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    Hausen

    Pendler aus Liebe: „Ich habe im Leben Glück gehabt“

    "Ich habe im Leben überwiegend Glück gehabt", blickt Herbert Marschall heute in der Hausener Straße 18 auf 90 erfüllte Jahre zurück.
    Ein Platz an der Sonne: Der Strandkorb auf der Terrasse seiner Lebensgefährtin Margot Marschall zählt zu den Lieblingsplätzen des Jubilars Herbert Marschall.
    Ein Platz an der Sonne: Der Strandkorb auf der Terrasse seiner Lebensgefährtin Margot Marschall zählt zu den Lieblingsplätzen des Jubilars Herbert Marschall. Foto: Gisela Büdel

    "Ich habe im Leben überwiegend Glück gehabt", blickt Herbert Marschall heute in der Hausener Straße 18 auf 90 erfüllte Jahre zurück. Es ist eine dankbare Betrachtung seines Privatlebens und der beruflichen Laufbahn. Seit 2009 ist der Jubilar ein "Pendler aus Liebe" zwischen seinem früheren Lebensmittelpunkt Frankfurt/Main und dem Steinfelder Ortsteil Hausen.

    Herbert Marschall wurde am 28. April 1930 in Frankfurt geboren, seine Eltern stammten aus Hausen. Nach dem Volksschulabschluss 1944 ließ er sich bei der Deutschen Bundesbahn (DB) Frankfurt zum Jungwerker und Junghelfer ausbilden. Dem Angestelltenverhältnis folgte der Aufstieg in die Beamtenlaufbahn. Wegen der Bombenangriffe auf Frankfurt siedelte die Familie 1945 für sechs Monate in den Heimatort Hausen um. Danach ging es zurück in die hessische Metropole.

    Bis zur Pensionierung 1990 war der Jubilar 25 Jahre lang Personalleiter der DB-Dienststelle Frankfurt-Ost. Herbert Marschall ist Witwer, Vater eines Sohnes und Großvater von drei Enkeln. Eingeladen zur Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Tante in Hausen warf er ein Auge auf eine seiner neun Cousinen: Es war seine jetzige Lebensgefährtin Margot Marschall. "Wir waren uns auf Anhieb sympathisch", gestehen beide mit einem Augenzwinkern.

    Das schicksalhafte erste Wiedersehen nach 40 Jahren stellte die Weichen für die gemeinsame Zukunft. Mit Mut und Selbstvertrauen unter der Option "Spätes Glück nicht ausgeschlossen" nutzten Cousin und Cousine die Chance auf eine neue Zweisamkeit. Bereits am nächsten Tag wurde eifrig telefoniert, es folgte ein Überraschungsbesuch in Hausen. Der Kontakt intensivierte sich und bald machte sich Herbert Marschall regelmäßig auf den Weg nach Hausen.

    Monatliche Wirtshaussingen im Hausener Sportheim ist Herzenssache für das Paar  

    Seit gut zehn Jahren genießt das Paar die gemeinsame Zeit und tritt den Beweis dafür an, dass Liebe kein Alter kennt. Gut integriert hat sich der Senior in Margot Marschalls Familie. Hilfreiche Ansprechpartnerin für das Paar ist Margots Tochter Silvia Dorsch. Herzenssache für das Paar ist das monatliche Wirtshaussingen im Hausener Sportheim, wo beide in geselliger Runde das hohe C erklingen lassen.

    Was charakterisiert den geistig fitten 90-Jährigen mit dem hessischen Dialekt? Die Begegnung mit ihm ist geprägt von klarem Denkvermögen und eigener Meinungsbildung, gewürzt mit einer gesunden Portion Humor. Man glaubt es ihm auf Anhieb, wenn er gesteht: "Ich war ein kleiner Revoluzzer". Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Wegen der Corona-Beschränkungen steigt das für den 1. Mai 2020 geplante Geburtstagsfest zum späteren Zeitpunkt. Dafür hat sich der Jubilar eine originelle Anfahrt überlegt: Ein Oldtimer-Bus wird die Familie und Freunde zum Hotel "Brunnenhof" (Weibersbrunn) bringen."Wunschlos glücklich" nennt sich Herbert Marschall und bittet anstelle von Geschenken um eine finanzielle Unterstützung der "Deutschen Herzstiftung e. V.".

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