. In der Heimat bot die Abwicklung der BR-Radltour im Jahr 2018 in Marktheidenfeld eine besondere logistische Herausforderung. Einmal kam man sogar die Weltpolitik ins Spiel. Beim G7-Gipfel in Elmau war man im Jahr 2015 den mächtigen Staatenlenkern unserer Tage ganz nahe.

    Ein Blick ins Archiv, 1996 bekam das THW Marktheidenfeld einen neuen Bergekran.
    Ein Blick ins Archiv, 1996 bekam das THW Marktheidenfeld einen neuen Bergekran. Foto: Martin Harth
    Einsatzfahrzeuge sind eine wichtige Grundlage für viele THW-Hilfsleistungen.
    Einsatzfahrzeuge sind eine wichtige Grundlage für viele THW-Hilfsleistungen. Foto: Martin Harth
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