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    Tauberbischofsheim

    125 Jahre Kirchenchor St. Martin: Singen eröffnet eine andere Welt

    Zum Jubiläum führte der Kirchenchor unter der Leitung von Michael Meuser zusammen mit einem Bläserquartett Hans Leo Haßlers „Missa octo vocum“ auf. Foto: Ulrich Feuerstein

    Seit 125 Jahren singen Frauen und Männer der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin zur größeren Ehre Gottes. Das Jubiläum beging der Kirchenchor mit einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche und einem Festakt im Winfriedheim.

    Höhepunkt und Ausweis der eigenen Qualität war die Aufführung von Hans Leo Haßlers „Missa octo vocum“. Den zweiten Chor dieser achtstimmigen Vertonung übernahm ein Bläserquartett mit historischen Instrumenten, das den dialoghaften, prächtigen Klang unterstützte. Klar und brillant begann der Sopran mit dem Kyrie, ehe die übrigen Stimmen fugenartig hinzukamen. Stimmgewaltig interpretierten Chor und Bläserquartett im Wechsel das Gloria. Gemeinsam meisterte man auch mit Bravour die Herausforderungen von Sanctus und Agnus Dei.

    „Singen bringt die Menschen mit Gott in Beziehung“, erklärte Pfarrer Damian Samulski. Als Dekanatspräses der Kirchenchöre sprach er im Anschluss an den Festgottesdienst ein Grußwort. Singen macht seiner Meinung nach die Menschen moralisch und ethisch wertvoller. „Wer singt, lernt Werte und Tugenden.“ 

    „Das Jubiläum ist Anlass zu feiern, sich zu freuen und zu erinnern“, erklärte Peter Benz. Der Vorsitzende des Kirchenchores eröffnete den vom Flötenensemble „i flauti dolci“ musikalisch umrahmten Festakt im Winfriedheim. „Der Kirchenchor ist ein belebendes Element“, betonte Anette Schmidt. Die Bürgermeisterin würdigte in ihrem Grußwort den Beitrag der Sänger für das kulturelle Leben. 

    Als „Sinnbild für das Leben in der Kirchengemeinde“ bezeichnete Godehard Weithoff den Chor. Für den aus Freiburg angereisten Diözesankirchenmusikdirektor stellt der Kirchenchor eine wichtige Stimme dar, die gehört werden muss. Worte des Dankes und der Anerkennung hatte auch Dekan Gerhard Hauk. 

    In seinem Festvortrag widmete Michael Pfeifer sich Fragen der liturgischen Ästhetik. „Jede Wirklichkeit braucht eine Form, in der sie zum Erlebnis wird“, machte der Referent für liturgische Bildung bei der Diözese Würzburg deutlich. Die Musik ist für Pfeifer integraler Bestandteil der Liturgie und nicht schmückendes Beiwerk. Für die Atmosphäre sei sie entscheidend, weil sie den Zuhörer aus dem Alltag der Welt entheben könne. Ihr lauschend könne man selbstvergessen in eine andere Welt eintauchen.

    Bearbeitet von Ulrich Feuerstein

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