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    Gemünden

    Gemündener Sozial-Projekt "Kiziba" hart von Corona getroffen

    Sehr beliebt bei den Kleinsten: Die Rutsche im Pausenhof
    Sehr beliebt bei den Kleinsten: Die Rutsche im Pausenhof Foto: Anni Wolz

    Vor sieben Jahren startete die Gemündener Florentini-Schule mit den Schülern und Lehrkräften die Unterstützung des Projekts "Kiziba" in Uganda, zu dem Schulen, Berufsbildungseinrichtung und ein medizinisches Versorgungszentrum gehören. Es wurde 1993 von den Kreuzschwestern in Uganda gegründet und wird von ihnen seither erfolgreich betrieben.

    Nach wie vor benötigen die Schwestern die finanzielle Hilfe, um ihre Einrichtungen weiterhin erfolgreich betreiben und entwickeln zu können. Alle Bauwerke wurden mit landesüblichen Lehmziegelsteinen von einheimischen Handwerkern erstellt, ebenso das Mobiliar, das zwar einfach, aber zweckmäßig ist. Dazu konnte 2018 noch eine "Library" mit Lehrbüchern und Unterrichtsmaterial eingerichtet werden.

    Diese Bibliothek ist für ugandische Verhältnisse etwas Besonderes und sehr wichtig, weil die Eltern der Kinder keine Schulbücher kaufen können. Bisher wurden weit über 50 000 Euro aus Gemünden investiert, der größte Teil stammt von Schulaktionen und Basaren, aber auch von privaten Spenden. Erst zum Ende dieses Schuljahres hat die Klasse 5 Gym 560 Euro gesammelte Spenden übergeben können.

    Schulbetrieb eingestellt

    Trotzdem leidet das Projekt sehr an den Folgen der Corona-Pandemie. Bereits am 18. März wurde der Schulbetrieb in Uganda eingestellt, berichtet Anni Wolz, ehemalige Lehrerin an der Florentini-Schule und eine der Unterstützerinnen des Projekts. Sie war bereits mehrfach vor Ort und hält Kontakt mit Kiziba.

    "Zum Glück gab es noch keine Infektionen, aber es trifft die Kinder, die Schwestern und die Angestellten hart. Die einfachen, aber gut funktionierenden Bildungseinrichtungen der Schwestern haben in einer Region ohne Infrastruktur – wie Wasserleitung oder befestigte Straßen – und ohne geordnete Schulbildung und Ausbildungsmöglichkeiten einen sehr hohen Stellenwert". Umso unverständlicher sei es, dass aufgrund einer kurzfristigen Anordnung des Staates das einzige Ambulanzfahrzeug der Schwestern, mit dem sie die Kranken in der Region betreuten, beschlagnahmt wurde, bedauert Wolz.  

    Die Folgen des Lockdowns seien für die etwa 300 Schüler auch deshalb besonders schlimm, weil sie in der Schule ihre oft einzige warme Mahlzeit am Tag erhalten und der Schulbesuch eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist. "Das trifft vor allem auf die Mädchen zu, in einem Land, in dem Frauen generell nicht als gleichwertig betrachtet und behandelt werden", berichtet Wolz weiter. Viele junge Frauen leiden unter der alltäglichen Gewalt, weshalb sie während der Berufsausbildung bei den Kreuzschwestern in einem Internat untergebracht sind, wo sie auch psychologisch betreut werden können.  

    Geld landet an richtiger Stelle

    Für ein Jahr Schulbesuch eines Kindes fallen einschließlich Lernmittel, Schulkleidung und Essen 200 Euro an. Zwei Jahre Aufenthalt in der Berufsvorbereitung mit Internat kosten 1000 Euro. Die berufliche Ausbildung umfasst die Berufsrichtungen Schneiderin, mit den Bereichen Mode und Design, Frisörin, Kosmetik und Fußpflege, Catering und Hauswirtschaft, sowie IT-Services.

    Dass das Geld an der richtigen Stelle landet und direkt den Kindern zugute kommt, davon überzeugten sich in den vergangenen Jahren immer wieder Lehrkräfte und Freunde des Projekts, die auf eigene Kosten nach Uganda reisten. Sie erlebten in den von Kreuzschwestern geleiteten Schulen, der "Holy Cross Junior School" und der "Holy Cross Primary School", sowie dem speziell für die Berufsausbildung der Mädchen gegründeten "Vocational Trainings Center", viel Begeisterung, Lernfreude und Dankbarkeit.

    Die Schulen sind bei der Bevölkerung deshalb so beliebt, weil die vorbildliche, pädagogische Arbeit der Schwestern geschätzt wird und die Einrichtungen für ugandische Verhältnisse hervorragend  ausgestattet sind. Den Schwestern ist es ein Anliegen, besonders die Mädchen und jungen Frauen aufzunehmen, die am meisten Hilfe benötigen.

    Patenschaft für Kinder ist möglich

    Seit 2016 ist es möglich, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen. Für 200 Euro kann ein Kind in Uganda ein Jahr lang die Schule besuchen, wird betreut und verpflegt und die Paten erfahren mit Namen und Foto auch, wen sie unterstützen.

    "Leider hat die Cornona-Krise auch die Spendengelder nicht mehr so üppig fließen lassen, weshalb es gerade die Ärmsten in der Welt umso schlimmer trifft", sagt Anni Wolz. Die Kreuzschwestern freuen sich daher über jede Spende für ihre Arbeit in Uganda. Sie kommt zu hundert Prozent und direkt dort an, denn die Lehrerinnen begleiten das Projekt ehrenamtlich und Verwaltungskosten übernimmt das Kloster als Träger der Florentini-Schule. Spendenquittungen werden bei Angabe des Absenders auf Wunsch gerne ausgestellt.

    Spendenkonto bei der Sparkasse Mainfranken: Kongregation der Barmherzigen Schwestern v. Hl. Kreuz; DE45 7905 0000 0380 0055 61 Wichtig: Verwendungszweck "Kiziba".

    Im Englischunterricht
    Im Englischunterricht Foto: Anni Wolz
    Ausbildung an der Nähmaschine (Berufsvorbereitung)
    Ausbildung an der Nähmaschine (Berufsvorbereitung) Foto: Anni Wolz
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