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    Marktheidenfeld

    Kitas in Marktheidenfeld: "Erstklassige Betreuungssituation"

    Auf neun Kita-Kinder kommt eine Betreungskraft. Damit bleibt Marktheidenfeld auch 2020/2021 weit unter dem bayerischen Schnitt. In Zukunft dürfte sich das schwieriger gestalten.
    Kinder der Marktheidenfelder Kita Baumhofstraße bei einem Tag der offenen Tür.
    Kinder der Marktheidenfelder Kita Baumhofstraße bei einem Tag der offenen Tür. Foto: Marcus Meier

    Wer attraktiv für junge Familien sein will, der muss etwas bieten, was der nationalen Debatte nach in Deutschland scheinbar ein seltenes Gut ist: ein Platz in einer Kindertagesstätte. "Wir haben hier eine erstklassige Betreuungssituation", sagte am Donnerstagabend der leitende Beamte der Stadt Marktheidenfeld, Matthias Hanakam. Er stellte dem Stadtrat die Belegung der Kindertagesstätten für das kommende Kita-Jahr vor. Das Ergebnis: Der vorgeschriebene Anstellungsschlüssel von elf Kindern auf eine Betreuungskraft wird nirgendwo über- und bei vier der fünf Kitas sogar großzügig unterschritten. Hanakam: "Die Stadt tut hier sehr, sehr viel."

    Trotzdem bahnt sich in den nächsten Jahren eine weitere Diskussion über die Kita-Situation an. Das zeigt sich an der Kita Baumhofstraße, die mit 10,33 den höchsten Anstellungsschlüssel hat. "Dort platzen wir aus allen Nähten", so Hanakam. Insgesamt gibt es im nächsten Kitajahr 301 Regelplätze und 117 Krippenplätze. Es sind über das nächste Jahr – über alle Kitas verteilt – nicht mal zehn Regel- oder Krippenplätze frei. 

    Wie Martin Harth (SPD) anmerkte, werden die Geburtenzahlen in Marktheidenfeld in den kommenden Jahren weiter steigen: "Der Blick in die Zukunft macht uns Sorgen." Richard Oswald (CSU) wies darauf hin, dass von den Marktheidenfelder Kitas auch die Familien aus dem Umland profitieren. Er forderte ein Gesamtkonzept für die kommenden Jahre. Auch die Freien Wähler sähen "extremen Handlungsbedarf". Man dürfe den Anstellungsschlüssel jedoch nicht überschreiten, da man dann keine Zuschüsse mehr bekommen würde.

    Bürgerhaus Oberwittbach: Es soll flotter saniert werden

    Auf einen Antrag von proMar hin beschloss der Stadtrat einstimmig, die Sanierung des Oberwittbacher Bürgerhauses schneller voranzutreiben. Das Haus wurde 1971 gebaut, seitdem hat sich an dem Zustand der Bausubstanz wenig geändert. Es gebe einige Baustellen, so Heinz Richter. Zum Beispiel: die Beleuchtung im Saal, die Eingangstür, das Giebelfensterelement im Dachgeschoss, eine nicht barrierefreie Toilette und eine fehlende Rampe im Eingangsbereich. proMar forderte nun, die notwendigen Arbeiten in einem Konzept zusammenzufassen und diese Baustellen noch im Jahr 2020 so weit als möglich zu beheben. Die Mittel dafür sollen dann im Haushalt 2021/2022 eingestellt werden. Was schon vorher erledigt werden könne, solle aus dem Haushaltsansatz für die barrierefreie Toilette genommen werden. Vorher soll es noch eine Ortsbegehung des Stadtrats geben. 

    Ein weiteres Bauprojekt lag dem Stadtrat vor: die Söllershöhe. Am Eingang zum zukünftigen Gewerbegebiet soll ein Einzelhandelsgeschäft liegen. Weil dies anscheinend mit geplanten 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche zu groß sei, hatten sich Triefenstein, Kreuzwertheim und die Handelskammer beschwert. Die Marktheidenfelder Stadträte einigten sich nun darauf, an gleicher Stelle zwei Geschäfte vorzusehen: eines mit 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche und getrennt davon ein kleineres Gewerbe - mit ausdrücklichen Wunsch, dass ein Investor die beiden Teilflächen ganzheitlich überplanen möge. 

    Weitere Punkte im Stadtrat:

    • Auf Antrag von proMar fordert der Stadtrat Bürgermeister Thomas Stamm dazu auf, in einem Brief an das Landratsamt, das "Missfallen über die Schließung der Führerscheinstelle Marktheidenfeld zu bekunden". Er soll außerdem die Rücknahme der Maßnahme verlangen. 
    • Die Skulptur "Gamma" von Gil Topaz wird in der Nähe des Mehrgenerationenspielplatzes an der Lengfurter Straße aufgestellt. 
    • Aufgrund eines wasserrechtlichen Verfahrens wurde vom Wasserwirtschaftsamt eine neue Überrechnung des gesamten Einzugsgebietes der Kläranlage gefordert. Das dazu beauftragte Büro hat nun eine Rechnung dafür vorgelegt: 64 799 Euro. Der Stadtrat genehmigte diese außerplanmäßige Ausgabe. 
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