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    Obersinn

    Obersinn: Wo der Wirt mit Maske hinter der Scheibe sitzt

    Mit der Wiedereröffnung von Gaststätten endet ab 18. bzw. 25. Mai für Wirte wie Gäste eine lange Durststrecke. Ein Abholservice wie in Obersinn war eine Zwischenlösung.
    Peter Eck, der Wirt vom Gasthaus Eck in Obersinn, hält den Betrieb seit der Corona-Sperre im März mit einem Abholservice und Kleinverkauf aufrecht.
    Peter Eck, der Wirt vom Gasthaus Eck in Obersinn, hält den Betrieb seit der Corona-Sperre im März mit einem Abholservice und Kleinverkauf aufrecht. Foto: Carmen Franz

    Dass die Corona-Krise die Gastronomie besonders hart trifft, bedarf keines Hinweises. Die Ecks in Obersinn sind eine Wirtsfamilie, die ihren Humor trotzdem nicht verloren hat. Zwar ist natürlich auch ihr Gasthaus seit dem 21. März geschlossen, doch hat Inhaber Peter Eck sofort reagiert und einen Abholservice eingerichtet. Die nötigen Hygienevorschriften erfüllt er sorgfältig – und mit einem Augenzwinkern.

    Eine Trennscheibe über der provisorischen Theke, dahinter der Wirt mit einer witzigen Stoffmaske vorm Gesicht – "das muss in die Zeitung!", sagte Carmen Franz aus Adelsberg, eine gebürtige Obersinnerin, als sie das Gasthaus besuchte. Peter Eck jammert nicht über die missliche Lage, aber er beschönigt auch nicht: Seine Familie lebe von der Gastwirtschaft, und deswegen war für ihn gleich bei der Zwangsschließung klar, mit einem Abholservice wenigstens ein gewisses Einkommen zu erzielen. 

    "Wir haben das Glück, keine Pacht zahlen zu müssen", weil die Wirtschaft im Eigentum steht, erklärt der Wirt am Telefon, aber die Einnahmen fehlen, vor allem aus den sonst üblichen Familienfeiern. Für die Wirtschaft hat Peter Eck Soforthilfe beantragt, aber noch nicht bekommen; seine Frau als Angestellte bezieht Kurzarbeitergeld. Mit dem Abholservice von warmen Gerichten und kleinen Desserts sowie dem Kleinverkauf der Wurstwaren aus der Hausschlachtung und sonntags von selbst gebackenen Kuchen und Torten hilft Familie Eck sich und den Kunden, die das Angebot gern annehmen.

    Den Humor hat Eck auch in Corona-Zeiten nicht verloren

    Warme Küche gibt es von Freitag bis Sonntag; über die wechselnde Speisekarte wird in den so genannten Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Whatsapp informiert. Das habe sich gut eingespielt, sagt Peter Eck, aber er freut sich, dass ab dem 18. bzw. dem 25. Mai die allgemeine Restaurantsperre in Bayern aufgehoben wird. Schon macht er sich Gedanken, wie die dann geltenden Bestimmungen für die Außenbewirtschaftung und den Gastraum erfüllt werden können. Es sei jedenfalls gut, dass die Gäste ihre Gesichtsmasken voraussichtlich zum Essen werden abnehmen dürfen, witzelt der Wirt. 

    Seine eigenen Masken bestehen übrigens aus dem Stoff von Geschirrtüchern einer Brauerei; eine Stammkundin nähte die Masken und schenkte sie dem Wirt, passend zu seinem Beruf. Die Trennscheibe aus Plastik hatte er sich vor einem Bekannten fertigen lassen, noch bevor die Absperrungen Vorschrift wurden. 

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