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    Lohr

    Glosse: Kapier's endlich: Corona go home

    Außerdem müssen wird jetzt schnell mal auf den Kalender und an den Himmel schauen, denn kaum ist das Wochenende herum, "geht's scho widder es Johr naus".
    Das Sonnwendfeuer 2019 des HBV Königsberg.
    Das Sonnwendfeuer 2019 des HBV Königsberg. Foto: Gerold Snater

    Wir lassen einmal außen vor, dass "Der längste Tag" auch ein berühmter amerikanischer Kriegsfilm aus dem Jahr 1962 ist, und wenden uns der eigentlichen Bedeutung zu, nämlich jener, dass  der längste Tag des Jahres der Tag der Sommersonnenwende und damit der 21. Juni ist. Also normalerweise. Denn wer nun denkt, er könne noch einmal darüber schlafen, dem sei gesagt: Wir haben ein Schaltjahr und da läuft der Kalender der Sonne, wie auch immer das gehen mag, voraus und deshalb ist Mittsommernacht schon am 20. Juni.

    In normalen Jahren würde uns das nicht aus dem Blickfeld geraten, aber in Corona-Zeiten werden sich die üblichen Johanni-Feuer wohl rar machen, weil vielerorts ausfallen. Damit stehen wir nicht allein, denn wer sich heuer auf den Weg nach Stonehenge gemacht hat, wo alljährlich Tausende inklusive Druiden dem Sonnenaufgang entgegen sehen, hat auch Pech gehabt. Die Feier in England fällt aus, die Fans werden auf einen kostenlosen Live-Stream verwiesen. Wer's mag. Ich stell mir gerade vor, die Alternative zur Festwoche oder Laurenzimesse wäre ein Live-Stream von einem Maßkrug, der sich – das Festzelt als Hintergrundbild – langsam füllt und dann wieder leert. Das ist nicht wirklich ein Ersatz. 

    Entdeckt in Rothenfels.
    Entdeckt in Rothenfels. Foto: Manfred Gerlach

    Dieses Drecks-Corona. Da kann man sich schon mal aufregen. Eine klare emotionale Ansage hat unser Leser Manfred Gerlach in Rothenfels entdeckt. "Corona go home" steht da auf einem Holzklotz vor der Türe und das hätte unsereins nicht schöner formulieren können. Ja, geh hin, wo du hergekommen bist. Das wird ja irgendwann einmal geklärt sein.  

    Nicht viel früher geklärt sein wird die Frage, welcher Ort im Landkreis Main-Spessart einmal den Titel "Sonnigstes Sonnendorf" erringen wird. Thüngen strengt sich hier ja gehörig an, aber andere Kommunen haben schon mächtig vorgelegt. Hektar um Hektar wird mit Solarparks zugeplant und man fragt sich, wo das ganze Land dafür eigentlich herkommt. Das muss doch irgendwer zur Verfügung stellen.

    Landwirten kann das bestimmt nicht gehören, denn die würden viel lieber Raps, Braugerste und Zuckerrüben anbauen, heißt es. Notfalls, wenn die Äcker für Landwirtschaft knapp werden, müssen wir halt nach dem Förder-Programm "Sonne aufs Dach" ein neues namens "Raps aufs Dach" anleiern. Da macht sicher mancher Hausbesitzer mit. Und es sieht bestimmt schön aus, wenn der Raps blüht.     

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