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    Marktheidenfeld

    Hannah Silberbach und Band: Musikalische Vielfalt und poetische Texte

    Große Besetzung mit Band: 'Lautnah' mit Hannah Silberbach (links) und Laura Breuter-Widera bot im Marktheidenfelder Stadtgärtchen eine echte Premiere.
    Große Besetzung mit Band: "Lautnah" mit Hannah Silberbach (links) und Laura Breuter-Widera bot im Marktheidenfelder Stadtgärtchen eine echte Premiere. Foto: Martin Harth

    "Endlich wieder auf einer Bühne!" Die Freude darüber wurde am Freitagabend im Stadtgärtchen am Oberen Mainkai in Marktheidenfeld spürbar, als das Duo "Lautnah" bei einem Konzert ihr erstes kleines Debütalbum "so nah" vor Publikum präsentierte. In vielerlei Hinsicht wurde dies zu einer echten Premiere.

    Denn erstmals spielten Hannah Silberbach (Gesang, Gitarre, Klavier) und Laura Breuter-Widera (Trompete, Flügelhorn, Akkordeon, Klavier) in einer sechsköpfigen Band mit ihrer Trio-Partnerin Bea Michalski (Keyboard, Klavier) sowie dem Marktheidenfelder Zahnarzt Peter Liebl (Gitarre), Andreas Sendelbach (Bass) und dem ganz kurzfristig eingesprungenen Schlagzeuger Tim-Jan Deen.

    Neustart in der Stadt

    Dass man sich über diesen Neustart auch in der Stadt wirklich freue, brachte Bürgermeister Thomas Stamm bei seinen launigen Begrüßungsworten vor rund 130 Gästen zum Ausdruck. Die Abstandsregeln sorgten trotz Open-Air für einen begrenzten Zuschauerkreis. 

    Im vergangenen Herbst hatten die aus Gräfendorf stammende Hannah Silberbach mit ihrer Partnerin Laura Breuter-Widera und der gemeinsamen, musikalischen Freundin Bea Michalski in Stuttgart den anerkannten Song-Wettbewerb "Troubadour" gewinnen können. Hanna Silberbach überzeugte mit ihrer klaren, hellen und ausdrucksstarken Stimme, die im Stadtgärtchen in Marktheidenfeld zu Beginn mit dem Lied "Nicht alles in der Hand" im Zusammenklang freilich etwas stark im Vordergrund stand. Dass an diesem Abend in neuer Besetzung nicht jedes Detail genau auf dem Punkt war, ist bei der Vorgeschichte letztlich verzeihlich. Das Publikum hörte den poetischen Texten über den Alltag, die Liebe, Suche nach Sinn konzentriert zu und ging bei den bisweilen etwas rockig angelegten Songs mit.

    Mitreißende Soli

    Bravourös meisterte Gitarrist Peter Liebl seinen Part auf der E-Gitarre, gelegentlich auch mit mitreißenden Soli. Andreas Sendelbach bot mit dem E-Bass stabilen rhythmischen Rückhalt und Timo-Jan Deen erwies sich als variantenreicher Könner auf dem Schlagzeug mit sicherem Gespür für das Tempo.

    Nicht immer war die ganze Band gefragt, die einmal auch ohne die beiden Hauptakteurinnen gekonnt improvisierte. Zwischendurch sorgten Duo- und Trio-Besetzungen mit Gitarre, Klavier, Akkordeon oder Blechblasinstrumenten für besinnliche Passagen im Programm, setzten besondere Akzente, etwa beim Titel "Verwirrendes Glück". Wie auf der neuen CD forderte der Song "So nah" zum Leben der Träume auf, und ein ganz nachdenklicher Moment des letzten Abschiednehmens wurde leise mit "Lass es uns versteh’n" gesetzt.

    Neben Silberbachs einprägsamen Gesang bestimmte vor allem das große musikalische Vermögen von Laura Breuter-Widera auf Trompete, Flügelhorn oder auch auf dem Akkordeon das Geschehen. Augenzwinkernd mit fühlbarer "Dicke-Backen-Atmosphäre" kam beim fröhlichen "Tauchen ein" sogar ein recht melodiöses Tenorhorn zum Einsatz.

    Die träumerischen und textlich reflektierenden Eigenkompositionen wie "Wo bin ich", die Hannah Silberbach mit authentisch wirkendem Stil stimmlich gestaltete, erinnerten vielleicht neben der rockigen Gangart auch ein wenig an Songs aus der Sparte Unterhaltung und Musical. So wurde das mit großem Applaus bedachte Programm letztlich musikalisch durchaus vielgestaltig.

    "Unser Jahr" ist ein vielleicht programmtisch zu verstehender Song auf der CD von "Lautnah" überschrieben, und dem aktuellen Geschehen zum Trotz wollten dies die Musiker in den Vordergrund rücken, denn wie hieß es an anderer Stelle an diesem Abend im Stadtgärtchen "Die Erde bleibt niemals steh’n".

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