• aktualisiert:

    Marktheidenfeld

    proMAR will 2020 in den Marktheidenfelder Stadtrat

    Stehen für ProMAR (von links): Ludwig Keller, Joachim Kötter, Alexandra Liebl, Rita Richter, Vorsitzender Florian Hoh, Rudolf Sauer, Karin Schneider-Schüßler, Heinz Richter und Hans-Adam Stangl. Foto: ProMAR

    „Wir wollen unseren Einsatz darauf konzentrieren, den Standort Marktheidenfeld in der Region zu festigen. Ein Mittelzentrum braucht eine starke Infrastruktur.“ Mit dieser Zielvorgabe übernahm der einstimmig zum Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins proMAR gewählte Florian Hoh sein Amt, informiert die BI in einer Pressemitteilung. Der 32-jährige Diplomverwaltungswirt aus Oberwittbach sieht die Bürgerinitiative auf einem guten Weg.

    Seit dem Kreistagsbeschluss zur Schließung des Krankenhauses Marktheidenfeld habe sie unbeeindruckt von Rückschlägen die Zentralität Marktheidenfelds verteidigt, nicht nur im Hinblick auf die medizinische Versorgung.  Mit der Vereinsgründung gehe man nun organisatorisch einen Schritt weiter. Grund sei der Entschluss zur Teilnahme an der Kommunalwahl 2020. Damit möchte proMAR den Menschen in Marktheidenfeld ein Angebot machen. „Neue Impulse und frische Ideen tun unserer Stadt mit Sicherheit gut“, stellte Hoh fest.

    "Gelungene Mischung" an der Vereinsspitze

    Neben Florian Hoh als Vorsitzendem bilden vier weitere Vorstandsmitglieder mit den folgenden Arbeitsschwerpunkten den Vorstand des Vereins. Finanzen: Karin Schneider-Schüßler, rechtliche Fragestellungen: Heinz Richter, Organisation: Hans-Adam Stangl, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Ludwig Keller. Der Vorsitzende bezeichnete die Zusammensetzung des Vorstandes als „gelungene Mischung aus politischer Erfahrung, beruflicher Qualifikation und jugendlichem Schwung“. Die vorgenommene Aufgabenverteilung schaffe Effizienz und nutze die Kompetenz der Vorstandsmitglieder. Als Beisitzer gehören Rita Richter, Alexandra Liebl, Joachim Kötter und Rudolf Sauer dem erweiterten Vorstand an.

    „Wir wollen uns als neue politische Kraft um Mandate bewerben, sind den Bürgern aber als Bürgerinitiative bereits ein Begriff.“ Florian Hoh dankte Rita Richter, Ludwig Keller und Jens Schindler, die seit Herbst 2015 die Initiative als Beauftragte in der Öffentlichkeit repräsentierten und so zu Gesichtern von proMAR wurden. Er erinnerte an zahlreiche Aktivitäten, besonders an den Einsatz gegen die vorzeitige Schließung von Notaufnahme und Chirurgie am Krankenhaus Marktheidenfeld.

    Ohne Mandat lässt sich politisch kaum etweas bewegen

    Dass die über 10 000 im Raum Marktheidenfeld gesammelten Unterschriften an vielen Kreispolitikern abgeprallt seien, gehört nach Aussage von Ludwig Keller zu den prägenden Erfahrungen der Bürgerinitiative. Auch wenn es Erfolge wie die Festschreibung eines medizinischen Stützpunktes im Nachnutzungskonzept für das Krankenhaus gegeben habe, sei aus Enttäuschung über das Verhalten auch örtlicher Politiker die Erkenntnis gereift, dass sich ohne Mandat politisch kaum etwas bewegen lässt.  

    Bereits vor einem Jahr hat sich proMAR auf einer Klausurtagung in ein breiteres Themenspektrum eingearbeitet. Als Problemfelder in Marktheidenfeld wurden neben der medizinischen Versorgung eine „Strukturkrise“ der Innenstadt, ein bedenklicher Sanierungsrückstand der kreiseigenen Schulen, die unzureichende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und ein Mangel an attraktiven Unterhaltungsangeboten für junge Leute identifiziert. Im Hinblick auf den Klimawandel plädiert proMAR für kurze Wege, auch bei der Gesundheitsversorgung. Parkflächen sollten nicht konzentriert, sondern über das Stadtgebiet verteilt werden, um dem ankommenden Besucher eine unmittelbare, auf kurzem Weg erreichbare Parkmöglichkeit zu bieten.      

    Stadtratsliste im Herbst aufstellen

    Die Schließung des Krankenhauses, des Lichtspielhauses, des Kaufhauses Lermann und weiterer Geschäfte, aber auch der Beschluss zur Schließung des Parkplatzes am Mainkai haben nach Überzeugung von proMAR nicht dazu beigetragen, das Bild Marktheidenfelds nach außen zu stärken. „Schließung“ stehe negativ im Kontrast zu „Offenheit“. Am Mainkai werde nicht nur über einen Parkplatz oder Spielplatz entschieden, sondern vor allem über Entwicklungsmöglichkeiten der Altstadt – ein komplexes, hochsensibles Thema, das sorgfältigster Vorbereitung bedürfe und sich nicht für politische Kraftproben eigne.  

    Nachdem mit der Vereinsgründung feste Strukturen geschaffen sind, steht bis zum Herbst die Aufstellung einer Stadtratsliste auf der Agenda. Die bereits entwickelten inhaltlichen Schwerpunkte werden weiter ausgearbeitet und konzeptionell umgesetzt. Erst dann werde über die Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten entschieden.  

                

     

        

     

    Bearbeitet von Joachim Spies

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (2)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!