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    Lohr

    Stadtrat diskutiert über zwei neue Funkmasten bei Lohr

    Zwischen Lohr und Partenstein will die Deutsche Funkturm GmbH zwei über 30 Meter hohe Mobilfunkmasten bauen, einen in der Nähe des Steinthalerhofes, einen weiteren Richtung Partenstein unweit der alten Schäferei. Der Lohrer Stadtrat erteilte den Bauvorhaben, die letztendlich vom Landrat genehmigt werden müssen, am Mittwochabend sein Einvernehmen. Allerdings war man sich bei 14:7 Stimmen uneinig.

    Wie Bauamtsleiter Rainer Tratberger erklärte, sollen die beiden Sender vor allem die Bahnstrecke mit Mobilfunk versorgen. Da sie also der Infrastruktur dienten, seien sie im Außenbereich grundsätzlich genehmigungsfähig.

    Christine Kohnle-Weis (SPD) sagte, dass man nichts darüber wisse, welche Strahlung in welchem Winkel von den Sendern ausgehe. Das bestätigte Tratberger. Solange diese Info fehle, sei eine Zustimmung für sie ausgeschlossen, folgerte Kohnle-Weis.

    Wie sie vermutete auch Mathilde Lembach (Grüne), dass es um den Ausbau der 5G-Technologie gehe. Zu deren Auswirkungen auf den Menschen sei allerdings wenig bekannt. "Wir sind der Feldversuch, ich bin dagegen", sagte Lembach.

    Ruf spricht von Skandal

    Torsten Ruf (ÖDP) sprach von einem Skandal, dass die Masten ohne jede Info der Bevölkerung "übergestülpt" werden sollen. Auch er mahnte, dass über die schnelle 5G-Technologie noch viel zu wenig bekannt sei.

    Uli Heck (Freie Wähler) hingegen sagte, dass man im Lohrer Stadtrat die Digitalisierung nicht verhindern könne. Wenn man überall kabelloses Internet nutzen wolle, müsse man auch solche Funkmasten dulden. Derzeit gebe es noch viel zu viele Funklöcher, sagte auch Matthias Schneider (CSU). Brigitte Riedmann (Freie Wähler) sprach mit Blick auf den in Lohr geplanten Bau der neuen Zentralklinik des Landkreises und das Aufkommen der Telemedizin davon, dass diese auf 5G angewiesen sei. Sie habe daher mit den Funkmasten außerhalb der Ortsbebauung "kein Problem". Auch Bürgermeister Mario Paul fragte, wo solche Masten gebaut werden sollten, wenn nicht dort.

    Thomas Nischalke (SPD) regte an, vom Bauherrn zunächst nähere Infos zu fordern und dann zu entscheiden. Das gehe nicht, weil die Stadt sich in einer bestimmten Frist äußern müsse, so Tratberger. Ohnehin könne die Stadt die Vorhaben nur nach dem Baurecht beurteilen. Für die Fragen des Immissionsschutzes sei das Landratsamt zuständig. Unter diesem Aspekt stimmte eine Mehrheit der Räte dem Vorhaben zu.

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