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    Ilmspan

    Alle Kindergärten kommen auf den Prüfstand

    Der Kindergarten in Ilmspan wir zum Ende des Kindergartens vorübergehend geschlossen und soll dann mit neuem Konzept wiedereröffnet werden. Foto: Matthias Ernst

    Was schon länger die Spatzen von den Dächern pfiffen, wird nun durch eine Bedarfsplanung untermauert: Für den Kindergarten St. Laurentius in Ilmspan gibt es für das kommende Kindergartenjahr nicht genügend Anmeldungen. Mit nur drei Kindern könne man keinen Betrieb wirtschaftlich aufrecht erhalten, erklärte Bürgermeisterin Anette Schmidt in der Gemeinderatssitzung der Gesamtgemeinde Großrinderfelderim im Bürgerhaus in Ilmspan.

    Man habe alles unternommen, um die Gruppe zu erhalten, aber bei so wenigen Kindern sei es einfach nicht darstellbar. Auch eine kurzfristige Änderung der Betriebsform in einen Naturkindergarten habe nicht den erhofften Erfolg gebracht. Das Konzept, so beschloss der Gemeinderat, wird allerdings fortgeführt. Neben dem Kindergarten in Ilmspan stand aber das ganze Kindergartenkonzept in der Gemeinde auf dem Prüfstand. Bisher gibt es in jedem Ortsteil einen eigenen Kindergarten, also in Großrinderfeld, Gerchsheim, Schönfeld und Ilmspan.

    St. Michael und St. Anna sind gut ausgelastet

    Den genauen Bedarf für das nächste Kindergartenjahr zu ermitteln, ist nicht so leicht seit der Einführung der Kinderkrippen und dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Deshalb tun sich viele Gemeinderäte schwer. Krippenkinder benötigen mehr Platz und mehr Personal, doch diese beiden Ressourcen sind endlich. Man kann nicht mal schnell ein oder zwei Räume anbauen oder bei geringerem Bedarf wieder entfernen. Dafür sind die Verfahren zu langwierig. Trotzdem sollen alle Kinder einer Gemeinde bestmöglich versorgt und betreut werden.

    Diesen Anspruch hat auch die Gemeinde Großrinderfeld. In einem Workshop Anfang April lud man daher Fachleute, Gemeinderäte und Eltern ein, sich Gedanken um die Zukunft der Kindergartenbetreuung zu machen. Während es in Ilmspan noch sehr viel Platz für zukünftige Kindergartenkinder gibt, ist der Kindergarten St. Michael in Großrinderfeld ausgelastet. Ähnlich ist die Situation in St. Anna in Gerchsheim. Hier sind zwar nach aktuellem Stand einige Plätze frei, doch werden die im Laufe des Jahres gefüllt. Im Kindergarten St. Vitus in Schönfeld bestehen ebenfalls noch Kapazitäten. 

    Eine Jahr Pause in Ilmspan

    Der Gemeinderat machte sich seine Entscheidung nicht leicht, ist man sich doch bewusst, dass der Verlust eines Kindergartens auch der Verlust von Lebensqualität und Attraktivität in einer Gemeinde ist. So wurde beschlossen, den Kindergarten in Ilmspan nur für ein Jahr ruhen zu lassen und zu versuchen, mehr Eltern von dem neuen Konzept zu überzeugen.

    Ortsvorsteher Hubert Kraus hofft auf eine positive Lösung für die Zukunft. Ralf Schieß sieht jedoch ein Zusammenrücken von Schönfeld und Ilmspan bei der Kindergartenbetreuung als unausweichlich für die Zukunft an. "Wir brauchen die Öffnungszeiten, die die Eltern sich wünschen", fuhr er fort. "Zwei Standorte können keine pädagogische Lösung sein", erwiderte Bürgermeisterin Anette Schmidt. Man einigte sich darauf für das kommende Kindergartenjahr eine bedarfsgerechte Aufstellung der Kinderbetreuung für alle vier Ortsteile bei laufendem Betrieb zu erarbeiten.

    Hilfreich dabei ist die Begleitung von Kommunalberaterin Kariane Höhn unter dem Motto: "Großrinderfeld macht sich auf den Weg" und die Erstellung einer Elternbefragung. Auch dieser Punkt wurde vom Gemeinderat positiv entschieden. Das galt auch für die moderate Anhebung der Kindergartenbeiträge. So wird beispielsweise der Monatsbeitrag für ein Kind in der Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten von 155 auf 160 Euro steigen. Die Gemeinde muss sich an die Vorgaben des Gemeindetages halten, sonst laufe man Gefahr wichtige Zuschüsse zu verlieren, führte Bürgermeisterin Schmidt als Begründung an.

    Ein weiteres Thema im Gemeinderat war "Südlink", also die Höchststromleitung von Brunsbüttel bis nach Großgartach. Dazu hatte die Verwaltung eine umfangreiche Stellungnahme ausgearbeitet, die dem Gemeinderat vorgelegt wurde. In diesem Zusammenhang informierte Bürgermeisterin Schmidt, dass die Netze BW eine 20 KV-Trasse von Großrinderfeld über Ilmspan und Schönfeld nach Gerchsheim ins Gewerbegebiet plant, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

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