• aktualisiert:

    Aschfeld

    Geschützte Orchideen aus Naturschutzgebiet in MSP entwendet

    Die Diebe kamen wohl mit dem Spaten: Die gestohlenen Pflanzen sind einige Tausend Euro wert. Vielleicht besteht ein Zusammenhang mit ähnlichen Aktionen in Baden-Württemberg.
    Das Bild zeigt die Kleine Spinnen-Ragwurz. Bei Karlstadt wurden 215 Große Spinnenragwurz-Pflanzen ausgegraben und entwendet.
    Das Bild zeigt die Kleine Spinnen-Ragwurz. Bei Karlstadt wurden 215 Große Spinnenragwurz-Pflanzen ausgegraben und entwendet. Foto: Wolfgang Piepers

    Bereits Mitte März wurden insgesamt 215 Orchideen der Gattung Ophrys Speghodes (Großer Spinnen-Ragwurz) in einem Naturschutzgebiet ausgegraben und entwendet. Der Wert der Pflanzen betrug laut Polizeibericht etwa 10 750 Euro.

    Die besonders geschützten Pflanzen wuchsen im Naturschutzgebiet im Flurbereich Ammerfeld, auf dem Gelände zwischen einem Wanderweg und der Bundesstraße 27, zwischen Aschfeld und Gössenheim unterhalb des Steinbruches Aschfeld.  Dies ist einer von sehr wenigen Standorten dieser seltenen Orchideenart im Freistaat Bayern. Die Pflanzen wurden dort großflächig ausgegraben, die Tat wurde beim Landratsamt Main-Spessart angezeigt.

    Ein Experte vom Arbeitskreis heimische Orchideen sah sich den Tatort an und schätzte sowohl die Zahl der gestohlenen Pflanzen als auch deren Wert. Die Staatsanwaltschaft Würzburg hat die Polizei Karlstadt nun zu weiteren Ermittlungen aufgefordert. Unter anderem soll ermittelt werden, ob ein Zusammenhang mit ähnlichen Ausgrabungsaktionen im vergangenen Jahr an drei verschiedenen Orten in Baden-Württemberg besteht.

    Internethandel mit seltenen Pflanzen

    Falls mit den illegal erbeuteten Orchideen Handel betrieben wird, käme "ein weiterer Straftatbestand hinzu", wie Thomas Miebach, Leiter der Karlstadter Polizei erklärt. Bisher werde wegen Diebstahl und Vergehen gegen das Bundesnaturschutzgesetz" ermittelt. Miebach stellt klar: "Das ist keine Lappalie. Die Täter sind egoistische Naturzerstörer." Seltene Orchideen würden teilweise auf Ebay oder anderen Internetbörsen zum Kauf angeboten.

    Er ruft Menschen, die in Naturschutzgebieten "verdächtige Wahrnehmungen machen", dazu auf, sich gegebenenfalls das Autokennzeichen verdächtiger Personen zu merken und der Polizei zu melden. "Das hat mit Denunziantentum nichts zu tun. Wir sind auf die Mithilfe der Bürger angewiesen", so Miebach. 

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Main-Spessart-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!