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    Retzstadt

    Gemeinderat Retzstadt: Räte stehen Fotovoltaikanlagen auf Ackerflächen teils skeptisch gegenüber

    Wegen des erwarteten Besucherzustromes zur Information über Fotovoltaikanlagen auf Ackerflächen war das Ratsgremium zur Sitzung in den Dorfgemeinschaftshaus umgezogen. Dort stellten Manuel Zeller-Bosse und Thomas Jungkunz von der Firma Südwerk ihr Konzept über Fotovoltaikanlagen auf Ackerflächen vor.

    Jungkunz und Zeller-Bosse hatten für Retzstadt als Projektfläche eine Fläche am Retzstadter Neuberg ausgewählt, wobei eine Größe von sieben bis zehn Hektar angestrebt wird. Es würde sich um ein sogenanntes benachteiligtes Gebiet handeln, welches vonseiten der Ortsbebauung nicht einsehbar ist. Nach den Vorstellungen von Südwerk würde das Projekt eine langfristige Einnahmequelle für Retzstadt darstellen, erklärten die beiden Vertreter.

    Strom für 11 500 Privathaushalte

    Es seien auch, so Zeller-Bosse und Jungkunz, Beteiligungsmöglichkeiten für die Kommune oder örtliche Bürgerenergiegenossenschaften möglich. Außerdem sei regionale Wertschöpfung in Form von regionaler Auftragsvergabe im Wegebau, Trassenbau und Grünpflege gegeben, so wie auch die Möglichkeit der Finanzierung durch regionale Banken. Letztendlich könnten im Solarpark Retzstadt für rund 11 500 Privathaushalte Strom erzeugt werden. Das Investitionsvolumen würde circa 20 Millionen Euro betragen, die Stromproduktion betrage rund 36 Millionen Kilowattstunden pro Jahr und mit diesem Projekt könnten 22 000 Tonnen CO² pro Jahr vermieden werden. 80 Prozent der benötigten Fläche seien bereits zugesagt.

    Trotz all dieser Argumente stand das Ratsgremium teilweise dem Projekt skeptisch gegenüber und aus den Reihen der Gäste war die Meinung zu hören, dass Retzstadt mit dem bestehenden Windpark doch seinen Beitrag zur Energiewende geliefert habe. Nicht bereit scheinen die Retzstadter zu sein, noch mehr Ackerflächen als Stromlieferant für die Großstädte zu opfern.

    Acht Kommunen aus zwei Landkreisen

    Ein weiterer Tagesordnungspunkt informativer Art stand auf der Agenda. Allianzmanagerin Felicitas Kempf stellte die kommunale Allianz Main-Wein-Garten vor und informierte über Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE). Der Kooperationspartner, so Kempf, ist das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken. Die Allianz berät zu finanzieller Unterstützung, zu Umsetzung von Maßnahmen und gebe Wissenstransfer durch das ILE-Netzwerk. Zur Allianz gehören acht Kommunen in zwei Landkreisen. Im Landkreis Main-Spessart sind dies Himmelstadt, Retzstadt, Zellingen mit Duttenbrunn und Retzbach.

    Im Zuge der Allianz-Vorstellung nannte Felicitas Kempf auch einige Meilensteine in der bisherigen Arbeit der Allianz. Darunter erwähnte sie unter anderem im Jahre 2017 den Beginn der ersten Förderperiode und in diesem Jahr den Beginn der zweiten Förderperiode. Dazu nannte sie auch einige Projekte, die in der Zwischenzeit umgesetzt wurden. Darunter ist das Kindergartenmanagement, die Nahversorgungsuntersuchung, die Aktion "Innen statt Außen", der Bürgertreff Retzstadt, das Gewässerentwicklungskonzept und die Obdachlosen-Kooperation. Im Moment laufe unter anderem das Interkommunale Blühflächenkonzept und das Kooperationskonzept Bauhöfe.

    Die Dorf-App ist fertig

    Neben diesen Informativen Tagesordnungspunkten waren auch zwei Beschlussfassungen erforderlich. Zum einen war ein Bauantrag, Errichtung einer Doppelgarage in der Buchhöhe 14 im Freistellungsverfahren zu behandeln sowie über die Errichtung eines weiteren Themenweges, den "Märchenweg", zu beschließen. Nach eingehender Diskussion stimmte der Gemeinderat dem Bau des "Märchenweges" zu und beschloss dessen Ausschilderung mittels Eichenholztafeln zum Preis von 1500 Euro.

    Abschließend gab Bürgermeister Karl Gerhard bekannt, dass das in einer der vergangenen Sitzungen beschlossene Halteverbot in der Hauptstraße (von Baustelle Dorfladen bis Einmündung Wethstraße) bereits zum 1. Juli umgesetzt wird. Ferner sei die Dorf-App fertig und könne genutzt werden. Nähere Information seien über www.bayern.digitale-doerfer.de abrufbar. 

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