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    Triefenstein

    Gemeinde Triefenstein baut weiter Schulden ab

    Dass Kerstin Deckenbrock mit den Gemeindefinanzen so sparsam wie möglich umgehen will, machte Triefensteins neue Bürgermeisterin am Dienstag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich. Der Haushalt 2020 mit einem Gesamtvolumen von  11 416 024 Euro wurde mit einer einstimmigen Beschlussempfehlung an den Gemeinderat verwiesen. 8 745 684 Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt, der Vermögensetat schließt mit 2 670 340 Euro ab.

    Der maßvolle Wille zum Sparen zog sich im Lengfurter Saalbau wie ein roter Faden durch die zweistündige Sitzung. Dass Ausschuss und Rathauschefin auf einen Teil ihrer Aufwandsentschädigung verzichteten und das Geld für den Kauf  von 20 iPads im Wert von rund 10 000 Euro zur Verfügung stellten, darf als Novum in der Triefensteiner Kommunalpolitik vermerkt werden. Die iPads sollen zur Digitalisierung  der Gemeinderatsarbeit verwendet werden. Deckenbrock hat dieses Ziel auch in der bereits beschlossenen neuen Gemeindeordnung verankern lassen.

    Ein ganzes Fragenpaket beschäftigte den Ausschuss, als dieser nach Möglichkeiten und Projekten suchte, was sich aus dem Etat zugunsten einer "schwarzen Null" herausnehmen und auf einen späteren Zeitpunkt verschieben lässt. Die "fiskalische Spurensuche" verlief so erfolgreich, dass 662 000 Euro in den Vermögenshaushalt transferiert werden konnten.

    Die Grundsteuern sind mit 445 000 Euro eine stabile Einnahmengröße, während die Gewerbesteuer mit 1,2 Millionen Euro immer noch als "schwankender Posten" im Verwaltungshaushalt vermerkt werden muss. Ebenfalls instabil ist die Beteiligung des Marktes Triefenstein an den staatlichen Einkommens- und Umsatzsteuern. Hier musste sich die Kommune mit einem Rückgang um zehn Prozent auf 2 795 000 Euro zufrieden geben. Als freie Finanzspanne für Investitionen im Vermögenshaushalt steht der Gemeinde ein Betrag von 748 986 Euro zur Verfügung. Obwohl die Kreisumlage verringert werden konnte, muss Triefenstein immer noch 2,1 Millionen Euro überweisen.

    Erfreulich ist der Rückgang der Schulden auf etwas über vier Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von fast 1000 Euro entspricht. Damit liegt Triefenstein immer noch 35 Prozent über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden. Die Rechtsaufsicht im Landratsamt erlaubt dem Markt aufgrund der aktuellen Finanzlage erneut keine Kreditaufnahmen.

    Ausführlich diskutiert wurde das Feuerlöschwesen. Dritter Bürgermeister Torsten Gersitz (CSU), der seit 14 Jahren als Kommandant der Homburger Wehr vorsteht, forderte erneut einen Bedarfsplan. "Wie viel Feuerwehr braucht die Gemeinde?", lautete seine zentrale Frage, die Bruno Hock (Freie Bürger) mit der Forderung nach einer Werksfeuerwehr im Zementwerk Lengfurt ergänzte.

    Eine Machbarkeitsstudie wurde für die Kindergärten erstellt. Hock plädierte für einen Baubeginn des Lengfurter Kindergartens noch in diesem Jahr. Kürzlich hatte der Gemeinderat einen Standort für dieses Gebäude auf einem Wiesengelände am Rande des Waldbades beschlossen.

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