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    Partenstein

    Michael Nachtrab ist seit 25 Jahren Pfarrer in Partenstein

    Gute Wünsche aus Kirchengemeinde und Politik: Susanne Balzer-Endres, Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes, und Bürgermeister Stephan Amend gratulierten Pfarrer Michael Nachtrab (links) zum Silbernen Priesterjubiläum.
    Gute Wünsche aus Kirchengemeinde und Politik: Susanne Balzer-Endres, Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes, und Bürgermeister Stephan Amend gratulierten Pfarrer Michael Nachtrab (links) zum Silbernen Priesterjubiläum. Foto: Gisela Büdel

    "Behandelt die Menschen so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet." So lautet die goldene Regel nach Lukas 6:31, die Michael Nachtrab über seine Mission stellt, die er als Beruf und Berufung zugleich bezeichnet. Der evangelische Geistliche feierte am Sonntag in einem festlichen Gottesdienst in der Christuskirche ein besonderes Amtsjubiläum: Seit 25 Jahren ist er Pfarrer in Partenstein.

    In gewohnt lockerer und gewinnender Art spickte Nachtrab das geistliche Wort mit Anekdoten der 25-jährigen Amtszeit in "MSP", das für "Mein Schönes Partenstein" stehe. Und Beifall brandete auf, als er versicherte: "Ich bin angekommen." Das Spessartdorf sei für seine Familie zur Heimat geworden.

    Mit Respekt und Vertrauen

    Eine seiner ersten Amtshandlungen, erinnerte er sich, war die Gratulation bei einer Jubilarin, die ihn mit den Worten empfangen habe: "Wir brauchen nichts!" Rasch wurde das Missverständnis geklärt und der Geburtstag mit einem Bocksbeutel begossen.

    Als Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes nutzte Susanne Balzer-Endres den Rahmen für ihr herzliches "Danke, danke, danke" an den in Partenstein und Umgebung geschätzten Theologen. Sie rief Projekte von der Renovierung der Christuskirche und Pfarrhaussanierung über den Aufbau der Diakoniestation bis hin zu zahlreichen kirchlichen Veranstaltungen ins Gedächtnis: "Dies alles war geprägt von Respekt, Vertrauen und Menschlichkeit."

    Freude ins Dorf gebracht

    Bürgermeister Stephan Amend nannte 25 Jahre in Partenstein "eine reife Leistung". Sozial, gesellschaftlich und kulturell habe Nachtrab "Licht, Freude und Unterhaltung" ins Dorf gebracht. Im Kontakt mit der politischen Gemeinde lobte Amend das vertrauensvolle Miteinander. "Du bist da, wo Menschen leben" war das Schlusslied, bezeichnend für Nachtrabs Lebensnähe.

    Der anschließende Stehempfang wurde musikalisch umrahmt vom Posaunenchor unter Leitung von Adolf Amend. Im Gespräch blickte Michael Nachtrab auf 25 Jahre Kirchendienst zurück: Der gebürtige Nürnberger, aufgewachsen in Hersbruck, ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern. Nach dem zweieinhalbjährigen Vikariat in Fürth-Ronhof trat er im Juni 1995 seine erste Pfarramtsstelle in der evangelischen Kirche Partenstein an.

    Glauben leben und lehren

    Ein Impuls für den Priesterberuf sei von seiner Religionslehrerin gekommen. "Sie hat mich motiviert, den Glauben nicht nur zu leben, sondern auch zu lehren." Ebenso habe er während der Bundeswehrzeit erfahren, wie Menschen ohne das Glaubensfundament ihre Bodenhaftung verlieren.

    Wie haben sich die Prioritäten in 25 Jahren entwickelt? Laut Nachtrab vertritt man nach dem Studium hohe bis realitätsferne Ideale. Im Alltag erlebe man persönliche Einzelschicksale mit Fragen an den Glauben, für die ein Theologe sich öffnen müsse. "Wer den achtsamen Umgang mit seiner Geschichte spürt, fasst Vertrauen", ist sich der 58-Jährige sicher. Es gelte, die Menschen zu begleiten, zu tragen und zu verstehen.

    Eine Gemeinde, die mitträgt

    Zeitströmungen wie Kälte und Lieblosigkeit seien in Partenstein nicht zu spüren. Er lobte das hohe Potenzial an Engagement für kranke und hilfsbedürftige Mitmenschen. Beruhigend sei die Gewissheit, eine Gemeinde zu haben, die auch ihn persönlich durch seine inzwischen überstandene Krankheit begleitet und mitgetragen habe. "Das war groß und unvergesslich."

    Konform dazu zitierte Nachtrab das berühmteste Lutherwort (1521): "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Amen." Seine Zukunftsperspektiven reichen vom Ausbau des ökumenischen Gedankens bis hin zur Fortführung der Kulturveranstaltungen zugunsten des örtlichen Diakonievereins, dessen Vorsitz er ebenfalls seit 25 Jahren inne hat.

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    Bearbeitet von Gisela Büdel

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