• aktualisiert:

    Wertheim

    50-Jähriger verkaufte Handys, die es gar nicht gab

    Ein 50-Jähriger Külsheimer verkaufte über Internetplattformen drei Smartphones, die er gar nicht besaß. Die Käufer überwiesen 120, 160 und 670 Euro auf das Konto des Mannes bei der Sparkasse Tauberfranken, erhielten aber die Geräte nicht.

    Wegen dreimaligen Betrugs in besonders schwerem Fall durch gewerbsmäßiges Handeln verurteilte jetzt das Amtsgericht Wertheim den berufslosen, erwerbsunfähigen Angeklagten zur Gesamtstrafe von zehn Monaten, setzte sie aber zur Bewährung aus.

    Der gebürtige Würzburger machte in der Verhandlung einen intelligenten Eindruck, zeigte Einsicht und Vernunft, erschien aber psychisch labil. Er betonte, ihm sei klar gewesen, dass er erwischt werde, und trotzdem habe er es getan.

    Erste Jugendstrafe schon 1986 kassiert

    Der Angeklagte aus schwierigen familiären Verhältnissen hat 19 Einträge im Register, beginnend 1986 mit 18 Monaten Jugendstrafe wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall. Weitere Taten waren räuberische Erpressung und dann bei nachlassender körperlicher Leistungsfähigkeit Betrugsdelikte wie die jetzigen. Verhängt wurden Geldstrafen und Strafen mit und ohne Bewährung.

    Die Verurteilungen erfolgten zunächst im Raum Würzburg, dann Berlin, Norddeutschland und zuletzt wieder in der Heimat. Manche Geldstrafen hat er wegen Zahlungsschwierigkeiten abgesessen. Wegen seiner körperlichen Verfassung stellte das für die Vollzugsanstalten ein erhebliches Problem dar.

    Grundsicherung reicht nicht

    Bezüglich der vorliegenden Fälle, März-April 2019, hatte er gegenüber der Polizei erklärt, er habe die Smartphones verkauft, weil er mit der vom Landratsamt Main-Tauber gezahlten Grundsicherung nicht auskomme. In der Verhandlung zeigte er ein gutes Gedächtnis bezüglich seiner Straftaten. Im Gegensatz dazu stand die Äußerung, er wisse nicht, wie viel Schulden er in den letzten 30 Jahren angehäuft habe.

    Die Staatsanwaltschaft beantragte zehn Monate ohne Bewährung, weil sie eine schlechte Sozialprognose sieht. Die Richterin „riskierte“ eine erneute Bewährung, nannte das „Eis aber sehr dünn“.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!